WIR HABEN KEINE ANGST VOR DEM RAND

Und hier sind wir wieder
Wo wir am Anfang waren
Am Rande der Gesellschaft

Aber jetzt sind wir gerne da
Inmitten unserer eigenen Scharen
Im Herzen unserer Gesellschaft

Ausgegrenzte sind nie ausgegrenzt
Sie bilden sich zu einer wunderbaren
Neuen Parallelgesellschaft.

Deshalb, öffnen wir unsere Herzen wirklich
Der Idee einer ehrlichen wahren
Sich gegenseitig erlebenden Gesellschaft.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DER DUFT VON WASSER

Luft! Luft! Luft!
Euer Wasser ist blau
Ist klar, ist sauber, ist schön…
Aber ich kann nicht atmen -
Ich muss auftauchen!

Luft! Luft! Luft!
Euer See ist eine Kluft
Die uns trennt
Euer Meer an Mehr ist eine Gruft
In der meine Seele wie Asche brennt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DER INNERE FEIND

Du rüstest für den Krieg
Doch wer ist der Feind?
Hast Du in den Spiegel geschaut?

Schaue mal unter Deiner Haut
Wo Empfindung lacht und weint
Dort findest Du den Sieg.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

GEBEN UND NEHMEN

So viel zu geben
Kein Abnehmer
So viel benötigt
Kein Abgeber
Angefangen von Vertrauen
Bis zum sich gegenseitig in die Augen schauen
Und Eine Gesellschaft zusammen aufbauen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

TÄGLICH SCHWARZ

Ich weiß nicht
Wie der Tag das macht
Mich verändert
Bis vor Mitternacht

Ich weiß nicht
Wie die Gesellschaft es schafft
Täglich mir zu nehmen
Und zu geben Kraft

Ich weiß nicht
Wie das Leben das kann
Jeden Tag zu zaubern
Aus mir einen neuen Mann

Nur eines weiß ich
Diese dunkle Haut
Ruft die vermittelnden Erlebnisse
Täglich und laut.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

MORGEN IST HEUTE

Ich stellte mir heute die Zukunft vor
Sie war ein Haus des Friedens
Ein Lächeln, eine Fähigkeit zu verstehen
Menschenarten gleichartig und verschieden

Dann stellte sich mir heute die Zukunft vor
Sie war zwei Menschen
Einer nennte mich Engel, einer mich Teufel
Gegen beide mußte ich kämpfen

Jetzt stelle ich mir keine Zukunft mehr vor
Die Gegenwart ist viel wichtiger
Viel witziger, viel hitziger, viel flüssiger
Viel farbiger, häufiger, und viel wirklicher.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

FERN UND NAH

Die Welt ändert sich schneller
als unsere Clichés hinterher laufen können -
Brülle sie so laut wie Du magst
sie zerflattern wie Rauch im Winde.

Schwarze entsprechen ihren Clichés nicht
Weiße entsprechen ihren Clichés nicht
Männer nicht, Frauen nicht, Schwulen nicht
Fremde, Behinderte, Obdachlose, alle nicht.
Niemand ist noch das, was er sein soll.

Und als ich die Verwirrung in allen Augen sah
dachte ich mir, wie fern wir voneinander sind
und doch so nah.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

MORGEN BIST DU WEISER

Du wirst nachts Stimmen hören
in Deinem Herzen
Schenk nicht allen von ihnen Glauben

Tauche sie in Dein Schweigen ein
Und warte…

Du wartest nicht auf ihr Wachstum
Du wartest auf Deins

Du wächst und lernst zu unterscheiden
zwischen den wahren Stimmen
und den falschen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung 

DIE EIGENART DER MUSIK

Die Musik fesselt mich
Entfesselt mich
Bindet mich
Befreit mich
Verbindet mich mit allem
Löst mich von allem
Bringt mich zum Lachen
Bringt mich zum Weinen
Das ist ihre Eigenart.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

MEHR IN DIR

Komm zu mir
Ich öffne Dich Dir
Nicht mir
Du bist Dir das größere Geheimnis
Das wichtigere

Du musst es nur zulassen
Folgen, wenn ich Dich führe
Du wirst Dich neu begreifen und fassen
Wenn ich Dich innerlich berühre.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung