WEIHNACHTEN HEUTE

Heute soll Weihnachten sein?
Viele Menschen fühlen sich allein.
Es ist bei Vielem hohl, leer und kalt.
Das Jahr fühlt sich alt an, sehr alt.

Wo ist das Kind, das innere Kind?
Wo das Kindliche, warm und lind?
Wo das Menschliche, friedlich und wahr?
Wo das Göttliche mit himmlischer Schar?

Wo die tiefgründige Auseinandersetzung
mit der Botschaft Jesu tiefer Bedeutung?
Wo das geistige Erwachen der Jetztzeit,
die Neugeburt der Menschen in Echtzeit?

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

HERZFLUG

Mein Herz sehnt sich wie ein Flugzeug
drängend durch die Wolken stürmisch
eilig RaumZeit brechend dem Fingerzeig
der Liebe folgend, fühlend sich heimisch
nur in Leidenschaft und in Erregung,
noch mehr in Empfindung und in Bewegung,
sehnt sich nach authentischer Erfüllung,
nach Wirklichkeit und nach Veredelung -
und startet wieder neu nach jeder Landung.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

WENDEPUNKT SCHMERZ

Wenn die Brise steif wird
Wenn der Riese reif wird
Wenn das Ende kalt wird
Wenn die Wende alt wird
Wenn das Herz zart wird
Wenn der Schmerz hart wird
Wende ich mich ab von Dir.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

MENSCHEN WIE MUSIK

Die Musik ist schön
wenn sie wenig macht
kaum zu hören
weder tanzt noch lacht
und sehr persönlich ist.

Und so sind die Menschen auch
die man wirklich braucht,
die in Dich hineingehen
und Dich innig verstehen
so wie Du bist.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ABSCHIED VON UNSCHULD

Man sagt, das Jahr nimmt Abschied,
man hört es in jedem Weihnachtslied,
atmet es im wehmütigen Duft ein
und sieht es im Kerzenlichtlein.

Man ahnt, es ist nicht nur das Jahr, das geht;
es geht auch die Unschuld, die nur Gutes versteht;
es geht und vergeht kindliches Vertrauen an Liebe,
und durchblickende Härte ist alles, was verbliebe.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ROTWEIN

Du schmeckst wie Rotwein
herb und zugleich grob und fein
dunkel glühend im Kerzenschein
Ohne Dich fühle ich mich so allein.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

WIR SIND NICHT ALLEIN

Ein Geist geht
Ein Geist kommt
Ich spüre es mit der Empfindung

Ich kann es Dir nicht erklären
Du kannst es mir nicht erklären
Ich spüre es nur mit der Empfindung
und Du auch, kostet‘s auch Überwindung,
spürst es fein

Wir sind nicht allein.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ÜBER KURZ ODER LANG

Ich glaube, wir leben von Phase zu Phase, von Kapitel zu Kapitel. So entwickeln sich unsere Leben. Jedes Kapitel hat etwas, was wir brauchen, und jedem Kapital fehlt etwas, was wir brauchen.

Wir können immer nur nehmen und genießen, was das Leben uns zum jeweiligen Zeitpunkt anbietet. Manchmal hält es lang, vielleicht sogar bis zum Lebensende kurz oder lang, aber manchmal hält es nur bis zu der nächsten Wendung oder bis zum nächsten Seitenwechsel.

Aber trotzdem wird auch dieses zeitweilig tief befriedigen auf seiner eigenen Art und Weise über kurz oder lang. Alles tut kurz gut. Oder auch lang. Wir erleben, wir lernen, wir verändern uns, oder wir werden verändert, ob wir es wollen oder nicht, oder merken oder nicht, über kurz oder lang.

Che Chidi Chukwumerije

TAUSEND

Es gibt tausend Worte
die nichts sagen
Es gibt tausend Orte
die mir nichts sagen
außer:
Du bist nicht da
Du bist nicht da
Du bist nicht da.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DER MITMENSCHEN SINFONIEN

Wenn ein Saxofon schweigt
dann ist es egal wie viele Melodien
in der Luft warten. Das Herz neigt
umsonst der Mitmenschen Sinfonien
wenn alle sich zumachen
anstatt zu verbinden in Seelenharmonien
und aus von Herzen zusammen zu lachen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung