DIE ZWISCHEN GENERATION

Und die Gesellschaft
schwankte zwischen Links
und Rechts, zwischen gerade und
krumm, zwischen Vergangenheit
und Zukunft, zwischen uns und
ihnen, zwischen ‚alle‘
und ‚ein Teil‘, zwischen Sorgen und
Hoffnung, zwischen Zwischen
und Außerhalb…
wie ein Herz am Ende einer alten Beziehung
und vor dem Beginn der nächsten…
– in ihren Augen sind Fragen geschrieben
– in ihrer Seele streiten alte und neue Vorlieben
– in ihren Gedanken ist sie forschend geblieben
– in ihrem Geiste ist sie von Träumen getrieben.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

NEUE MITTE

Wo ist die Mitte?
Ist sie Brauch und Sitte?
Wo ist das Zentrum?
Denn alles ist krumm
Was ist das Bindende?
Ich meine, das Verbindende?

Wie ein älter werdender Mensch
der sich mit seinem sich verändernden
Körper noch nicht anfreunden kann
aber sein Bestes gibt…,
Sucht die Gesellschaft
nach einer neuen Definition von sich,
die Zukunftssinn ergibt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ALLES MUSS ERFÜLLT WERDEN

Tausend Geschichten –
deshalb meine so viele Schichten

Hundert Projekte,
in die ich mich täglich projiziere

Zehn Vereine,
die sich alle in mir vereinen

24 Stunden
drehen viel zu schnell täglich ihre Runden

Und Familie… und Träume
brauchen alle ihre Zeit und ihre Räume.

Alles muß erfüllt werden
in diesem Leben, auf dieser Erde.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

KULTUR DER MENSCHLICHEN NATUR

Wie grün wird die Zukunft?
Grün wie die Natur?
Grün wie alle Parteien?
Grün wie der Neid?
Oder grün wie der Dollar?

Oder alles zusammen.
Und am Ende regiert wieder
Wie immer
Immer noch das Geld.
Natur braucht Kultur zum Schutz.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ENDZIEL EINTRACHT

Wenn alle falsch gehen,
meiner Meinung nach,
gehe ich falsch, wenn ich nicht mitgehe
oder gehe ich richtig, wenn ich mitgehe?

Denn wir wollen ja zusammen ankommen.
Wir müssen ja zusammen ankommen,
sonst ist das keine wahre Ankunft
an unser wahres Ziel.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DIE WENDE

Energiewende
wendet sich gegen wen?
Und wendet sich zu wessen Gunsten?

Der Planet Erde wird davon profitieren.
Doch wer wird dieses Erdreich erben?
Die Milden
oder die Wilden?

Energiewende ohne Soziale Gerechtigkeit wäre:
die tiefste Entwertung der Wissenschaft;
der endgültige Sieg der Reichen über die Armen;
ein Hohnlied gegen Evolution und Zivilisation;
ein tönernes Erz und eine klingende Schelle.

Parallel zur Energiewende
brauchen wir eine Humanitätswende.

Brauchen wir eine bessere Welt für ALLE.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

FELSENMEER

Felsenmeer
Treppengeländer am Berg der unsichtbaren Riesen..
Tummelplatz im Wald der verschwundenen Zwerge..
Heimliches Versteck unserer vergessenen Elfen…

Und nach dem wir die Welt zerstört haben,
die sie uns über Jahrmillionen vorbereiteten,
flüchten wir zu ihrem Felsenmeer
um zu genießen noch einmal
ihre Nähe und ihre Magie.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

UNERFÜLLT

Eine Kerze, die bleibt,
verschwindet
Eine Kerze, die verschwindet,
bleibt

Ein Wort, das behalten wird,
verschwindet
Ein Wort, das gegeben wird,
bleibt und bindet

Jeder Traum und jeder Wunsch,
der am Ende des Lebens
unversucht geblieben ist,
bindet.

Die Friedhöfe sind voll
Häuser und Märkte sind voll
Unsere Erinnerungen sind voll
von erdgebundenen Geistern.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

HOCHZEITSTAG

Die Tage kommen und gehen
Die Hochzeitstage
Liebe basiert zum Teil auf Wiedersehen
Immer wieder im selben Geschehen
Wie Geburts-, Todes- und Hochzeitstage.

Die Tage kommen und gehen
Die Tage unseres Lebens…
Sie verschwinden im Handumdrehen
In Bekanntschaften, Freundschaften, Ehen –
Du hältst Dich an ihnen fest, vergebens.

Die Tage kommen und gehen
Und wir gehen weiter,
Weiterwachsend, bleiben nie stehen,
Hochzeitstage auf Immer Wiedersehen
Wie unsere kleine Himmelsleiter.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

TÄGLICH WEITERBAUEN

Du baust und baust
und vertraust, daß andere
Hände weiterbauen werden nach
Deinem Ende, denn fertig wirst Du nicht.

Du baust und baust
und vertraust, obwohl keiner
in Sicht ist, egal wie lang
egal wie weit Du schaust.

Die Kante des Geschehens bricht ab
wie Kekse, verkrümelt jeden Sonnenaufgang
mit unrealistischen Möglichkeiten, zu klein
zum Greifen und ohne Gewicht.

Doch. Du baust und baust, denn
Bauen an sich ist bereits eine fertige Kunst
und Leben ist ewiglich die eine Baukunst
die Deinen Horizont behaust.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung