Ich kenne die Antwort nicht Wie liest man eines Fremden Gesicht? Wann wird Migration zur Integration? Wann wird Integration zu Assimilation? Wann wird Assimilation zur Selbstverneinung? Wann wird Selbstverneinung zur Selbstverbiegung? Wann wird Selbstverbiegung zum Selbsthass? Wann wird Selbsthass zum Fremdenhass? Wann wird Fremdenhass zum Selbstmord? Wann wird Selbstmord zum geistigen Tod? Wann wird geistiger Tod zur Lebensnorm? Wann wird Lebensnorm zur Ausdrucksform? Sichtbar auf der Gesellschaft Gesicht - Aber wie liest man eines Menschen Gesicht? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
deutsch
SEHNSUCHT HANDELT
Höher als Du ahnen kannst Weiter als Du sehen kannst Alles, was Du haben kannst Es fehlt nur die Brücke namens Sehnsucht Sie ist kein Gefühl Sie ist kein Gedanke Sie ist kein Wort Sehnsucht ist eine Tat Eine tatsuchende Empfindung Sie ist eine herzgeborene Handlung Streben mit Herz und Hand. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ROLLENKOSTÜME
Jede Hülle trägt ihr eigenes Gesicht Jedes Gesicht hat ihre eigene Persönlichkeit Der selbe Text als Lied oder als Gedicht wirkt jedes Mal anders in seiner Wunderlichkeit. Wir alle verkleiden mehrere Rollen - zwischen dem, was wir dringend wollen, und dem, was wir zwingend sollen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NACHT VOR MORGEN
Der morgige Tag liegt wie ein Berg auf Dir Sorgen und Illusionen Deine Gedanken liegen wie Tausend Berge auf Dir Morgen entpuppen sie sich als Illusionen Genießen wir erstmal die Nacht In ihr sind Morgens Schlüssel geborgen- Alles kommt anders als gedacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ABENDZEIT
Der Abend ist die Jetztzeit Sonnenuntergang der Menschheit Schwanengesang der Willensfreiheit - Der Abend ist die Jetztzeit versagend. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
GENESUNG
Ich hörte Stimmen heute Lang vergessen gewähnte Stimmen Und sie waren die Stimmen meiner Stärken. Obwohl sie leise waren, tief in mir Drinnen, starrten die mich alle an, die Leute, als würden sie etwas in meinen Augen merken. Sie erkennen in den Gesehenen den Wiedergenesenen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ÜBER KURZ UND LANG
Alles passiert, kurz, immer am Anfang. Alles andere ist nur der lange Schatten der untergehenden Sonne. Ein Ermatten, in die Länge gezogen. Ein Schwanengesang. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SELBSTSCHUTZ
Wir lachen, obwohl wir ernst sind - Wir lachen, weil wir ernsthaft sind - Zu ernstlich, zu schwer, zu intensiv, deshalb lachen wir, mildernd, defensiv. Wir schweigen, obwohl wir viel zu sagen hätten, denn Worte schmiegen oft die schwersten Ketten - Und sollten wir fallen, wer könnte uns noch retten? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
PARADIESISCH
Obwohl die Vögel laut sangen, hörte der Wanderer lange nur Stille. Nichts störte. Willkommen in der Natur, dort wo der Mensch Zuhause ist und seelenfroh. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
AUF UND RUNTER
Wir landen und starten immer und immer wieder Während wir auf Ankunft warten lassen wir uns nirgends nieder Die Tage sind Bordkarten Täglich geht die Entwicklung weiter Für manche ein Höhenflug Für andere ein Tiefflug Hinauf und hinunter die Himmelsleiter. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
