Wollen wir größer werden? Müssen wir kleiner werden. Die kleinen unscheinbaren Dinge: Schliessen die täglichen Ringe. Lächeln und Guten Morgen sagen der Familie bevors Einsteigen in den Wagen; Den womöglich verletzenden Witz unterbinden Bevor die Worte den Weg über meine Lippen finden; Ein paar herzliche Grüße senden per Handyaustausch mit entfernten Freunden; Die Natur schätzen, schützen, auch im Kleinen - Dem Planeten danken, wir haben nur den einen. In der Wohnung auf unsere Regeln achten - Daran denken, was wir dabei dachten Und selbst wenn andere anders denken als ich, jung oder alt, Respekt, denn sie bereichern mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
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WIEDER AUFZUSTEHEN
Just als sie dachten sie hätten Dich gekreuzigt stehst Du wieder auf - Wohl dem, der Dich beherzigt! Die Tiefe des Menschengeistes seine Vielschichtigkeit hören nie auf zu verblüffen - übertreffen seine Weitsichtigkeit: Du kennst Dich selbst nicht was Du ertragen und überwinden kannst weißt selbst Du nicht - weshalb Du nie dafür planst, nach Deinem Tod wieder zu erwachen wieder zu erstarken und aufzustehen das Vergangene hinter Dir zu lassen und, weise geworden, weiter zu gehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE NACHT IST MEINE
Die Nacht ist meine Freundin Sie trennt sich von mir jeden Morgen versöhnt sich mit mir wieder jeden Abend schenkt philosophische Ohren meinen Sorgen. Wie eine Wand, undurchdringlich schiebt sie sie zwischen mich und gestern macht mich bereit für die Zukunft täglich als wären sie und meine Seele Schwestern. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SOLLEN WIR
Sollen wir uns sollen, wollen wir uns wollen, können wir uns können? Wenn das Ziehen uns gegenseitig zieht, wenn das Sehen uns gegenseitig sieht, wenn die Ruhe uns gleichzeitig entflieht, mögen wir uns mögen? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ICH SAH EINEN BAUM
Ich sah einen Baum Er saß mitten im Raum Atmete kaum Hatte er einen Traum? Felsenfest oder Schaum? Gefangen an der Gesellschaft Saum Ich drucke Dir den Daumen. Überwinde Deine Launen Lausche mit Erstaunen Deiner inneren Stimme Raunen. Die sollst Du hinaus posaunen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
PERSPEKTIVE WECHSELN
Die Größe des Geistes zeigt sich darin, Gleichart im Menschsein erkennen zu können. Auch wenn im Moment anscheinend Wahnsinn herrscht, diesen Gedanken werd ich mir gönnen: Perspektive wechseln, es gibt auch Gewinn im Schmerz, dem fast bodenlosen Brunnen, aus dem wir schöpfen neuen Lebenssinn. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EINE EWIGKEIT
Ewigkeit - ständige Erfüllung der Gegenwart - Wie normal Du Dich anfühlst in diesem Augenblick! Wer könnte denken, dass Du schon überall gewesen warst, In jeder Zeit, an jedem Ort, bei jedem einzigen Geschick? Und überall warst Du gewöhnlich und normal, Hast Dich genau so modern angefühlt wie hier und jetzt! Und dennoch wiederholst Du Dich nie zweimal, Bist in jedem Augenblick neu, unikal zusammengesetzt. Was bist Du? Wir nennen Dich Zeit, doch Du bist zeitlos. Wir nennen Dich Alles, doch Du bist raum- und wesenlos. Was bist Du? Du nimmst uns mit, läßt uns aber auch los. Mitgehen: Jedem seine Entscheidung, jedem sein Los. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LIEBER HERBST
Lieber Herbst, Bist Du das hinter dem Vorhang Aus tiefem Grün? Irgendjemand Macht mit uns einen Scherz, Läßt unsre Augen Den Sommer noch blicken, lange Nach dem seine Schwanengesänge Ihrem Ende langsam neigen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MONDFREUND
Ich suchte einen Mond als Freund der wächst und da ist, wenn ich ihn brauche, und sich zurückzieht und verschwindet wenn ich in mein Alleinsein wieder eintauche. Denn ich beziehe meine Kraft mal aus der Freundschaft mal aus dem Alleinsein - Hauptsache echt sein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TEIL
Wir gehen denselben Weg - Siehst Du mich auch? Oder denkst Du, das ist bloß nur ein Schatten Deiner Gedanken? Wir lieben dieselbe Frau - Siehst Du ihre andere Hand in meiner? Oder denkst Du, sie greift nach Luft? Wir rauchen dieselben Idealen - Siehst Du, wie sie mich beflügeln? Oder Denkst Du, das ist nur Rauch da oben? Das bin ich aber, weder Schall noch Rauch, Teil dieses Unerklärlichen namens Moderne - Teilträger unseres Schatzes. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
