Es herbstet
als erstes
immer im Herzen
Die Empfindung färbt
die Gefühlswälder
durch Gedanken ernst
und reif und herb
Das Herz blättert
durch und weiter, fährt
hinein ins Gedächtnis.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es herbstet
als erstes
immer im Herzen
Die Empfindung färbt
die Gefühlswälder
durch Gedanken ernst
und reif und herb
Das Herz blättert
durch und weiter, fährt
hinein ins Gedächtnis.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ein Land, zwei Seiten Eine Seite, zwei Länder Deutschland Deine weiten Tiefen sprechen Bänder. Das, was Du hasst, ist ein Teil von Dir, weil Du es hast tief in Dir und tief in mir. Das, was Du hast, ohne es zu beachten, ist‘s, was zu Dir passt - Nur tiefer beobachten. Die Gleichart ist tiefer als gedacht und verdient nicht so viel Verdacht und verdient nicht so viel Verdacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es ist eine lange Reise Die innere Stimme ist leise Aber ihr Widerhall ist laut Er kommt mit den Jahren in Lehren, die wir erfahren und geht uns unter die Haut Die Haut wird alt, ergraut Die leise Stimme wird laut Vom Leben bestätigt mit der Zeit Und am Ende der Reise ruhig geworden und weise bist Du endlich für den Anfang bereit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es war mal ein Geist So groß wie ein Berg Er bewohnte einen Körper So klein wie ein Zwerg Er hatte Gedanken So hoch wie ein Baum Aber seine Stimme Füllte kaum einen Raum Er half vielen Menschen Aber sie wussten es nicht Denn er machte es heimlich Zeigte nie sein Gesicht Er möchte nicht, daß Du Entdeckest, wer er ist… Er will nur, daß auch Du Ein bescheidner Diener bist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Was macht einen Mensch wertvoll? Geld? Macht? Waffen? Schönheit? Aber alles Haben verlangt sein Soll. Wahrhaftigkeit. Liebe. Bescheidenheit. Manche finden den Zugang zum Geldfluss Und sind dann „reich“. Andere nicht. Manchen haben Macht und deren Genuss Und werden hart und weich. Viele nicht. Manche sind körperlich schön - zum Verdruss. Denen ist alles gleich. Den meisten nicht. Doch gut sein und wahr sein und bescheiden sein Ist kostenlos. Das können alle sein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Gedanken sind unfrei, gebunden an Neigungen, an Hängen und an Lastern, an Wunden und Erinnerungen - Die Gedanken sind unfrei, gefesselt an Vorurteilen, an Voreingenommenheiten, gewurzelt in festen Erdteilen. Die Gedanken sind nicht frei, wie Monde kreisend festgehalten im Bann Deines inneren Selbsts, deren Sinn sie immer enthalten. Die Gedanken sind nicht frei und sie machen nicht frei - Nur das Herz kennt die Kunst der wahren freien Fliegerei. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Gibt es einen Ort - und da würde ich hin, sofort - blau als wäre der Himmel ein Kleid gefertigt aus Freude, gewaschen aus Leid, an- und ausziehbar wie aus Seelentiefen ein Lächeln, das suchende Augen riefen, fern und fließend im Wind wie ein Traum, ruhig und festsitzend wie ein uralter Baum, eng anliegend wie ein verbindendes Eid, ein unendlicher blauer blauer Raum… fast eine Erinnerung, in der wir schliefen… Gibt es irgendwo diesen Ort? Da würde ich hin, und sofort. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Am Leben bleiben durch Schreiben.
Das Empfundene zu denken reicht mir nicht.
Auch reden mag laut scheinen, schreiben stumm,
doch Schweigen umfasst das ganze Universum.
Summa Summarum:
Schreiben ist die Welt mir einverleiben,
ist mich der Welt hinterlassen – des Dichters Pflicht.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Dem Tode so nah Tag für Tag und heute auch. Dem Verzagen-hauch beinah ich erlag, meine Stärke übersah. Bis es geschah: Immer wenn ich wag, die letzte Kraft verbrauch: Ein Gefühl im Bauch Empfindungsschlag Ich bin wieder da! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Auf die Schnelle hole ich mir ein Stück Langsamkeit aus der Mittagspause heraus - Eine Stunde ausgedehnt durch Insichgehen. Ein verinnerlichter Moment in der Ferne ist wie eine Ewigkeit Zuhaus. Aus dem Fenster schauend betrachte ich das Vollenden des Waldes Belaubung in seiner Unaufhaltsamkeit. Lang lebe das Wachsen Lang lebe das Reifen Lang lebe die Langsamkeit. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung