Stell Dir vor, Du gerietest jetzt in Kriegsgefangenschaft… Ich meine jetzt! Jetzt! Während Du unterwegs nach Hause bist - Noch bevor Du ein letztes Mal zum Handy greifen kannst und Deiner Frau oder Deinem Mann oder Deinen Kindern oder Eltern oder Geschwistern oder Freunden sagen kannst… bist Du weg. Weg. Weg! Frieden. Leute, Frieden! Je länger die Kriege andauern, desto einfacher ist es, Gebiete weiter zu erobern, Menschen weiter verschwinden zu lassen, Waffen weiter zu verkaufen, die Umwelt weiter zu zerstören, Volkswirtschaften weiter zu verzerren, die Armen noch ärmer zu machen, Menschenrechte weiter zu schmälern, Träume weiter zu töten. Frieden, Leute, Frieden! Wir brauchen mehr Streitschlichter und weniger Kriegsanfeuerer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Dichtung
Saisonwende (für Che)
der winter wird welk der herbst reist ab die nächte kühl die nichts sagen sagen wir kriegen das hin wer jetzt kein haus baut heißt rilke ist ein …
Saisonwende (für Che)
Danke an Bagatellenschmied – aka Herr Hilibi kauft sich einen Hut – bei http://www.herzloseblaetter.wordpress.com! 🙂
DIE STUNDE DER SCHWACHEN
Gedanken wie Hintergrundgeräusche die die aufkeimende Empfindung stören - Ich kann sie weder hören noch hellhören Aber ich kann sie sehen, hell, sehen wie sie schweigt, Mutter meiner tiefsten Ideen, jedes Mal, wenn ich sie enttäusche. Und ich kann sie hören, sehen, spüren wenn ein Tausend wirre Gedanken mich nicht bringen können zum Schwanken. Die Wunde der Starken ist die Stunde der Schwachen und umgekehrt. Das System muss was machen wenn Gegensätze sich berühren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SAISONWENDE
Grün wie Hoffnung verwelkend Ein Sommer des Lichtes Jahrzehnte des Friedens Sozialgerechtigkeit in der Gesellschaft Feiern ihr Saisonende. Der Herbst ist vieles: Er ist bunt, Reif, er ist herb und kalt, schließlich zieht er sich und uns alle aus. Wer wenig hat, dem wird viel genommen. Wer alles hat, dem wird alles gegeben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SUMMA SUMMARUM: SCHREIBEN
Am Leben bleiben durch Schreiben.
Das Empfundene zu denken reicht mir nicht.
Auch reden mag laut scheinen, schreiben stumm,
doch Schweigen umfasst das ganze Universum.
Summa Summarum:
Schreiben ist die Welt mir einverleiben,
ist mich der Welt hinterlassen – des Dichters Pflicht.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KEINE ZEIT SPÄTER
Keine Zeit später diese Gedanken zu lesen und nieder zu schreiben was einst nie gewesen. Keine Zeit später mich zu suchen und finden und Nicht-empfundenes nachträglich zu empfinden. Keine Zeit später später Zeit zu haben Vergangene Gegenwart aufzunehmen als wären wir noch Knaben. Ich habe heute keine Zeit gestrig Versäumtes nachzuholen. Morgen bringt neue Blumen. Heut Verpasstes ist der Zeit gestohlen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
REIFEN VERKRAFTEN
Die Niederlagen werden die Türe sein in Orte hinein, die den Siegen verschlossen sind - Die schönsten 0rte, an denen Du, allein, heranreifen darfst als inneres Kind. Keine Niederlage ist eine zu viel; Je tiefer wir fallen, desto höher steigen wir - Entwicklung ist das wahre Ziel, wenn wir ehrlich sind, und dazu neigen wir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FLUGREISE
Wir flogen durch die Wolken ein Stück, wie eine Idee durch unsere Gedanken zieht. Wir blieben der Wolken als kurze Erinnerung zurück und verschwanden wie eine Idee, die den Gedanken entflieht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
STERBEN VERWEIGERN
Fast hast Du mich umgebracht Ich überlebte Es hat Dir nicht geschmeckt, zu sehen Wie eine Empfindung mich wieder belebte Ein Gedanke: Auch ich bin jemand Auch ich bin jemand Genau so, wie ich bin. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SICH VERTRAUENSVOLL UNTERHALTEN
Jedes Herz braucht einfach jemanden mit dem es reden kann. Mehr nicht. Ein Herz, reif wie der Herbst, unverstanden, wohnt im Erwachsenen und Kind, außer Sicht. Außer sich vor Einsamkeit in sich. Niemanden haben, mit dem es reden kann. Der Winter naht, schweigsam, dürftig, durstig nach der Zweisamkeit Gespann. Denn jenseits der Gewalten von Pflichten und Ideologien und Trieben: Sich lieben ist sich vertrauensvoll unterhalten und sich vertrauensvoll unterhalten ist sich lieben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
