Es gibt Menschen sie lächeln immer aber in ihren Augen leuchtet kein Schimmer Traurigkeit tarnt sich als Freude regelmäßig Im Verhalten sanguinisch Im Herzen melancholisch Ich liebe Dein Lächeln aber die Einsamkeit in Deinen trüben Augen Erfüllt mich mit Traurigkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Dichtung
GEDANKENTAUSCH
Ich höre meine Gedanken nicht Ich höre Eure und die sind auch schön Sie sprechen von Neugier und Rücksicht Sie fühlen sich an wie ein Gedicht Bodenständig und schwebend in den Höhen Beides Gleichzeitig. Soll ich mich Euch öffnen? Nein? Soll ich mich Euch öffnen? Ja? In der Menge fühle ich mich oft allein - Manchmal ist es besser, fremd zu sein Für Berührung zu weit, in der Sehnsucht nah Sich anziehend gegenseitig. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ZWISCHEN SONNENUNTERGANG UND MITTERNACHT
Wenn die laute Stadt leise wird,
nachdenklich, beobachtend,
verlegen, häuslich fast, ein Herd…
Nordend, Westend, Ostend
und Frankfurt-Süd fahren runter…
Die Gemüter, tagsüber so munter,
werden schweigsamer – bunter
werden nur Liebesmut und Dichtergeist.
Weißt Du, wie dieser Moment heißt?
Zwischen Sonnenuntergang und Mitternacht,
wo die Welt schon müde ist aber noch wach,
das Herz schon lächelt aber auch noch lacht,
die Stadt noch vielfältig ist aber jetzt einfach.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DAS GLEICHARTIGE
Die Scheinwerfer sind meine Straße Die Nacht bildet mir eine Gasse Durch meine Gedanken Um frei zu werden vom Zanken Such Dir vor allem Deine gleichartige Klasse „Mensch“ ist eine Gattung und keine Rasse. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
AN DAS WEIBLICHE
Wäre Ahnung eine Person, dann wäre sie ein Weib. Wäre Tiefe ein Körper, bestimmt ein weiblicher Leib. Würde Heim, würde Heimat Form nehmen genau, dann stünde vor unseren Augen eine warme und tiefe Frau. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ALT WERDEN UND JUNG BLEIBEN
Mein Kopf ist müde und möchte schlafen Mein Geist ist unruhig und möchte aufwachen Mein Kopf will sich einfach nicht mehr aufraffen Mein Geist will rennen erleben, leiden und lachen Mein Körper wird täglich langsamer Mein Geist wird täglich schneller Mein Augenlicht schwindet Meinem Geiste wird alles heller Alt werden ist das Tor zum jung bleiben - Danach ist Davor… schwer mit Worten zu beschreiben. Die Gegenwart will die Ewigkeit einverleiben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MENSCHENWELT
Die Welt wird zusammen kommen in Deiner Welt Und Deine Welt wird sich verbreiten über die ganze Welt Und überall, wo die Welt ist wirst Du Dich Zuhause fühlen, wenn Du mit dem Herzen hörst… Und überall, wo Du Zuhause bist, wirst Du die ganze Welt spüren, weil Du der ganzen Welt gehörst. Zu allen glokal spielenden Akteuren: Irgendwann, hoffentlich, sind wir reifer und finden unsere Gleichart viel leichter mehr im Inneren als im Äußeren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WELTORANGE
Die Welt fühlt sich klein an eine Orange, die wir schälen und essen und schmeißen die Kerne weg und vergessen prompt die Milliarden Seelen die aus dem Boden unserer falschen Taten wieder Form nehmen um uns zu quälen. Wir sehen nur die Orange und nicht den Lebensbaum von dem wir sie stehlen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DIESE EINE PERSON
Es gibt immer diese eine Person für jede Person, die die einzige Person ist, die die wahre Person in dieser Person zum Leben, zum Leuchten, zum Lachen, zum Lächeln, bringt, weil sie alle Hemmnisse niederzwingt, in das Herz dieser Person tief eindringt und dafür sorgt, daß es wieder singt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
TIEFE UND SPASS
Wenn der Tag vorüber ist, fängt die Nacht an, nicht davor - Wenn die Nacht vorbei ist, fängt der Tag an, nicht zuvor - Genieß Deine Freude in vollem Maß - Verinnerliche Deine Traurigkeit ganz - Die eine, Tiefe; der andere, Spaß - Das Leben ist ein Tanz mit Substanz. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
