Schätze schätzen Sätze mit Bedacht einsetzen Auch gut gemeint kann verletzen Beziehungen richtig einschätzen Hassworte kann man nicht zurücksetzen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Dichtung
ZWEI WEGE IN EINEM
Meine Schuhe kennen nicht den Weg. Ich aber. Ich kenne nicht den Weg. Meine Schuhe aber. Ich weiß, wo der Weg lang geht. Sie wissen, wie sich der Weg anfühlt und wie man den Weg geht. Zusammen meistern wir den Weg. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
OFFENE UND GESCHLOSSENE HERZEN
Wir landen Ohne daß wir Neues fanden Wir landen genau dort Wo wir einst standen Auch hier an einem neuen Ort Wir bereisen die Welt Und begegnen überall dem gleichen Geist Wir bereisen die Welt mit geschlossenen Herzen Und finden überall deshalb meist Nur die selben Wände, die gleichen Schmerzen. Zeitreisende wissen nicht mehr Weltenwanderer wissen nicht mehr Jenseitige wissen nicht mehr Als Du, wenn ihre Herzen zu sind Und Deins offen. Sie bleiben blind. Du aber wirst immer tiefer, je mehr Du zulässt Auch wenn Du Deinen kleinen Ort nie verlässt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NACHTFLÜGE
Tags fliege ich dahin wovon ich nachts nur träumen kann Nachts fliege ich dorthin wovon ich Tags nur träumen könnte könnte ich mir bewusst irgendetwas gönnen woran ich tagsüber aber mich nicht erinnern kann denn nachts fliege ich Heim. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
GIESSET DIE BLUMEN
Alle diese Gedanken, die wir denken, in die Welt setzen, was geschieht mit ihnen? Die die ätzen, vernichten, verletzen. Wir kommen und gehen aber unsere Gedanken bleiben wie unsichtbare Wolken die verdichtend nicht weiter treiben. Gedanken der Habsucht, der Ichsucht und der Selbstsucht, Gedanken der Eigensucht und weniger der Lichtsehnsucht. Ab und zu in der Wüste hier und da ersprießt unerklärlich eine einsame tapfere Blume. Halte durch, Du bist unentbehrlich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ÜBER DICH
Wie kann ich Dir helfen? Sag es mir ruhig. Wenn Du mir weh tun willst, ja, auch das tu ich. Wärst Du dann glücklich? Erkläre es mir bitte Was gibt Dir meine Stärke gegenüber Deine Tritte? Denn schwach bin ich nicht. Du darfst mich verletzen wenn Du das brauchst um mich einzuschätzen. Was Du aber mit mir machst wenn Du über mir bist, sagt mir wiederum alles, was über Dich zu wissen ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
GRENZLICH
Grenzen machen Menschen Menschen machen Grenzen Grenzen machen Menschen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
PROGRESSION
Abstand ist besser als unechte Nähe. Was ich weiß, ist anders als was ich sehe. Jedes Mal, wenn ich mich umdrehe, sieht die Vergangenheit anders aus. Zu denken, das war mal mein Zuhaus, sonderbar. Gut, daß uns die Gegenwart fern und immer ferner wegzieht vom Gestern. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
OHNE DRUCK KEIN GLÜCK
Du schiebst mich Ich schiebe zurück Wir tanzen das Spiel Von Druck und Glück Es ist Sehnsucht Es sind Triebe Es ist Achtung Es ist Liebe Es ist Kommunikation In Liebe alles geben Und wenn es entgegnet wird In Liebe nachgeben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MACHEN
Wir schaffen schaffen lieben lieben vergeben vergeben verschieben verschieben Und hören niemals auf Bis wir ankommen Und hören niemals auf Bis wir ankommen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
