Ich hörte Stimmen heute Lang vergessen gewähnte Stimmen Und sie waren die Stimmen meiner Stärken. Obwohl sie leise waren, tief in mir Drinnen, starrten die mich alle an, die Leute, als würden sie etwas in meinen Augen merken. Sie erkennen in den Gesehenen den Wiedergenesenen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Dichtung
ÜBER KURZ UND LANG
Alles passiert, kurz, immer am Anfang. Alles andere ist nur der lange Schatten der untergehenden Sonne. Ein Ermatten, in die Länge gezogen. Ein Schwanengesang. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SELBSTSCHUTZ
Wir lachen, obwohl wir ernst sind - Wir lachen, weil wir ernsthaft sind - Zu ernstlich, zu schwer, zu intensiv, deshalb lachen wir, mildernd, defensiv. Wir schweigen, obwohl wir viel zu sagen hätten, denn Worte schmiegen oft die schwersten Ketten - Und sollten wir fallen, wer könnte uns noch retten? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
PARADIESISCH
Obwohl die Vögel laut sangen, hörte der Wanderer lange nur Stille. Nichts störte. Willkommen in der Natur, dort wo der Mensch Zuhause ist und seelenfroh. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
AUF UND RUNTER
Wir landen und starten immer und immer wieder Während wir auf Ankunft warten lassen wir uns nirgends nieder Die Tage sind Bordkarten Täglich geht die Entwicklung weiter Für manche ein Höhenflug Für andere ein Tiefflug Hinauf und hinunter die Himmelsleiter. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EWIG LEBEN
Lohnt es sich an Gott zu glauben? Lohnt es sich an Gott nicht zu glauben? Wo bleibt der Frieden Deines Herzens? 80plus Jahre können doch nicht alles sein. Der Brennstoff in mir braucht eine Ewigkeit Und würde immer noch nicht alle sein. Spürst Du es nicht in Dir? Dieses Ewig-bestehen-Können Ewig-sein-Seien, Ewig-leben-Dürfen? Spürst Du es nicht auch in Dir? Der Ewige hat Dich heraus gegeben Und Dich erlaubt, fort an zu leben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NACH DEM DER LÄRM DER STILLE GEWICHEN IST…
Nach dem der Lärm der Stille gewichen ist, Und die Zeit zum Suchen verstrichen ist, Und die Seele endlich ausgeglichen ist, Spüre ich Dankbarkeit in mir für den Schmerz, Für die Reise, für mein wachgerütteltes Herz, Denn es zieht mich nun innig Heimwärts - Dorthin, wo mehr Nähe zum Göttlichen ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ALLEINE LAUFEN
Du musst alleine laufen wenn Du die innere Stimme hören willst Gott wird Dich mit Alleinsein taufen während Du aus Deinem Suchen schwillst Deiner Stärke entgegen. Beim sich zur Vollblüte regen Ist Alleinsein oft ein Segen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
VIELVERSPRECHENDE NÄCHTE
Sprechende Nächte
Flüsternde Brisen
Küssende Freunde
Vertrauen ohne Ende
Vertraute Krisen, geteilt
Geheime Mächte
freundschaftlicher Geflechte,
nie gelangweilt.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
AUSGEBREITET
Die Welt vor mir ausgebreitet Ein Geist, der auf ihr reitet Meine Sehnsucht ausgeweitet Für die Reise vorbereitet Eine Freude, die mich begleitet. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
