Die Nacht zieht sich an
Zieht mich an
Zieht sich aus
Mich auch.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Nacht zieht sich an
Zieht mich an
Zieht sich aus
Mich auch.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ein Spiegel sieht sich selbst nimmer
Auch Seelen tragen Kontaktlinsen
nur wissen sie es nicht. Wer immer
glaubt, Andere seien stets schlimmer,
schuldet dem Leben eigene Zinsen.
Du kannst gegen das Selbstbild
eines anderen nie gewinnen.
Blindfahrer stoppt kein Stoppschild
Mitmenschen werden zum Freiwild
Denn Sehen entspringt dem Sinnen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Du trägst eine Nation in Dir Aber trägt Dich die Nation in sich? Du trägst eine Art in Dir drinnen Aber spiegelt nach Außen diese Art Dich? Nur die Zeit ist Deine wahre Freundin - Sie wird Dich noch sichtbar machen, Lange nach dem alles was Dich nicht sieht Verschwunden und unsichtbar geworden ist. Sie wird Dich weiter leben lassen, Nach dem Du längst weg zu sein scheinst. Jeder, der mit dem Herzen lebt Und mit ganzem Herzen strebt, Der webt mit den Fäden der Zeit, Der Klebt sich fest an die Ewigkeit, Nicht umsonst ist sein Leid. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Jede Welt vorgestellt wird sofort echt Auf die Beine gestellt belebt und erhellt erhält ihr Recht Wer hätte gestern gedacht daß die heutige Welt unsere Zukunft bereits war? Was kommt morgen? Welcher unserer heutigen Gedanken wird morgen unsere Zukunft sein? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Der Laternenschein fällt auf die Straße und es ist Nacht in der schmalen Gasse und Schweigen, das ich wie Stoff erfasse Eine Raum erfüllende umhüllende Masse von Blicken, die ich weder liebe noch hasse nur ertrage beim Trinken meiner letzten Tasse bevor ich ohne Worte die Café verlasse. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es liegt viel tiefer als mancher denkt, der Haß. Doch tiefer noch liegt die Liebe, sie senkt ihr Wesen bis in den Grund der Volkesräson und vervollkommnet unseren Bund. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Du bist immer die erste
Und bleibst doch die letzte
Die erste, die kommt
Die letzte, die ankommt
Warum bist Du hier
Und kommst nicht näher?
Warum schaust Du mir ins Gesicht
Und siehst mich doch nicht?
Warum liebst Du mich
Und hasst mich tatsächlich?
Warum hasst Du mich
Und liebst mich tatsächlich?
Was suchst Du in mir?
Ein Klischee? Ein Untertier?
Oder die Welt jenseits von Dir?
Sorry. Keines davon findest Du hier.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Das Herz brennt,
doch kalt bleibt die Welt –
Die Sonne scheint,
doch die Welt wird nicht erhellt –
Der Mund lacht,
doch die Welt? Einsam eingestellt.
Das Äußere macht viel,
aber nur das Innere zählt.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
I’m Don‘t swim inside me
I’m not your lake
Go fishing instead
What you like, take –
When you’re done,
detach and walk on
and leave me alone.
Che Chidi Chukwumerije
Poems from the inner river
Der Abend war ein Auto
ein selbstfahrendes
Er brachte mich an Orte
an denen ich noch nie war
in der Stadt
und in mir.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung