Der Abend war ein Auto
ein selbstfahrendes
Er brachte mich an Orte
an denen ich noch nie war
in der Stadt
und in mir.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Der Abend war ein Auto
ein selbstfahrendes
Er brachte mich an Orte
an denen ich noch nie war
in der Stadt
und in mir.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
In einer Fremdstadt
Das einzige, was uns trennt
ist eine Glasscheibe
Das einzige, was uns verbindet
Ist eine Glasscheibe.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Mein Schweigen
verunsichert Weiße Menschen –
Mein ernstes Gesicht,
eigentlich mein normales Gesicht,
scheint wie ein Gewicht zu wirken,
wie Kummer oder ein Gericht.
Bist Du müde? Nein.
Biet Du traurig? Nein.
Bist Du wütend? Nein
Bist Du verletzt? Nein
Ich kann nur nicht ständig lachen
wie ein Clown und nach lustig machen
während hinter melnem Gesicht
es entsteht schweigsam ein Gedicht.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EXISTENZ
Wozu brauchen wir noch Menschen?
Generative künstliche Intelligenz
kann uns ja hervorragend ersetzen –
zunehmend ominös diese Präsenz.
Übernimmt für uns das tiefere Denken,
bestimmt selbst unsere Präferenz.
Wozu brauchen wir noch Menschen?
Bald gibt’s keine mehr in Existenz.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Und dann hast Du uns erlöst, plötzlcher Regen in der Sommernacht - Pitipatapitipata, sanft, aufgelöst wie eine Stimme, die stöhnt und lacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es ist nicht lustig
es ist das Leben
Egal wie laut wir lachen
ist es ernst eben
Warum bist Du hier?
Weder Ämter noch Gelder
noch Rum noch Genuss
halten jung. Du wirst älter.
Du wirst sterben
Dein Körper wird zerfallen.
Werde ernst und rette Deine Seele –
Du brauchst niemandem gefallen.
Das Leben ist ernst
Das Leben danach noch ernster
Die Erde, Deine Schule,
ist nur ein kleines Zeitfenster.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Sei glücklich. Mach Dir keine Sorgen um mich. Du kannst mir nichts geben Außer eines: Lass mich nur mein Leben leben Und Du Deines. Und bist Du darin and dabei glücklich, So erleichterst und befreist Du mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wollen wir sollen? Sollen wir wollen? Die Steine sind am Rollen. Alles hat seinen Preis. Frieden ist der Beweis - was der Verlierer immer weiß. Etwas musst Du aufgeben - und kannst‘s nie wieder aufheben - für Dein neues Leben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Du musst deine Tage füllen
mit tausend Erfüllungen,
denn Menschengeist, Du
findest nur dann Ruh,
wenn Du in Bewegung bleibst,
stets empfindest und treibst,
erfüllend ein endliches Erdenleben
mit endlosem geistigen Streben.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Daß so viel Schönheit so viel Tiefe fehlen könnte, beweist uns die Jetztzeit, wo sich das Künstliche krönte. Mit der KI sieht‘s vollkommen aus, dennoch fehlt irgendwas. Auch sie jagt nur den Applaus, ihr gegeben als Richtmaß. Seltsam, das Vollkommene fühlt sich irgendwie unvollkommen an. Selbstverständlich. Denn die Ki fügt sich ein, passt sich uns vollkommen an. Zurückgedrängt, die Empfindung. Bemächtigt, die Geltungssucht. Erleichtert, Betrug und Verwirrung. Analog-bleiben wird zur Realitätsflucht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung