Jedes Gedicht fängt mit einem kurzen Bild an, das ich mit dem ersten Ausdruck schnell festhalte. Jedes Gedicht fasst einen tieferen Begriff zusammen, den ich bis zum letzten Ausdruck langsam entfalte. Jeder Tag fängt mit neuer Hoffnung im Herzen an, die mit der Morgendämmerung erwacht und sich regt. Weil ich geboren wurde, trag ich in mir ein hohes Ziel und mein Leben einen Sinn, der mich wechselwirkend trägt: Den Willen Gottes zu finden, zu begreifen, Ihm zu dienen, auch und vor allem in dieser modernen Zeit Ihn zu erfassen; bei all den Herzesthemen, die uns zerreißen, den übergeordneten Gral nie aus dem Blicke zu lassen. Die Morgentauben grüßen euphorisch den neuen Tag - an ihrer Inbrunst tut meine Tatkraft sich durstig laben. Bis der Nachtgeist mich wieder in seine Ruhe hüllt, will ich durch Erleben mehr Klarheit mir gesichert haben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
über Gott
DEINES PFEILES ZIELSCHEIBE
Ob Du es magst oder willst oder nicht kommt der Augenblick als wär‘s seine Pflicht - Und je länger er gärt, bevor er kommt, desto reifer die Ernte, aus der er strömt. Nichts, was ein Menschengeist sät, kehrt nicht einst zurück wie ein Komet, kommt er früh oder kommt er spät. Denk daran, wenn Du heute böse tust - Deines Pfeiles Zielscheibe ist Deine Brust. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EINE TIEFERE SCHÖNHEIT
Irgendwas kommt von Oben. Wir spüren es und können es Nicht einordnen hier im Groben. Wir empfangen es, nennen es Viele Namen. Ich empfinde es Als die Anziehung der Schönheit. Ich bereise die Welt und finde es In der Sehnsucht der Menschheit Überall zum Ausdruck gebracht, Mal mehr, mal weniger gelungen, Als hätte Gott einmal liebevoll gelacht Und die Kulturen haben nachgesungen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SEIN WORT IST WICHTIGER ALS SEIN BLUT
Alle denken an das Blut. Aber wer denkt an das Wort? Die wahre Erlösung beruht nicht aufs Blut, sondern den Mut zu leben nach dem Christuswort. Wiederauferstehen durchs Wort, gelebt, ist der Erlösung Attribut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ANDERS
Ich sehe die Welt anders. Ich sehe, daß wir mehrmals leben, dabei Wechselwirkungen erleben, als möchte uns das Leben vergeben, gäben wir uns nun anders. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
JEDES MAL, WENN ICH FLIEGE
Jedes Mal, wenn ich fliege, empfinde ich Dankbarkeit - Gott gegenüber, dem Ursprung natürlicher Gesetzmäßigkeit; Den Entdeckern gegenüber, denn die opferten ihre Lebenszeit; Den Erfindern gegenüber, die weiter tüfteln in mühsamer Arbeit; Den Wesenhaften gegenüber für ihr unsichtbares, treues, Geleit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GENERATIONENÜBERGREIFEND
Wir fangen bei jeder neuen Generation wieder von Null an, als hätten wir nicht bereits in der jeweils vorherigen Generation alles gegen Hass getan und seinen Anpassungsanreiz. Sisyphus war kein Mensch, er ist die Menschheitsgeschichte - Die Hartnäckigkeit unserer Tendenz zu reinkarnieren unsere Bösewichte. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TAFELBERG

Tafelberg Mahlzeit Unsichtbare Riesen Götterspeisen Menschenzwerg entweiht diese Felsen und Wiesen wo Wolken kreisen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung






DIE WELT IST NICHT GROSS GENUG
Die Welt ist nicht groß genug Der Geist, er trachtet nach Unendlichkeit Die Welt ist nicht alt genug Der Geist, er versteht nur die Ewigkeit Und fliegt und fliegt und reist und reist Erschöpft sich an der materiellen Schöpfung Doch die Welt ist nicht reichhaltig genug Und er findet nirgends seine Befriedigung Außer an diesem einen Orte Bühne des innersten innigsten Geschehens Tief in seinem eigenen Geiste Blüht der Bruchteil eines tiefen Ahnens Dort, wo er den Drang findet Zum Geben in wahrer Selbstlosigkeit Dort wo er die Verbindung empfindet Zur Erkenntnis Gottes unerreichbarer Heiligkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
