Die ganze Welt kam zusammen untereinander aber anstatt sich besser zu lieben, hat das gegenseitige Erleben voneinander sie zu noch mehr Hass getrieben. Internet und leichtes Reisen beschleunigten die Verbreitung der Vorurteile; Es fanden sich in alten Kreisen neue Menschen zusammen in Windeseile. Das Gesetz der Anziehung der Gleichart wurde der Menschheit zum Fluch und Verderben; Eine eiserne Trennung zwischen zart und hart, zwischen innerem Leben und Sterben. Wir dünken uns fortgeschritten doch besser sind wir dabei nicht geworden; Gefangen in alten starren geistigen Sitten, künstlich intelligente moderne Horden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
über Krieg
OBERFLÄCHE
Katapultiert auf die Oberfläche sind wir geworden Es zählt nur noch die Hautfarbe bei der Seitenwahl Sortiert zum Westen, zum Osten, zum Süden, zum Norden Himmelsrichtungen führen manchmal zur Höllenqual. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SCHUTZENGEL
Wenn Du ahnungslos, freundschaftlich, mitten unter Feinden gehst, naiv und ungeschützt da stehst… denn für Dich ist es selbstverständlich: Hier sind sie alle Mensch und menschlich… Welche Engel beschützten uns ungesehen? Wir merken das Wunder nicht; trotz Dunkel scheinet das Licht. Der Verstand kann es nicht verstehen, Du überlebst und Dir ist nichts geschehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NACHEMPFINDEN AM SONNTAG
Wer zu viel von sich selbst hält, hat zu Gott stets das falsche Verhältnis; Wer sind alle klein - sich vergrößern ist sich noch mehr verkleinern. Im langen Zeitalter der Herrschsucht, sucht die Eitelkeit machtlustig zu herrschen; sucht, den Drang, sich zu beherrschen, zu unterdrücken, macht gierig auf Sieg und Krieg, Sieg ohne Frieden, ohne Zufriedenheit. Nur Frieden ist Sieg - Die Waffe ist die menschliche Friedfertigkeit. Dazu ist die gestohlene Macht machtlos. Denn wer Macht braucht, missbraucht Macht auch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
KULTURKAMPF
Die Fronten sind verhärtet Lächelnde Augen eisiger Freundlichkeit schütteln sich die Hände mit Feindseligkeit Alles wird einseitig bewertet Der gleiche Geist tobt blind auf allen Seiten bringt sich selbst überall täglich zum Leiden Die Welt wird allseitig gefährdet. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SELBST VERANTWORTLICH
Manche sind zum Hassen geboren. Gegen sie hast Du von vornherein verloren, bist Du zum Lieben auserkoren. Es gibt ein Licht, das aber höher ist, das höher als Hass, Politik und Waffen ist; eins, das Gottes, das des Grales ist. In mitten der gegenwärtigen Verwirrung vergessen wir oft unsre wahre Bestimmung: geistige Entwicklung, geistige Wirkung. Lass Dich zum Gruppenhass nie mitreißen gegen die „Schwarzen“ oder die „Weißen“ oder wie die Sammelworte alle heißen. Was Du in der Gruppe tust, belastet Dich. Aber wenn es gut ist, zählt es nur für Dich. Du bist für Deine Ewigkeit verantwortlich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER HASS FÄHRT IM KREIS
Sie fahren im Kreis und kommen da an wo ihre Irrfahrt begann und fahren weiter im Kreis. Der Hass hasst den Hass und der Hass hasst den Hass zurück. Der Teufelskreis endet im Unglück… und fährt weiter. Bodenloser Fass. Bodenlose Fassungslosigkeit. Entweihte Weihnachtszeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung.
HERZ
Wir suchen Lösungen wo es keine gibt - im Sieg. Wer Sieg braucht braucht Krieg. Nur der findet Lösungen der ins Herz eintaucht - und gütig, mutig, vergibt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER HOFFNUNG DIE HOFFNUNG GEBEN
Heute hängt sehr viel Hass in der Luft Ich fühle es und fasse es nicht Das Herz fühlt sich an wie eine Gruft, liegt in der Brust wie ein Gewicht und tastet und langt und schreit und ruft und betet und ringt nach dem Licht. Heute schnappt die Hoffnung nach Luft, WIR müssen der Hoffnung die Hoffnung geben und überbrücken selbst mit Zuversicht die Kluft zwischen dem Tod und dem Leben - Manchmal ist die Hilfe nur ein zarter Duft von Adventskerzen und Tee und Reben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ALS MENSCHEN TREFFEN
Wo können wir uns noch als Menschen treffen? Nicht als Spiegelbilder und Verteidiger der Interessen von Nationen, Kulturen, Völkern, Ethnien, Rassen, Religionen, Gendern, Orientierungen, Ständen, Klassen, sondern einfach als Menschen. Höher als alle diese Identitäten. Verbarrikadiert im Grabenkampf der Identitäten, verloren wie Amnesiekranken in Gruppen-Rivalitäten, gibt es nur noch wenige die für das kämpfen, was wir tatsächlich im Grunde alle sind: Menschen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
