Hör zu! Wer bist Du? Und wo bist Du? Es klingt fast so Als wärest Du irgendwo In meiner Brust Linderst meine Frust. Hör zu! Ja ich höre zu Aber wer bist Du? Ich verstehe Dich nicht Du formloses Gedicht In meiner Brust Herd meiner Wanderlust. Hör zu! Wenn sie reden, hör zu Öffne Dein Ich deren Du Lass sie Dir selbst sagen Die Dinge, die sie plagen In ihrer Brust Fern von allem, was Du tust. Dann weißt Du, was Du tun musst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
über Politik und das Gesellschaftsleben
DER MENSCH IN MIR
Es kommt der Moment Du sagst Dir Und Du sagst es Dir vehement Ein Mensch lebt hier! In mir. Diese Zukunft, von der alle reden Ein Stück davon wohnt in mir Ohne mich keinen Eden Der fehlende Teil steckt hier In mir. Ich wehre mich gegen Unrecht Gegen Ausschluss aus dem „wir“ Und es gibt mir Recht Der Mensch hier In mir! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIR WERDEN UNS FINDEN
Wir werden uns finden Genau dann, wann wir uns nicht erwarten Denn wir sind die blinden Die harten, die wunden, die suchenden, die zarten und vielfältigen Deutschen der Neuzeit. Wir werden uns missverstehen Auf dem langen schmerzvollen Weg zur Einheit Und denken, daß das was wir sehen Menschen unterschiedlicher Arten sind. Ungleichheit Ist die Illusion der Deutschen der Neuzeit. Tiefer musst Du blicken Um mich zu sehen. Ich wohne nicht auf der Oberfläche Einen Gruß darfst Du ab und zu schicken. Horche, ich grüße zurück. Gespräche zwischen deutsche Geister der Neuzeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ALLEIN IN DER MENGE
Es gibt diesen einen Tag Diesen einen Augenblick Während Du mitten in und mit der Menschenmenge läufst In dem Du plötzlich realisierst: Ich bin allein. Du hältst an, stehst still Wie ein Tänzer mitten im Schrei Während unzählige Stimmen Wie Schlagzeuge auf Deine Ohren Antworten zu ungestellten Fragen Hart nieder trommeln. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIR HABEN KEINE ANGST VOR DEM RAND
Und hier sind wir wieder Wo wir am Anfang waren Am Rande der Gesellschaft Aber jetzt sind wir gerne da Inmitten unserer eigenen Scharen Im Herzen unserer Gesellschaft Ausgegrenzte sind nie ausgegrenzt Sie bilden sich zu einer wunderbaren Neuen Parallelgesellschaft. Deshalb, öffnen wir unsere Herzen wirklich Der Idee einer ehrlichen wahren Sich gegenseitig erlebenden Gesellschaft. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER DUFT VON WASSER
Luft! Luft! Luft! Euer Wasser ist blau Ist klar, ist sauber, ist schön… Aber ich kann nicht atmen - Ich muss auftauchen! Luft! Luft! Luft! Euer See ist eine Kluft Die uns trennt Euer Meer an Mehr ist eine Gruft In der meine Seele wie Asche brennt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GEBEN UND NEHMEN
So viel zu geben Kein Abnehmer So viel benötigt Kein Abgeber Angefangen von Vertrauen Bis zum sich gegenseitig in die Augen schauen Und Eine Gesellschaft zusammen aufbauen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TÄGLICH SCHWARZ
Ich weiß nicht Wie der Tag das macht Mich verändert Bis vor Mitternacht Ich weiß nicht Wie die Gesellschaft es schafft Täglich mir zu nehmen Und zu geben Kraft Ich weiß nicht Wie das Leben das kann Jeden Tag zu zaubern Aus mir einen neuen Mann Nur eines weiß ich Diese dunkle Haut Ruft die vermittelnden Erlebnisse Täglich und laut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MORGEN IST HEUTE
Ich stellte mir heute die Zukunft vor Sie war ein Haus des Friedens Ein Lächeln, eine Fähigkeit zu verstehen Menschenarten gleichartig und verschieden Dann stellte sich mir heute die Zukunft vor Sie war zwei Menschen Einer nennte mich Engel, einer mich Teufel Gegen beide mußte ich kämpfen Jetzt stelle ich mir keine Zukunft mehr vor Die Gegenwart ist viel wichtiger Viel witziger, viel hitziger, viel flüssiger Viel farbiger, häufiger, und viel wirklicher. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FERN UND NAH
Die Welt ändert sich schneller als unsere Clichés hinterher laufen können - Brülle sie so laut wie Du magst sie zerflattern wie Rauch im Winde. Schwarze entsprechen ihren Clichés nicht Weiße entsprechen ihren Clichés nicht Männer nicht, Frauen nicht, Schwulen nicht Fremde, Behinderte, Obdachlose, alle nicht. Niemand ist noch das, was er sein soll. Und als ich die Verwirrung in allen Augen sah dachte ich mir, wie fern wir voneinander sind und doch so nah. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
