Es ermüdet, täglich auf der Hut zu sein. zu bangen; Feindseligkeit statt Freundlichkeit aus viel zu vielen fremden Blicken zu empfangen, Angriffe aus dem Nichts. Hinterhältigkeit. Es enttäuscht, nicht vertrauen zu können; den nächsten Dolchstoß ständig zu erwarten; Wenige zu kennen, die Dir Gutes gönnen; begriffen zu haben, Du gehörst zu “Fremdarten”. Es macht Dich stark und schwach zugleich; Du darfst zart sein aber niemals weich; wirst Armut überleben aber wirst nie reich. Zwischen Euch liegt ein unsichtbarer Teich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
über Politik und das Gesellschaftsleben
EIN LAND
Ein Land, zwei Seiten Eine Seite, zwei Länder Deutschland Deine weiten Tiefen sprechen Bänder. Das, was Du hasst, ist ein Teil von Dir, weil Du es hast tief in Dir und tief in mir. Das, was Du hast, ohne es zu beachten, ist‘s, was zu Dir passt - Nur tiefer beobachten. Die Gleichart ist tiefer als gedacht und verdient nicht so viel Verdacht und verdient nicht so viel Verdacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WIR DAS VOLK
Der Hund dreht seinen Kopf soweit er kann verzweifelt zum Linken und zum Rechten aber seine Schnauze kommt nicht ran Er kann seinen Rücken nicht kratzen Jemand anders muss es für ihn machen. Dann gibt’s Erfolg. Die Politik pendelt von den Linken zu den Rechten Und wieder zurück mit keinem Ende in Sicht Oszilliert zwischen den „Echten“ und den „Echten“ Und trifft die Mitte nicht. Die Nicht-Politischen müssen es machen. Wir das Volk. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EIN NEUER BUND
Ein neuer Bund Basiert nicht auf Blut oder Boden Sondern auf geistigem Grund - Nur das allein führt nach Oben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HERBSTNARBEN
Wenn der Herbst kommt komme ich an Werden die Blätter bunt zeige ich meine wahren Farben Werden die Bäume nackt seht Ihr meine schönen Narben Vertrauen habe ich verlernt In Deutschland irgendwann. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DAS GEWICHT TRAGEN WIR MIT
Das Gewicht der Nation tragen wir mit auf gleichgültigen Schultern ganz egal die Herkunft unserer Eltern packen wir mit an und halten Schritt. Das Gewicht der Nation tragen wir mit auf weitsichtigen Schultern die Werte kennend die Unwertes herausfiltern und stabilisieren langfristig unseren Tritt. Das Gewicht der Nation tragen wir mit auf belastbaren Schultern denn hier leben, hier schaffen, hier altern werden wir, mit verankert im Durchschnitt. Das Gewicht der Nation tragen wir mit auf leichten Schultern leicht gemacht im selbstbewussten muntern Stolz, der alle Lügen erfolgreich bestritt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WENN DU MICH ANSIEHST

Egal was Du siehst wenn Du mich ansiehst siehst Du nicht den Deutschen in mir siehst Du mich nicht. Egal was Du siehst wenn Du mich ansiehst siehst Du nicht den Nigerianer in mir siehst Du mich nicht. Egal was Du siehst wenn Su mich ansiehst siehst Du nicht den Menschen in mir siehst Du mich nicht. Egal was Du siehst wenn Du mich ansiehst siehst Du nicht den Fremden in mir dann siehst Du mich wirklich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
*Vielen Dank an Edith Schwarberg für die tolle Illustration!
UNSERE STUNDE
Wie in Mordor oder dem Imperium, Der Überlegene sieht nur seine Stärke, Begreift allein seine persönlichen Ziele, Kennt nur die Macht seiner eigenen Werke. Die Schwerkraft seiner Arroganz Hält seine Wahrnehmung der Realität Auf sich gerichtet, in sich selbst gefangen, Verpönt Sachlichkeit, verlangt blinde Loyalität. Verteidiger und Verteidigerinnen der Menschheit Werte, Ihr werdet gesucht; Dies ist Euer Kampf zu gewinnen, Jetzt ist Eure Stunde, ergreift nicht die Flucht weg von Eueren Tugenden und Werken. Sehnsucht erfüllt das Herz der Menschheit. Lebt und gebt Eure größten Störken: Menschlichkeit, Wahrhaftigkeit, Einigkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NICHT DAS ERSTE MAL
Die Welt wurde so schnell anders Wir sind alle noch verwirrt - Und dennoch. Es ist nichts besonderes. Die Welt hat sich früher schonmal verirrt… Und nachdem wir den Schock überstanden hatten, haben wir uns als Menschen neu erfunden, und retteten tapfer der Menschheit Schicksal. Bullys glauben immer an die Macht ihrer Waffen und unterschätzen den Menschengeist jedes Mal. Aber auch dieses Mal werden wir es wieder schaffen! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ENDLOSE SCHLEIFE
Ich warte in der Leitung Und die Leitung redet mit mir Als wären wir Gesprächspartner Und trennt mich von Dir. Das, was uns verbinden soll - Sprache, Werte, und so viel mehr - Ist zwischen uns zur Wand geworden, zum unüberquerbaren Meer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
