Wir sind, unter der Oberfläche, eine Gesellschaft - egal was manche sagen. Enger als Gewerkschaft. Die Farben trennen uns nicht, machen uns nicht unvereinbar - Mehrere Züge bilden ein Gesicht, jeder für sich vielleicht unscheinbar, all zusammen eine Bürgerschaft. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
über Politik und das Gesellschaftsleben
SELBST VERANTWORTLICH
Manche sind zum Hassen geboren. Gegen sie hast Du von vornherein verloren, bist Du zum Lieben auserkoren. Es gibt ein Licht, das aber höher ist, das höher als Hass, Politik und Waffen ist; eins, das Gottes, das des Grales ist. In mitten der gegenwärtigen Verwirrung vergessen wir oft unsre wahre Bestimmung: geistige Entwicklung, geistige Wirkung. Lass Dich zum Gruppenhass nie mitreißen gegen die „Schwarzen“ oder die „Weißen“ oder wie die Sammelworte alle heißen. Was Du in der Gruppe tust, belastet Dich. Aber wenn es gut ist, zählt es nur für Dich. Du bist für Deine Ewigkeit verantwortlich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
GERISSEN
Deutschland, in Deiner Brust, wahrlich, schlagen stets zwei Herzen - Eins äußerlich, eins innerlich, und beide verursachen Dir Schmerzen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER HASS FÄHRT IM KREIS
Sie fahren im Kreis und kommen da an wo ihre Irrfahrt begann und fahren weiter im Kreis. Der Hass hasst den Hass und der Hass hasst den Hass zurück. Der Teufelskreis endet im Unglück… und fährt weiter. Bodenloser Fass. Bodenlose Fassungslosigkeit. Entweihte Weihnachtszeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung.
HERZ
Wir suchen Lösungen wo es keine gibt - im Sieg. Wer Sieg braucht braucht Krieg. Nur der findet Lösungen der ins Herz eintaucht - und gütig, mutig, vergibt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DASSELBE LÄCHELN
Wenn Du genug Länder besucht hast Wenn Du genug Lächeln gesucht hast und überall wie ein ewiges Darlehen immer wieder dasselbe Lächeln gesehen und zurückgespiegelt hast, na dann… Vielleicht ist da wirklich etwas daran, wenn gesagt wird, daß wir alle irgendwann wieder eins werden werden im Gottesplan. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER HOFFNUNG DIE HOFFNUNG GEBEN
Heute hängt sehr viel Hass in der Luft Ich fühle es und fasse es nicht Das Herz fühlt sich an wie eine Gruft, liegt in der Brust wie ein Gewicht und tastet und langt und schreit und ruft und betet und ringt nach dem Licht. Heute schnappt die Hoffnung nach Luft, WIR müssen der Hoffnung die Hoffnung geben und überbrücken selbst mit Zuversicht die Kluft zwischen dem Tod und dem Leben - Manchmal ist die Hilfe nur ein zarter Duft von Adventskerzen und Tee und Reben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS UNVERÄNDERTE ZIEL
Aus welchem Grund auch immer der Hass entsteht, ist der Boden immer dasselbe. Ob schlimmer, unverändert oder netter die Methoden seiner Austragung bleibt das Ziel das Besitzergreifen vom Vollrecht zum Leben. Ein hinterhältiges Spiel - wer menschlich spielt, wird geschwächt. Die Intoleranz in den Augen-blicken ist noch gar nichts im Vergleich zu dem Würgen und Ersticken tief im Herzen, gültig und gleich - Aber im Internet kommt alles heraus, Haß, Herrscherfantasie, Hässlichkeit; Feigheit wird zu Mut in jeder Maus, Menschen toben in Unmenschlichkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ALS MENSCHEN TREFFEN
Wo können wir uns noch als Menschen treffen? Nicht als Spiegelbilder und Verteidiger der Interessen von Nationen, Kulturen, Völkern, Ethnien, Rassen, Religionen, Gendern, Orientierungen, Ständen, Klassen, sondern einfach als Menschen. Höher als alle diese Identitäten. Verbarrikadiert im Grabenkampf der Identitäten, verloren wie Amnesiekranken in Gruppen-Rivalitäten, gibt es nur noch wenige die für das kämpfen, was wir tatsächlich im Grunde alle sind: Menschen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FREMDBLICKE
Die Augen der Welt sie saugen Dein Selbstvertrauen - Fremdblicke in Fremdenblicken der Nacktheit. Mit Fremdschauen kommt Fremdschämen des Selbsts; stets nachschauend, ob sie zuschauen, Du gibst denen zu viel Macht über Dich, die Dir Deine Freiheit sehend verbauen - sie strafen Dich mit Blicken, die Streife fahren wie Polizisten plötzlich aus den Blauen heraus, Dich im Scheinwerfergericht ihrer Augen fangend, sie werfen den Schein auf und klauen Dir - wenn Du es zulässt - Deine Einsicht, Deine Zuversicht, ja, Dein Selbstvertrauen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
