Flugbegleiter Weltbegleiter Menschenbegleiter Traumbegleiter Schmerzbegleiter Einsamkeitbegleiter Suchbegleiter Ich begleite Deine Neugier Ich begleite Deine Erwartung Ich begleite Deine Unruhe Ich begleite Deine Sehnsucht - Deinen Anfang und Dein Ende kenn ich nicht Aber ich begleite Dich ein Stückweg Auf Deiner Reise. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
über Wanderung und Bewegung
FLUGZEIG
Ich zeig Dir die Welt Jenseits Deines Erlebnishorizonts Wo Deine Gedanken nicht erreichen Da fliege ich Dich hin und zeig es Dir Menschen die ähnlich aussehen wie Du und anders denken Menschen die anders aussehen wie Du und ähnlich sich verhalten Nur ein Flug und ich zeig es Dir und mehr Und wenn Du da bist, zeige ich Dir, aus der Ferne, dort, wo Du her kommst Und Du wirst sehen, Du hast es nie verlassen - Auch das zeig ich Dir mit nur einem Flug: Ich zeig Dir den Weg wieder zu Dir und ich zeig Dir Dich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FLIEGEN ÜBER WOLKEN
Ein Flügelpaar schwingt reglos durch die Luft Die Ferne ruft und ruft und ruft… und ruft. Ein’ brennend’ Sehnsucht überbrückt die Kluft zwischen Vorstellung und Duft Ein Flugzeug kennt die Einsamkeit nicht - Ist Reisen ein Drang, eine Freude oder Pflicht? Von unten sind die Wolken drückend und dicht Von oben sind sie mir bloß ein Gedicht Ein Haufen Gedanken, vielförmig, ohne Ziel in die wie Blitz plötzlich eine Empfindung einfiel aufwirbelte, neuordnete, verdichtete: Regenspiel. Wenige Wolken erzeugen in mir Gedanken viel. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEHRERE WEGE FÜHREN ZU MIR
Ich stehe mehrmals wie ein Krake an einer Kreuzung und laufe in alle Richtungen Sagt mir nicht und niemals daß das nicht geht - Ihr seht die Welt von da aus, wo Ihr steht Ich berühre: tausend Herzen pro Gedanke Tausend Gedanken pro Empfindung Tausend Empfindungen pro Sekunde Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EINE GESELLSCHAFT DER MITMENSCHEN
Haben wir gelernt das Gelernte zu verinnerlichen? Wer hat den großen Balken aus eigenem Auge denn schon entfernt? Gesellschaft. Wie schnell machst Du aus Mitmenschen fremde Wesen! Und doch machtest Du einst als erste Fremde Dir die ganze Welt zur Heimat, universell. Ein äußeres Auge ist dem Inneren blind Ein inneres Auge sieht aber das Äußere Gesellschaft, Du brauchst alle Deine Herzen Jedes, groß und klein, ist im Herzen Dein Kind. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SONNTAG IM SCHEERWALD
Du magst im Ausland geboren sein Wenn Du im Wald spazieren gehst Begegnen Dir bekannte Geister Unter jedem Baum, wo Du kurz sinnend stehst Ich traf einen heute im kühlen Schatten Einer nach der anderen Rotbuche Ich kenne diesen Geist, empfand ich Er kommt, immer wenn ich im Wald suche Nach Verbindung zum Frieden suche ich Zur Klarheit, zur tieferen Empfindung Wenn ich im Wald suche, finde ich Welt- und Selbstüberwindung Dann saß ich später auf einer Bank Eine Joggerin sah mich und drehte sich um Eine Sängerin mit Hund grüßte fröhlich Viele blickten nach Vorn, sahen sich nicht um. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
IMMER BESCHÄFTIGT
Ich suche Wege Um Euch zu zeigen Ich bin rege Doch sind meine Augen Meine einzigen Belege Meine Zeugen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE GESCHICHTE DES RIESELNDEN BACHS
Die Nacht erzählt mir eine Geschichte die ich nicht verstehe dennoch höre ich gebannt verträumt zu es ist eine gute Nachtgeschichte über einen rieselnden Bach der lief und lief und murmelte und gurgelte und beim Zuhören fließe ich mit und schlafe langsam ein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MENSCHEN VERBINDEN
Wie viele Meilen Musst Du gehen, fahren, fliegen Um nirgendwo anzukommen? Wie viele Fremdsprachen Musst Du lernen, sprechen, schreiben Um ungehört zu bleiben? Wie viele Menschen Musst Du kennen, schätzen, lieben Um noch einsamer zu werden? Distanz ist eine Illusion. Nähe auch. Sprachen sind bloß eine Täuschung Menschen können alles sein und nichts. Menschen sind ein Lotteriespiel Daß Du verlieren oder gewinnen kannst Aber wenn Du gewinnst, bist Du angekommen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIE DU REIST
Die S-bahn ist voll mit Menschen Und voll ohne Menschen Leer mit Menschen Und leer ohne Menschen Es kommt darauf an, wo Du her kommst Wie Du reist Und wo Du im Leben hin willst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
