Zusammen allein Allein zusammen Allein kann viel sein Aber alles kann zusammen Allein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
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GEMISCHTE RÄUME
Wenn ich keine Energie habe, ist genau das meine Energiequelle - Schwäche so oft ist stärker als Stärke. Multikulti erzeugt nervöse Höflichkeit. Alle sind bestrebt, keinen Fehler zu machen - Gezwungen wird es anstrengend. Aber die Vorurteile sind sichtlich da, eng angezogen wie Schichten von Bindehaut - Fühlbar. Was machen wir mit ihnen? Ohne sie sind wir blind. Mit ihnen sind wir blind. Unsere Worte sind tastende Hände auf unserer Haut: Sie wissen nicht, was sie tun. Trennung bindet uns, Mischung spaltet uns - Verständnis verunsichert uns. Aber Schwäche… Schwäche beruhigt uns. Beflügelt uns. Verbindet uns. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SCHWARZ GEBOREN
Ich spüre Euer Blut
Wenn ich Eure Musik höre
Flammend mit Eurer Glut
Hallend Eure glückliche Sprechchöre
Hallend unsere glückliche Sprechchöre
Unterdrückt, dennoch steigen wir
Unter Druck werden wir selbstbewusster
Mit unserer unbändigen Freude zeigen wir
Wir lachen, unbeeindruckt, uneingeschüchtert!
Ich bin dankbar, Schwarz geboren zu sein
Ich bin glücklich, Schwarz geworden zu sein
Ich bin stolz darüber, Schwarz gelesen zu sein
Egal was ich dabei verliere,
Gewinne ich gerade dadurch meine schützende Barriere.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER WINTER KOMMT
Der Donner ist stumm wenn er kommt Er schreit innerlich, schweigt winterlich Der Gedanke blitzt rauf und runter Der rauher Wind gähnt, kühl, und erwähnt Eine lose Stimme im Herzen jault es auch Geräuschlos hat sich die Welt verändert Der Herbst zieht sie aus, der Winter kommt Langsam. Alles braucht seine Zeit - Blumen, Liebe, Wunden und die kalte Jahreszeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZWEI SEITEN
Offen, sozial Stets mit am Start Freundschaft ist für Zweisame. Nicht die Anzahl Sondern die Art Liebe ist für Einsame. Zwei Seiten Verbinden die weiten Reisen der Gezeiten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WAS ICH AN DIR MAG
Danke, Tag, Ich mag Deine Art Wie sie zart mich annahm Aber zahm warst Du nicht Wie ein Gedicht vielschichtig Wer unvorsichtig Dich aufmacht Spürt die Macht Deiner Willkür Nur eine Tür - Feinfühligkeit - Sichert Deine Gefügigkeit. Das Ist das, was ich an Dir mag. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ALS WÄREN SIE FREMDE
Als wären sie Fremde blicke ich auf vier Menschen zurück, unterschiedlich wie die vier Jahreszeiten - jeder von meiner Vergangenheit ein Stück. Einst kannte ich sie, heute betrachte ich sie auf alten Bildern und im Gedächtnis wie verstorbene Freunde - anders kann ich das nicht schildern. Wie die Zeit und die Welt uns unmerklich doch sicher verändern - Kinder wachsen, Freunde gehen, wir finden Nähe in entfernten Ländern und lernen leben als Fremde an deren Rändern. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER FRÜHLING UND DER SPÄTLING
Der Frühling und der Spätling, so wird ihnen oft berichtet, sehen und fühlen sich ähnlich - einer singt, was der andere dichtet. Wo unterscheidet sich Gestalt vom Inhalt? Der eine spiegelt, was der andere malt. Das Herz bleibt gleich, ob jung oder alt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GLEICHARTIGKEIT
Wie definiert man Gleichart? Sind Steine und Worte gleich hart? Sind Kinder und Pfeile, á la Kahlil Gibran, ähnlich Wirkende im Lebensplan? Wie erkennst Du eine Dir ähnliche Seele? Gleiche Schmerzen oder gleiche Ziele? So unterschiedlich Winter und Sommer sind, so ähnlich sind Herbst und Frühling. Auch wenn der eine die Blätter verliert, mit denen der andere den Wald dekoriert, färben sie beide meine Empfindungswelt auf einer Art, die mein Gemüt erhellt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KLEIN IST GROSS
Nicht große Dinge verletzen, sondern kleine. Nicht grobe Verrate perplexen, sondern feine. Vertraute, die über Dich schwätzen - schmerzlicher als Steine. Fremde, die Dich falsch einschätzen und Du bist alleine. Schmal ist der Pfad, eng die Tür, eine Wunde der Fluss, der führt zu mir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
