FREMDSEIN IST WENIGER WOANDERS SEIN

Du musst stark sein, Fremder
denn fremder als die Länder
und als die irdischen Gewänder
ist das Unbekannte im Bekannten,
das falsch Beschriebene im Benannten,
das ungerecht Getroffene im Verbannten.

Fremdsein ist weniger woanders sein,
sondern sogar Zuhause innerlich anders sein
und angeblich oder zwanghaft besonders sein
müssen um normal zu scheinen,
zu vertauschen lachen mit weinen,
im Unreinen mit Dir zu sein im Reinen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

THE INVISIBLE CLOUDFOLK

Always this feeling
When I‘m sitting on the clouds
Like a horseman ranging afield:
There must be someone
There must be some people
There must be some folk
Living up here in the clouds
Loving the sun
Loving the moon
Loving the stars.
We just don‘t see them
Anymore.

Che Chidi Chukwumerije

ZARTE DÄMMERUNG

Morgendämmerung
Vögeldämmerung
Gesangsdämmerung
Durch das offene Fenster
steigt der Morgen in mich ein
Angenehm kühle Luft
Vogelgesang und ein schmaler Schlitz
von diesem sanften zarten schwachen Blau
das bald verschwinden wird
wie ein Traum.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DIE ZWISCHEN GENERATION

Und die Gesellschaft
schwankte zwischen Links
und Rechts, zwischen gerade und
krumm, zwischen Vergangenheit
und Zukunft, zwischen uns und
ihnen, zwischen ‚alle‘
und ‚ein Teil‘, zwischen Sorgen und
Hoffnung, zwischen Zwischen
und Außerhalb…
wie ein Herz am Ende einer alten Beziehung
und vor dem Beginn der nächsten…
– in ihren Augen sind Fragen geschrieben
– in ihrer Seele streiten alte und neue Vorlieben
– in ihren Gedanken ist sie forschend geblieben
– in ihrem Geiste ist sie von Träumen getrieben.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

NEUE MITTE

Wo ist die Mitte?
Ist sie Brauch und Sitte?
Wo ist das Zentrum?
Denn alles ist krumm
Was ist das Bindende?
Ich meine, das Verbindende?

Wie ein älter werdender Mensch
der sich mit seinem sich verändernden
Körper noch nicht anfreunden kann
aber sein Bestes gibt…,
Sucht die Gesellschaft
nach einer neuen Definition von sich,
die Zukunftssinn ergibt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ALLES MUSS ERFÜLLT WERDEN

Tausend Geschichten –
deshalb meine so viele Schichten

Hundert Projekte,
in die ich mich täglich projiziere

Zehn Vereine,
die sich alle in mir vereinen

24 Stunden
drehen viel zu schnell täglich ihre Runden

Und Familie… und Träume
brauchen alle ihre Zeit und ihre Räume.

Alles muß erfüllt werden
in diesem Leben, auf dieser Erde.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

KULTUR DER MENSCHLICHEN NATUR

Wie grün wird die Zukunft?
Grün wie die Natur?
Grün wie alle Parteien?
Grün wie der Neid?
Oder grün wie der Dollar?

Oder alles zusammen.
Und am Ende regiert wieder
Wie immer
Immer noch das Geld.
Natur braucht Kultur zum Schutz.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ENDZIEL EINTRACHT

Wenn alle falsch gehen,
meiner Meinung nach,
gehe ich falsch, wenn ich nicht mitgehe
oder gehe ich richtig, wenn ich mitgehe?

Denn wir wollen ja zusammen ankommen.
Wir müssen ja zusammen ankommen,
sonst ist das keine wahre Ankunft
an unser wahres Ziel.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ONLY TODAY

Tomorrow is not promised
Today is life’s greatest gift
Very soon, daily, it is finished
Tomorrow is not promised
Today alone is the paradigm shift
The experimental drift
The drop and the lift.

Che Chidi Chukwumerije

DIE WENDE

Energiewende
wendet sich gegen wen?
Und wendet sich zu wessen Gunsten?

Der Planet Erde wird davon profitieren.
Doch wer wird dieses Erdreich erben?
Die Milden
oder die Wilden?

Energiewende ohne Soziale Gerechtigkeit wäre:
die tiefste Entwertung der Wissenschaft;
der endgültige Sieg der Reichen über die Armen;
ein Hohnlied gegen Evolution und Zivilisation;
ein tönernes Erz und eine klingende Schelle.

Parallel zur Energiewende
brauchen wir eine Humanitätswende.

Brauchen wir eine bessere Welt für ALLE.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung