TIEFE TÖNE

Klavier mit sieben Stufen
Menschenleben, Graustufen
Doch: Kommt der Regen, kommt der Regenbogen
Die Sonne allein bringt keinen Segen
Auf den tiefen Tönen sitzt die Melodie
Des Ertragens.

Die Einsamkeit ertragen, egal
Ob Du allein oder zu zweit bist
Wir haben alle die Verbindung verloren
Zum Einzigen, Der Ist.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

RÄTSEL

Ein einsamer Gedanke
Ein Vollmond
Beleuchtete heute Nacht
Meine Dunkelwelt

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte
Denn das Licht war die Empfindung einer Sonne
Die ich nicht sehen konnte…

Durch einen Spalt in dem Vorhang
Verfolgte ich dem Untergang des Körpers

Doch wo versteckt sich der Geist?

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

TAG UND NACHT

Mein Herz hat
zwei Seiten – selbst ich
muß manchmal überlegen
wer jetzt will: Ich oder Ich

Denn was sie wollen
unterscheiden sich wie Tag und Nacht –
Ich mach’s wie die Natur:
Einer schläft ein, wenn der andere erwacht

Abwechslung
Umwandlung
Manche lesen zwei Seiten
Manche ein Herz.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

FEAR NOT THE IDES OF MARCH

Fear not the Ides of March
Go boldly your path to the end
What’s unclear today, another Plutarch
Will explain one day again

Fear not the Ides of March
Fear is the foe of your nature
Your feet it’ll drag, tongue it’ll patch –
Heed not every Seer or Preacher

Fear not the Ides of March
Though your friends turn into traitors
Or family conspirators, sly and arch,
Join and jubilate with your tribulators

Fear not the Ides of March
Death cannot upturn your victory
Tough as larch and strong as starch
Shall eternally inspire your Story.

Che Chidi Chukwumerije
15.03.2019

HERRSCHAFT DER LÜGE

Wir glauben unseren eigenen Lügen
Mangels der Wahrheit. Die Nachrichten
Riechen nach Lügen, doch wir fügen
Uns unruhig ein, gegen unsere Ansichten
Aus Liebe zur Ordnung und Ruhe
Ohne Nachfrage, ohne Mühe.

Auch wenn eine Lüge Reim noch Sinn
Ergibt, gibt sie uns einen alternativen Halt,
Beruhigt unsere Angst vor dem Unbekannten
Bietet zur Orientierung eine Handlungsbasis
Denn nicht die Wahrheit ist uns heilig
Leider. Sondern unsere Ruhe.

Bald wird das Internet eh gesperrt
Artikel 13 filtert alles weg, was wahr sein
Könnte, in der Behauptung, es muß geklärt
Werden, ob es nicht doch Lug, Trug und Schein
Alles ist. Die Wahrheit muß sich ab jetzt
Rechtfertigen, denn Lügen wurden verletzt.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der Deutschen Dichtung

KEINE NATUR KEINE SEELE

Bäume
Träume der Erde
Atembeschwerden. Atemnot
Der Baum ist ein Griot
Sein Stamm älter wie Deiner und meiner

Verwelkte Blätter
Allwetter, reifen. Begreifen
Würgegriff. Luft! Luft!
Sich krümmend vor Schmerz. Abschied
Ertrunken. Müll. Wüste. Und wir wussten es.

Jetzt erheben Kinder den Schrei
Fahrt linder mit Mutter Erde!
Futter für Wind oder Kampfgeist?
Wer der Natur fühlbar Achtung zollt
Säubert seine eigene Seele unsichtbar.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

WANDERLUST

Aufregung. Die Welt
Vor mir ausgebreitet. Eine Braut
Einladend liegt. Schreit. Offen weit
Mein Herz dem Ganzen. Befreit
Raum und Zeit. Entfesselt und gepaart
Ich und der Rest von mir –
Die große weite Welt.

– Che Chidi Chukwumerije.

ERGÄNZUNG

Für jemand anderen ist Dein Alltag exotisch
Deine Kultur, Deine Sprache, Dein Name
Dir Selbstverständliches ihnen komisch
Distanz macht nicht weniger menschlich
Unterschiede halten die Welt zusammen.

Nichts ist schöner als zu erleben
Wie jemand Deine Andersartigkeit ehrlich
Wahrnimmt – ihm fremd zugegeben –
Doch die Grundartverbindung überwiegt,
Einer sich gegenseitig ergänzenden Spezies.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

An Evening of Words – 7.4.19

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Join the talented Philly Yambo and me on 7th April 2018, at 6pm, in Summa Summarum (Klappergasse 3, 60594 Frankfurt am Main). Poetry and Literature in English, German, Swahili and Igbo.

– Che Chidi Chukwumerije.

WAS MAN HAT, HAT MAN

Nichts erwecket den Neid
Mehr wie glücklich sein
Im Moment, wo wir uns freuen
Startet auch unser Leid

Bist Du die Nacht, Menschenherz
Daß Dir das Licht Weh tut?
Glücklicher, sei auf der Hut
Sonst folgt unweigerlich der Schmerz –

Wie ein Klischee bestätigt
Es sich, wiederholt sich ständig
Wie ein billiger Reim elendig
Und dann bist du erledigt.

Erledigt? Wirklich? Nein!
Bist doch Deines Glückes Schmied
Es gibt einen Inneren Fried
Zerstörbar von nur Dir allein.

– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung