Ich kann nicht schlafen, mein Herz sehnt sich nach ich weiß nicht was, nach Schöpfen und Schaffen, nach Erleben und Wissen, aber nicht nur das; nach Folgen und Hören und Beschützen auch jenes kleinen, zarten, tiefen Gefühls im Bauch, das das Richtige immer weiß, vom Zweifel keinen Hauch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
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LIEBE IN MASSEN
Wenn Du liebst, dann lieber in Maßen, denn die Liebe kann verrückt machen. Lerne in der Liebe in Liebe los zu lassen, Deinen Weg aus der Nacht herauszulachen. Dein verwirrter Verstand kann nicht fassen, welche Mächte diese Brände im Herzen entfachen; Schlimmer noch, wenn die Seelen sich verpassen, Ungleiche Erwartungen - jetzt wird‘s krachen! Aus Lieben, verletzt, wird am Ende Hassen, denn lieben kann Wahnsinn verursachen. Wenn Du liebst, dann lieber in Maßen, denn die Liebe kann verrückt machen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DIE GÜTE
Verständnis geboren aus Erkenntnis weil Deine Schmerzen nicht größer sind als die Ihren. Du warst nur bisher blind. Mitgefühl nicht immer nur kühl denn sie haben genau so häufig wie Du versucht, aufzustehen. Der selbe Schuh. Rücksicht mit oder ohne Nachsicht und obwohl Du denkst, Du machst es für sie gewinnst Du mehr. Das ist der Güte Magie. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
AN GOTT DENKEN
Sonnenstrahlen gehen leise spazieren morgens tief im leeren Laubenwald, heben die Köpfe, die zitternd frieren, und schieben sie in jeden dunklen Spalt zwischen Wurzel, Äste und Zweige hinein, grüne Blätter gibt es hier nicht mehr oder noch nicht, die Januarluft ist rein, ich sitze allein im Bus, allein ungefähr, drei Mitfahrende sind auch hier drinnen, meine Aufmerksamkeit gilt nur dem Wald, sonnengestreichelt, und mein Sinnen gilt Gottes allumfassendem zarten Gewalt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS ENDE DES SELBSTBILDS
Es dauert eintausend Jahre und vielleicht mehr, bevor ein kluger Mensch schmerzlich ahnen kann, daß er eigentlich dumm ist, ignorant und wissensleer - Das Ende seines Selbstbilds. Was macht er dann? Es dauert eintausend Jahre oder manchmal zwei, bevor bei einem starken Menschen es sich durchsetzt das Wissen, daß er eigentlich schwach ist und unfrei - Das Ende seines Selbstbilds. Was macht er jetzt? Bis ein Jemand begreift, daß er niemand ist… denn die Eitelkeit ist das Herzstück unseres Brustschilds… Eintausend und mehr Jahre dauert die harte Erlebnisfrist zur Erkenntnis und Umbildung des Geistes Selbstbilds. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WERDEN OHNE JE ZU WERDEN
Wenn zwei Sterne sich verpassen werden umkreisen sie sich aus der Ferne Wenn zwei Herzen sich verpassen werden umtänzeln sie sich mit Scherzen Ziehen sich gegenseitig an und kurz bevor sie eins werden ziehen sich zurück ebendann lösen sich von einander irgendwann ohne je eins zu werden einsame Frau, einsamer Mann. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
REALITÄTSVERLUST
Irgendwann wird es Dir vorkommen wie ein Mär: Dein Glaube an die Reinheit, an die Macht der Kindlichkeit. Das wird der Tag sein, an dem Dein Bewusstsein für die einzig wahre Realität strauchelt und verloren geht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SAG MIR DIE WAHRHEIT
Sag mir die Wahrheit - Sie tut weniger weh, immer. Das Fehlen von Klarheit, nichts ist schlimmer. Die Natur schenkt uns einmal täglich den Tag; ihn zu nutzen ist Lebenskunst, ist des Geistes Auftrag. Guten Morgen, guter Tag, Wissensdrang ist aufgewacht, zu erleben, was kommen mag, denn Wissen ist Macht. Eine Umarmung sänftigt mich; Keine Umarmung heilt mich - Schweigen beschäftigt mich… Wahrhaftigkeit befreit mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
STROMWANDLER
Spürst Du auch manchmal diese Liebe, stärker als Sucht, stärker als Triebe? Diese überwältigende Liebe in Deiner Brust - für was oder wen, ist Dir nicht bewußt. Sie weckt Dich nachts zum nachdenken, sie macht Dich Tags zum Träumenden, sie erfasst manchmal urplötzlich Dein Herz mit einer Druckkraft intensiver als Schmerz. Du willst sie in Taten spenden und empfangen, sie in allen Augen sehen, als inniges Verlangen. Woher? Wohin? An wen, was? Wofür? Dieses umfassende, alles hebende Gespür. Als wären wir, unruhige Weltenwanderer, gleichzeitig im Einsatz als Stromwandler einer liebevollen Kraft von weit weit oben, die sich verankern will auf irdischem Boden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TAG WIE NACHT
Lasst uns den Tag mit Nachtgefühlen starten, mit Zärtlichkeit Menschlichkeit geben und erwarten, lasst uns aus dem Leben einen schönen Traum machen, in deren Erfüllung hinein wir sonnig erwachen. Lasst uns die Nacht mit Tagbewusstsein erleben, mit Ernsthaftigkeit unseren Empfindungen Raum geben, lasst uns aus dem Schlaf ein heilsames Schöpfen machen, aus dem wir innerlich gesund und klarer morgens aufwachen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
