Pinsel war Emotion Tinte war Blut Gedichtet aus Passion Hoffnung und Wut Der Tod einer Person Das Sterben von Mut Zerstört einer Nation Aller-wertestes Gut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
von lichten und dunklen Empfindungen
TÄGLICH ÜBER LEBEN
Dem Tode so nah Tag für Tag und heute auch. Dem Verzagen-hauch beinah ich erlag, meine Stärke übersah. Bis es geschah: Immer wenn ich wag, die letzte Kraft verbrauch: Ein Gefühl im Bauch Empfindungsschlag Ich bin wieder da! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LICHT-GEWISSHEIT
Auch wenn jetzt die dunkle Wolke unsichtbar und fühlbar auf uns drückt, Licht, ich sehe Dich, näher als je, unentrückt. Auch wenn Wahn, Wut, Ichsucht, Mord losgelöst rumreiten und ihr Unwesen treiben, Ruhe und Frieden, ich spüre Euch, mich einverleiben. Je mehr Menschen das Internet verbindet, desto mehr trennt es. Welch eine Ironie. Lieber mein ernstes Selbst als ein grinsendes Selfie. Denn mein Weg ist weit, mein Ziel ist fern, keine Nacht ist lang genug, meine Sonne lacht. Keine Nacht ist lang genug, meine Sonne lacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ENDZIEL: CHARACTER
Wissen! Können! Erobern! Besitzen! Sind lieben und leben nicht holdere Aufgaben? Ordnung war immer die höchste Tugend, selbst unter den niedrigsten Schaben. Unsere schönsten eitelsten Erfindungen wird unsere Empfindung mahnend untergraben. Ihr redetet jahrzehntelang vom Frieden, doch der Krieg war, wieder, immer Euer Vorhaben. Was ist Dein Wort überhaupt noch wert? Fließende Lügen stillen keinen Durst beim Laben. Wahrlich, der gute Charakter ist gewichtiger als Wissen, Wollen, Können und Haben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EIN FREUNDLICHER GRUSS
Manchmal schleppst Du eine Wut jahrelang mit Dir herum in Deiner Brust - Du merkst es allein dadurch, daß Du immer leise sprichst, unbewusst. Die Wut, die Du gewaltsam unterdrückst, verwandelt sich in unstillbare Lust, die, weil sie trotz Ausleben unersättlich bleibt, sich wiederum verwandelt in wachsenden Frust. Und so begegnen wir uns täglich, im Zug, im Bus, bei der Arbeit, in der Freizeit, Millionen Ventilsucher, gebundene Gewitter, getrennt durch ein Gruß von Eintracht oder Streit. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SCHWARZE FLAMME
Ich renne Dir hinter her
wie ein brennendes Rad –
Du rennst immer schneller
wie aus Angst vor dem brennenden Rad –
Ich kann nicht stoppen zu brennen
Du kannst nicht stoppen zu rennen
Und unser Paradox kann nicht stoppen
uns voneinander zu trennen –
Den Schwarzen Mensch und sein Uhuru,
das vor ihm zu fliehen scheint, wie sein Schatten.
Bleib stehen, Selbst, ruft sein innerer Guru:
Such Außen Nichts, was wir Innen stets hatten…
Denn je lauter Du mit der Welt schimpfst,
desto tauber wird die Welt…
Zünde lieber in Dir eine Flamme,
die die Welt erhellt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE MACHT LIEGT BEI MIR
Ganz egal wie ich den Baum nenne
Er ist Baum
Fluss kaum
Ganz egal wie ich den Fluss nenne
ist er Fluss
der fließen muss
Wie Du mich bezeichnest
kennzeichnet Dich
nicht mich
Wie ich lebe und mich gebe
ändert die Welt
die sich dadurch weiterentwickelt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EIN LEBEN KURZ EIN LEBEN LANG
Manch ein Mensch
lebt bis ins hohe Alter
nur um zu erfahren, daß
er bereits als Kind starb
und sein ganzes Leben lang
tot war.
Manch ein Mensch lebt lang genug
um zu begreifen, daß sein Leben kurz war.
Doch manch einer überlebt seine Kindheit,
gestärkt durch Liebe oder gewonnenen Kampf
und selbst wenn er jung stirbt,
hat er länger gelebt als alle anderen –
und länger noch wird er leben…
ein Licht für alle Ewigkeit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER INNERE ADVENT
Nie war der Hass so widerlich
so leicht zu erkennen
als wenn er mit Lachen und Lächeln
sich plump zu verschleiern suchte
Nie war die Liebe so tief
so schwer zu erkennen
als wenn sie mit Wahrheit und Strenge
das zarte Gute beschützte
Denn nur das innere Auge erkennt
hinter dem Seelenfenster
das Herz, in dem der wahre Advent
wie eine kleine warme Kerze
ruhig und lautlos brennt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TRENNLINIEN
Nie sah ich eine Seele so zweigeteilt
wie die deutsche derweil –
Zwillinge aus einem Ei.
Auf beiden Seiten gute Menschen
getrieben zum Nachdenken
Auf beiden Seiten schlechte Menschen
die sich gegenseitig bösartig bekämpfen.
Ob Migration, ob Corona, irgend ein Rätsel
wird sie immer trennen,
um deutlich zu zeigen, nicht das reimlose
unlösbare Rätsel formt die senkrechte Trennlinie,
sondern Gut und Böse die waagerechte.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
