Alle Unwahrheiten des Lebens
findest Du in unserem wahren Leben,
nicht in Fiktion.
In Fiktion findest Du unsere Wahrheiten.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Alle Unwahrheiten des Lebens
findest Du in unserem wahren Leben,
nicht in Fiktion.
In Fiktion findest Du unsere Wahrheiten.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Das Paradies ist gar nicht fern –
Es lebt in den Lächeln und Grüßen,
die in der S-Bahn und den Bussen
und in den Straßen nicht getauscht wurden.
Es wartet in der Rücksicht
und in der Hilfsbereitschaft,
die zwischen den Bürgern verweigert wurden
weil die anderen doch nicht so sind wie wir.
Es versteckt sich in dem Grundgesetz,
in dem unsichtbaren Verzahnungspunkt
zwischen Kapitalismus und Sozialismus
und findet nicht genug menschliche Austräger.
Das Paradies ist gar nicht fern
Es ist immer, ist nachhaltig, ist da –
… und wartet nur darauf, verstanden,
zugelassen und gelebt zu werden.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die Nacht bringt die Stimmen nicht zum schweigen
Der Tod bringt kein Ende dem Leiden
Der Haß kann die Sehnsucht nicht vertreiben
Die Stimmen der Getöteten
Das Leiden der Hasserfüllten
Die Sehnsucht nach dem Licht
der Gerechtigkeit.
Nur Gerechtigkeit ist Liebe.
Ohne Gerechtigkeit, kein Frieden.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wenn Freunde
aus dem Hinterhalt
angreifen…
Und Feinde
offen und direkt zuschlagen
ohne auszuschweifen –
Diese Erfahrung
verhilft uns zum schnelleren
tieferen Ausreifen.
Wissen macht traurig
Weisheit macht vorsichtig
Freunde können Feinde sein im Geiste.
Feinde können Freunde sein Deiner Werte.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die Vorhänge zwischen den Emotionen
fallen wie gefaltete Farben, wenn sie zögernd
ihre gebrochene Farbtonleiter sich herunter tasten,
die eine Farbe suchend, die nicht existiert.
Es gibt zu viele Zwischenlieder –
Mitglieder der menschlichen Familie –
Wo höre ich auf? Wo beginnst Du?
Unser Vielfalt, wie ein Überraschungsei,
zaubert tägliche neue Farben ans Licht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Risse in Deinem Gewissen –
Bisse tun Dir nicht mehr Weh.
Wirst Du den Schmerz vermissen?
Oder starb in Dir auch das Heimweh?
Lange lange lange Reise
Nicht nach Afrika oder Asien oder ins All
Lange lange lange Reise
Wie ein Schrei im freier Fall
Unterwegs vom Berg ohne Tal
Ohne Aufprall
Ohne Widerhall.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Habt Ihr es gemerkt?
Das Dunkel weckt das Licht
zur Gegenwehr.
Das Böse entlockt dem Guten den Schrei:
Wir sind mehr. Immer mehr.
Rassismus verwandelt seine Opfer
in ein unbesiegbares Heer.
Habt Ihr es gemerkt?
Unsere Feinde haben uns gestärkt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Schüsse so laut!
Sie gehen der Stadt
unter die Haut!
Mitbürger,
uns vertraut…
Uns von einem Rassisten
in der Nacht geklaut.
Schaut! Schaut! Schaut!
Immer noch keine Polizisten –
Es hat sich leider gestaut
an all ihren Leitungen.
Uns einfachen Zivilisten graut
es davor. Doch rassistische
Strukturen gehören endlich abgebaut!
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Zwei Lichtstrahlen
wie Fäden in einem persischen Teppich
bewegen sich fast unabsichtlich
auf einander zu –
Und sie sind die zwei Seiten einer Gesellschaft.
Und wie wohl Du mit Deinen Augen
ihren Pfaden folgst, ist es schwer
im Wirrwarr-Miteinanders des Durcheinanders
der Gesellschaft zu erkennen, ob sie sich treffen.
Nur das sprachlose Herz durchblickt die Gesellschaft.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Familie
Grabstein
Sie alle warten darauf, ihren Namen
einen nach dem anderen in den Stein
einzumeißeln –
Damit sie endlich zusammen sind.
Aber nur im Namen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung