VERUNSICHERT UND HOFFNUNGSVOLL

Vertrauen
genug um mich zu trauen
aufzutauen
und zu vertrauen

Wenn Kokon meine Welt ist
und Schmetterling mein unklarer Traum
wie komme ich ohne Aussicht
auf den Gedanken „mehr Raum“ ?

Wann merke ich, daß das Ende
nur eine Grenze ist, die fallen kann?
Die ich öffnen kann dem Fremden,
denn er bietet mir seine Hand an.

Menschenfarben, von denen
ich seit gestern Ablehnung gewohnt bin
marschieren heute für mich in Tränen
rufend Black Lives Matter. Ist Echtes drin?

Es verunsichert und verwirrt mich.
Nervös warte ich auf morgen –
bereit, mich zu verlassen wieder nur auf mich –
bereit auch, neuen Wegen zu folgen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DIE LIEBE ZUM HASS

Mein Herz genanntes Etwas
traf auf Liebe genannten Haß
teils durchsichtigen Glas
teils bodenlosen Fass
so unendlich ich vergaß
es war Haß
und nahm an, das
muß die Liebe sein, der Anlass
zum weltweiten Spaß
an dem Nähren und Ausleben von Haß.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung