Waren wir uns je ähnlich? Waren wir je unterschiedlich? Gleich und gleich bekämpft sich gern Wir sind uns nah, wir sind uns fern Wie da ein Stein und da ein Stern die doch dasselbe sind in ihrem Kern. Wunden, tief, sind nicht unverzeihlich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
von lichten und dunklen Empfindungen
WUNDEN
Ich besuchte eine Wunde und sie war offen klagte aus weinendem Munde Ich kam näher, selbst betroffen Die Wunde war empfindlich und aufmerksam und klug zog mich an sich unwiderstehlich wich mir aus mit feinem Betrug Ich hob meinen Zeigefinger und legte ihn an die Wunde Sie seufzte vor nichts geringer als der Hoffnung, ich gesunde. Doch kein Mensch kann Dich heilen denn wir alle bergen eigene Wunden Nur wenn wir Ehrlichkeit teilen hätten wir Linderung gefunden. Ich besuchte eine Wunde und sie war zu - Doch sie begriff mich in unserem Abgrunde und öffnete sich mir ab und zu. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HERZ
Wir suchen Lösungen wo es keine gibt - im Sieg. Wer Sieg braucht braucht Krieg. Nur der findet Lösungen der ins Herz eintaucht - und gütig, mutig, vergibt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WILLST DU ES WIRKLICH WISSEN?
Bist Du bereit, heraus zu finden, was Du suchst? Den Ort zu durchschauen, den Du besuchst? Die andere Seite von dem, was Du verfluchst? Die Leiden derer, die Du für Dich beanspruchst? Die Mitwirkenden an den Erfolgen, die Du Dir verbuchst? Wir gehen und gehen und gehen… und bleiben kurz vorm Ziel plötzlich stehen, - denn wir wollen die Wahrheit doch nicht sehen, die wir in unseren Herzen bereits verstehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LAUNENHAFTIGKEIT
So, wie er die untergehende Sonne beobachtet,… die sich zurückziehenden Gezeiten betrachtet,… so, wie er die Vögel nach Süden fliegen sieht,… alles wahrnimmt, was um ihn herum geschieht, so schaut er manchmal machtlos zu, wie seine Laune sich verschlechtert im Nu, und vertreibt die Freude und verdirbt die Ruh. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BLOCKADE
Ich frage mich manchmal, ob nachts die Welt vergisst, wie der Tag sich anfühlt und aussieht. So wie ein Körper in seiner Qual nicht mehr weiß, wie es ist, wenn ihn kein Schmerz durchzieht. Oder wie ein Mensch, allein im Tal der Verzweiflung, denkt, daß Christ- us’ Frieden sich auf Märchen bezieht. Und wie der Geist den Heiligen Gral in seiner Erinnerung vermisst, weil ihm genau das Gleiche geschieht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS UNVERÄNDERTE ZIEL
Aus welchem Grund auch immer der Hass entsteht, ist der Boden immer dasselbe. Ob schlimmer, unverändert oder netter die Methoden seiner Austragung bleibt das Ziel das Besitzergreifen vom Vollrecht zum Leben. Ein hinterhältiges Spiel - wer menschlich spielt, wird geschwächt. Die Intoleranz in den Augen-blicken ist noch gar nichts im Vergleich zu dem Würgen und Ersticken tief im Herzen, gültig und gleich - Aber im Internet kommt alles heraus, Haß, Herrscherfantasie, Hässlichkeit; Feigheit wird zu Mut in jeder Maus, Menschen toben in Unmenschlichkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WENN DU IN DIE LEERE HINEIN RUFST…
Wenn Du in die Leere hinein rufst, ruft die Leere in Dich hinein - bittet, nein, zieht Dich in sich herein. Wenn ich mit der Nacht rede, redet die Nacht mit mir, der Tag ist Verstand, die Nacht Gespür. Alle wollen berühmt sein, anerkannt, Das Internet hat das Schlechteste enthüllt, was uns in unseren Seelen erfüllt - Wir haben es preisgegeben und gefrönt, ohne Scheu, ohne Scham und ohne Zwang: die Geltungssucht und der Geltungsdrang. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER ERSTE EINDRUCK VERFEHLT
Die üblichen Blicke, wenn er vielerorts erscheint, eine schwere, harte, dicke Spannung, die alle dort vereint auf einer Seite, er allein auf anderer, mehr als nur ein fremder Einwanderer. Ein Unterklässler, vielleicht ein Feind. Der erste Eindruck verfehlt. Unser Land ist nun voller Schrott. Der erste Eindruck quält. Eine hämische Portion Spott, ein klammer Unterton der Feindseligkeit. Wäre jetzt tückisch jede Art Geselligkeit? Das weiß nur der Liebe Gott. Er spricht, macht, weder langsam noch flott. Er scheint die Spannung nicht zu merken, und doch scheint sie ihn dadrin zu stärken, weiter zu sprechen mit Worten und Werken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HERZ ZU HERZ
Komm mir nicht zu nahe um zu hören, was ich flüstere Nähe macht nicht lauter das Helle oder das Düstere eines Menschen Inneren. Allein das Herz entziffert was das Herz leise flüstert. Ich weiß nicht, wo Du jetzt seist Du bist schon so lange fort - Bist auf der Erde oder im Jenseits? Dennoch höre ich Dein jedes Wort in meinem Inneren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
