So lang im Warten gelebt
Es ist mehr als Warten
Es ist Wartung
Denn es ist eine Mischung
aus Schmerz und Wachstum
und Erwartung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
So lang im Warten gelebt
Es ist mehr als Warten
Es ist Wartung
Denn es ist eine Mischung
aus Schmerz und Wachstum
und Erwartung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Manch eine Wand war eine Tür
Manch eine Zukunft war schon längst hier
Desinteresse ist das Gesicht von Gier
Achte nur auf Dein Gespür.
Nur der Herbst ist ehrlich
Er zeigt Dir, wie vergänglich
die Schönheit ist..
dann zeigt er sich, wie er wirklich ist.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Du wohnst seit jeher
in der unmittelbaren Nähe
der vollen Leere
Dennoch hörst Du sie nicht.
Du sehnst Dich
stattdessen nach dem Nichts
Denn alles ist nichts
wenn Du schon alleine bist
wie ein königlicher Baum in der Wildnis.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

Wie Geheimnisse aufsteigend
aus dem Mutterleib des Ozeans
tauchen plötzlich
aus der Tiefe der Stadt
neue Menschen auf ihrer Oberfläche auf.
Auf einmal wohne ich
in einer völlig neuen Welt
und mußte dafür nicht einmal
die Stadtgrenze überqueren –
Die ganze Welt wohnt halt in einer Weltstadt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Flogen die Küste entlang
Dann zogen über die Berge
Und weit weit unter uns
just über den Bergspitzen
lagerte sich die Wolkenmasse,
der Erde eine Decke,
dem Himmel ein Teppich.
Dann kamen die Häuser
emsige Tausendfüssler
schmiegten sich an die Küste
mit Sehnsucht nach dem Mittelmeer,
ihrer Mutter, über die wir jetzt zogen,
in ihre offene Weite eindrangen
und flogen weiter südlich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung


Es gibt diesen einen Tag
Es ist nicht der Todestag
Es ist nicht der Gedenktag
Es gibt diesen einen Tag
Er kommt unangekündigt
Plötzlich, wie aus dem nichts
Unterscheidet sich mit nichts
von allen anderen Tagen davor
Außer in einem: Es ist der Tag,
an dem Du einen Menschen los läßt,
der viele Jahre davor gestorben ist;
einen Dir wichtigen Menschen.
Die Sonne steigt, der Regen fällt,
Er taucht plötzlich auf in Deiner Innenwelt
Und während Du ihn anschaust, spürst Du,
wie der letzte Stein von Deinem Herzen fällt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Es schimmerte zutiefst grün im Wald
Es war dunkelgrün, schwärzer wie schwarz
Wo die Dunkelheit herkam, entging mir
Es war Mittag, die Sonne war hell und hart
Aus dem dunklem Untergrund
kroch vorsichtig wie ein Reh ein Gedanke hervor
Blieb mitten im Gefühlschaos stehen
Wir starrten uns wortlos an
Wir trennten uns wortlos von einander,
er zurück in die Tiefe meines Bewusstseins,
ich wieder in das helle Grün des Waldes,
wo ein Reh sich umdrehte und Heim ging.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Schnell schnell schnell
während es noch
hell hell hell ist,
wage jeden Sprung,
lebe mit Feuer und Schwung
während Du noch
jung jung jung bist.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Der Tag ist so groß,
zeiträumig so groß
Ich verliere mich ständig unterwegs
von Morgen bis Abend
Und weiß am Ende des Tages nicht mehr
wer ich am Anfang war –
Der Tag verändert den Tagträumer
Läßt unverändert den Tagversäumer
Morgenstund hatte viel im Munde
Jede weitere Stunde war mal Wunde,
mal große große Empfindungsrunde,
mal Freude,
beinhaltete immer Bewegung im Grunde.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die Kinder denken, daß
ich ihnen Taekwondo beibringe
Aber ich weiß, daß ich
etwas ganz anderes mache
Ich schenke ihnen gerade
ihre zukünftigen Klndheitserinnerungen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung