Menschen sind wie Bücher Und so unterschiedlich wie Bücher Und wie Bücher haben sie ihre Seiten, Die einen wenige, die anderen viele Seiten - Sie erscheinen auch nicht alle gleichzeitig, Ihre Seiten, sondern in Kapiteln, aber zeitig. Niemanden kennst Du ganz, Du kennst nur die Seiten einer Lebensphase. Zeit ist mächtiger als Distanz - Was Du Realität nennst, ist nur eine Blase. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
zum Nachdenken
DU BIST
Ich vertraue Dir
O Herr
In einer Zeit
Wo es nicht mehr
Populär ist
Sich zu Dir zu bekennen
Dich zu suchen
Oder anzuerkennen.
Aber Du bist
Und Du bist anders
Als sie begreifen
Grundanders und besonders.
Denn Du bist
Das was grundsätzlich ist
Für immer und immer
Auch wenn der Mensch das vergisst.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
FREMDES ENTFREMDEN
Ich nag es
fremde Menschen
und fremde Kulturen
mir vertraut zu machen
Grenzen zu überschreiten
mit einem Lächeln
und mit einem Tanz
Wände zu durchbrechen
Grenzen, die seit
dem Anfang der Menschheit bestehen
Wände, die seit
dem Anfang der Zivilisation starr stehen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SCHWEIGEN SPRICHT
Sieben Menschen schwiegen gezielt
in meiner Nähe und ich schwöre
jeder hat etwas ganz anderes mir erzählt
mit seinem Schweigen. Ich höre
nicht hell aber ich höre mit meiner Empfindung
die innere Stimme der Herzen Chöre
und fange sie täglich mit meiner Dichtung.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
BLUMENBRIEF
Die Blume war plötzlich da
Sie war Dein Nein und Dein Ja
Sie war Dein Liebesbrief
Zart und stark, kitschig und tief.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ZEIT JETZT
Zeit ist für mich
wie ein schmaler Pfad
auf eines Messers Schneide
mit nur der Ernsthaftigkeit mir zum Geleite.
Keine Zeit für mehr Zeit
Keine Zeit für weniger Zeit
Keine Zeit zum Reisen
Keine Zeit zum Bleiben
Keine Zeit zum Leben
Keine Zeit zum Sterben
Keine Zeit für nichts
Keine Zeit für alles
Zeit gibt es nur für jetzt
Hier und jetzt
Unversetzt
Ungehetzt
Geschätzt
Verschätzt
Zu allererst und zu allerletzt.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
LEBE BEWUSST
Nimm
was Dir das Leben anbietet
Mehr gibt es nicht zu haben
Die Zeit ist der Raum
den das Leben an Dich vermietet
Eines Tages musst Du dafür zahlen
Verboten ist nur
was Gott Dir verbietet
Alles andere ist da zum Haben.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ZWEI HERZEN
Ich habe wirklich zwei Herzen
Während das eine glücklich ist und befreit
ringt das andere noch mit seinen Schmerzen.
So süß das Gleichgewicht von Freud und Leid.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
FREMDE FREUNDE
Manchmal denkst Du
Du redest noch mit der selben Person
mit der Du gestern und vorgestern
geredet hast. Und wegen dieser Illusion
kommunizierst Du mit vollem Vertrauen
ohne zu taktieren und ohne Argwohn
auf gleicher Art und Weise wie früher
kindlich im Gebären und im Ton
den ungeschützten Inhalt Deines Herzens
zu einem Fremden, zu einer neuen Person.
Denn Menschen ändern sich täglich
über Wochen und Monate erst unmerklich
und zeigen sich dann eines Tages deutlich
als ganz andere Menschen plötzlich
über Nacht anscheinend und befremdlich
gestern freundlich heute feindlich
oder, schlimmer, desinteressiert. Denn täglich
passiert etwas, was Veränderung bringen kann,
und über kurz oder lang irgendwann
fangen wir mit Freunden wieder von Vorne an.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SICH VERGESSEN
Der Tod des Körpers ist nicht der Tod des Geistes - Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Sich körperlich zu lieben und sich geistig zu lieben haben miteinander oft gar nichts zu tun. Geist, Geist, Geist. Du verbringst Jahrzehnten im Erdenkleid und vergisst, Du bist lediglich verreist, und vergisst Dich im Erdenglück und -leid. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
