FAIRNESS ALS WIDERSTAND

So schön es ist, dazuzugehören
Wichtiger ist es, Dich immer wehren
zu können
Manche werden Dich nie akzeptieren
Sie werden Dir selbst das Existieren
missgönnen

Sie zu überzeugen ist Zeitverschwendung
Du hast wie sie Daseinsberechtigung
Kannst dem Kampf nützen
Denn sie werden die Regeln beschädigen
Du aber musst diese Regeln verteidigen
die uns alle schützen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ZUGEHÖRIG WEIL ANDERS

Du gehörst dazu
Du wirst gehört dazu
denn Du hörst zu
und spürst dazu

Du hörst das Verschwiegene
und spürst das Unbeweisbare
Du bist das Ergänzende
und sagst das Unfassbare

Anders sein ist viel mehr Wert
als gleich oder ähnlich sein
Die Instrumente in einem Konzert
müssen unterschiedlich sein.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung 

KLEINE FLAMMEN

Manch einer, der für die Politik
keinen Sinn zu haben scheint,
wird zur Veränderung der Politik
mehr beitragen als es jetzt scheint,
weil er Empfindungen umrührt
und Gedanken zum Weiterdenken anführt,
das Systeme überdenkt und Menschen vereint.

Bleib deshalb, wer Du bist.
Deine Art ist wichtiger, als Du ahnst.
Menschen erreichen, Menschen veredeln,
im Kleinen den Sinn für Frieden einfädeln,
Werte reinhalten, die andere besudeln.
Das, dem Du den Weg frei bahnst,
ist tiefer als heute die Welt noch ist.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WO AUCH IMMER ES HEUTE IST

Als sie jünger war
wurde sie schwanger,
es war ein Wunder, daß
sie, kaum ein Teenager,
überlebte und je älter
sie wurde, auch gesunder
wurde, nachdenklicher
dazu, schöner und reifer.
Lachte viel und heiratete
die Liebe ihres Lebens
und sie hatten drei Kinder.
Aber manchmal, plötzlich,
wird sie stiller, ruhiger,
und schickt innig Gedanken
an ihr viertes Kind, das heißt,
an ihr erstes Kind, das
sie als Teenager zur Adoption
einst freigab. Wo auch immer
es heute ist, möge Gottes Segen
es schützen auf allen seinen Wegen.
Amen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

JEDER MENSCH HAT DIE WAHL

Keiner hat keine Innere Stimme,
egal ob Politiker, Rechtsanwalt oder Sportler,
Arzt, Beamter, Handwerker, Wissenschaftlicher,
Jeder Mensch, der Gute und der Schlimme,
hat die Wahl zwischen erster und zweiter Stimme.

Denn die übergeordnete Gesetzmäßigkeit,
die uns das Leben und den Tod verleiht,
allumfassend in unser Tatsächliches einschneit
mit einem unfehlbarem Gespür für Wahrhaftigkeit,
und sie unterwirft uns dieser Gesetzmäßigkeit.

Die innere, für manche die zweite Stimme,
ist die tiefere, die Empfindung, die erste.
Unser hoher Verstand ist das aller unterste
im Bewusstsein des Berggipfels, den ich erklimme,
und der stets sagt: folge nur deiner inneren Stimme.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

NOCH EIN LÄCHELN ÜBRIG

Ein Lächeln habe ich übrig
Wem soll ich es schenken?
Laute Welt, bitte werde ruhig
Laß mich in Ruhe klar denken

Eine kleine Kerze, gut geschützt,
kann tausend Kerzen anzünden
Ein ernstes Lächeln unterstützt
schmerzvolle Sühnen von Sünden

Ein Erdenleben, ernst genommen,
kann ein ewiges Leben bedeuten
Ein Lächeln, von Innen gekommen,
schlägt die meisten Therapeuten

Laute Welt, werde jetzt ruhig,
Die Zeiten sind am Wenden.
Ein Lächeln haben wir noch übrig
Wir wollen es nicht verschwenden.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung 

EIN ERNST

Zu viele Worte
Nichts gesagt

Im Herzen ein Ernst
Zu tief für Worte

Ein Ernst,
der dies beklagt:

Zu viele Worte
Nichts gesagt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

EINFACH SEIN IST EIN FACH FÜR SICH

Niemand kann mich
so gut tun wie ich.
Alle anderen tun nur sich
und nennen es mich.
Aber nur ich kann mich tun -
richtig und gut tun.
Einfach sein ist ein Fach für sich,
Du kennst und kannst nur Dich.

Der Sonnenaufgang kann nimmer
des Sonnenuntergangs Schimmer
wiedergeben. Sich selbst sein,
das Einfachste in der Natur,
ist das Schwierigste in der Kreatur.
Denn sich selbst sein ist anders sein
als die schützende Gleichart manchmal,
und andermal gleich sein mit Normal.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung 

HERKUNFT IST KEIN HEMD

Wie nah ist zu nah?
Wie fremd ist zu fremd?
Wir sind hier, aber sind wir da?
Herkunft ist kein Hemd
das an- und ausgezogen wird,
wenn um- und eingezogen wird,
und zusammen weitergezogen wird
als heutige Gesellschaft deutscher Nation.

Jedem Anfang wohnt ein Schmerz inne,
Neugeburt und Zauber sind seine Gewinne.
Dich des Wesentlichen - Einheit - bitte besinne.
Viele Herkünfte, eine Zukunft.
Gedankenaustausch ergibt Vernunft.
Auch Streitgespräche sind Gespräche
Streit als Bindungsmittel ist nicht immer Schwäche
Denn Stärke ist das Herz unserer Nation.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

NACHTSONNE GESUCHT

Zeig mir Sonne, wenn ich schlafe
Die Nacht ist zu dunkel für meine Träume
Hundert Monde reichen nicht aus als Waffe
gegen meine düsteren Erkenntnisbäume
Denn ich sehe aufsteigend wieder den Hass
der auf sein Herrenmenschentum besteht
Die Nacht ist finster, der Traum wird blass
Wo ist die Sonne, die nie untergeht?

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung