EIN HERZ VOLLER EMPFINDUNGEN

Ein Tag fängt mit einem Herz voller Empfindungen an
Denn der Geist ist eine Sonne, die Regenbögen in der Seele aufwirft -
Das ist seine Art, guten Morgen zu sagen,
die Welt mit neuen Träumen zu grüßen
und mit neuem Drang anzufeuern.

Die Kunst
Der Kampf
Die Herausforderung
ist nicht das Bewältigen des Äußeren
sondern das Beibehalten des Inneren
während Du täglich reist

durch den tausendfach verzweigten Tag
und an Deinem Inneren speist,
denn nicht die Sonne erhellt den düsteren Tag
sondern der Geist.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung 

BESINNE DICH DEINES HERZENS

Wenn alles, wenn alle weg sind,
Gesellschaft, Pflichten, Frau und Kind,
bleibt von mir und meinen Träumen was übrig?
Jugendliche Empfindung, einst quecksilbrig,
langsam stumpf gerieben unter Haaren grausilbrig
geworden, verweht mit dem Wind.

Die Aufgabe des Erwachsenen und des Greisen ist es,
die reine und kindliche Klarheit des Kindes
und die tiefen Empfindungen des Jugendlichen,
der er einst war, nun restlos zu verwirklichen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DER ZUSAMMEN-HANG VON OBEN UND UNTEN

Wenn Du lange in Dir suchst,
in allen Ecken und Räumen in Dir drinnen,
in jeder Hoffnung,
in jeder Angst,
inmitten Deiner jeden Erfahrung,
wenn Du kraft aller Deiner Sinnen
jeden Gedanke und jede Empfindung untersuchst,
findest Du eines Tages nach langem Ringen
In Dir den einen Zusammenhang,
wo Deine Liebe zu Gott
und Deine Liebe zu Menschen im Einklang
miteinander schwingen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DREIECK

Der lange Weg zwischen
dem, was wir sagen, und
dem, was wir meinen, und
dem, was wir bewirken, ist
so kurz wie ein Wort, wie
ein Lachen, wie ein Blick,
der nach Osten fliegt und
im Westen ankommt, der
den Süden sucht und den
Norden findet, der den
Sonnenaufgang malt und
der Sonnenuntergang
erscheint auf der Leinwand.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

OHNE VERSTÄNDNIS

Versteht ein Tier, daß
es einen Menschen nicht verstehen kann?
Oder denkt es, der Mensch ist nichts mehr,
als die wenigen Rufworte, die es verstehen kann?

Versteht der Verstand, daß
er Göttliches nicht verstehen kann?
Oder denkt er, Gott gibt es nicht,
einfach nur weil er Göttliches nicht verstehen kann?

Menschen reden und reden miteinander
und verstehen nicht mal einander gegenseitig.
Menschen schweigen und schweigen miteinander
und trotzdem verstehen sich nicht gegenseitig.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

KEINER IST VOLLKOMMEN

Keiner ist vollkommen -
Die, die Dir am nächsten sind,
werden es Dir belegen.
Weil sie Dir am nächsten sind.

Suchst Du die Frommen,
suche nicht unter Deinen Freunden.
Nur die neben Dir einst gelegen,
können Dich verleumden.

Aber angenommen
Du verzeihst nicht, wenn sie bitten,
wirst Du den erhofften Segen
auch draußen nicht finden bei Dritten.

Denn keiner ist vollkommen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

SCHWEIGEN, EINE SPRACHE

Schweigen, eine Sprache, Weltsprache,
oft schwieriger zu lernen als Englisch 
oder Swahili, schwieriger zu lesen als
Russisch, Chinesisch oder Arabisch,
schwierig zu verstehen, zu deuten, und 
am schwierigsten eloquent zu sprechen. 
Eine Innenweltsprache.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

PORTAL ALS MENSCH

Sie sehen Dein Lächeln
Ich sehe eine Pforte
Sie spüren Dein Herz
Ich spüre eine Türklinke
Sie hören Deine Stimme
Ich höre ein Tor sich öffnen

Auch ein Portal,
will es die Erde besuchen,
muß sich als Mensch verkleiden;
es begegnet uns frontal,
während wir einen Ausweg suchen
und es mißachten, belächeln, vermeiden.

Eines Tages verschließt es sich wieder,
ein Herz verschweigt seine schönsten Lieder.

Che Chidi Chukwumerije 
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

VERTRAUENSFLÜGEL

Vertrauen
hat die Flügel eines Traums
Zurückschauen
in die Leere eines Zeitraums
der verschwunden ist,
bringt nichts…
Vertrauen, einmal unterbrochen,
wie ein Traum, - ist weg.

Che Chidi Chukwumerije 
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung 

EINE ANDERE MENSCHHEIT

Eine zweite, nein, erste, Menschheit
wohnt tief unter der Oberfläche
der scheinbar herrschenden Menschheit 
wie eine unsichtbare Tragfläche -

Sie besteht aus denjenigen,
deren Geist Gottes Naturgesetze 
schweigend versteht als die alleinigen
Verwalter unser aller Schicksalsnetze. 

Diese Menschen beteiligen sich auch
an Politik, Wirtschaft, Gesellschaft,
an Akademie, Kunst, Sitte und Brauch,
aber sie machen alles gewissen-haft. 

Keiner Nation, Kultur oder Religion
gebührt mehr Treue als Deinem Gewissen.
Die Zukunft braucht neue Vision
und ein in Liebe verwurzeltes Wissen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung