Ich liebe Sprache - Sie kann so viel mit so wenig tun. Ich fürchte Sprache - Sie kann so viel mit so wenig vertun. Ich geize mit Sprache - Sie kann um so viel mit so wenig sich vertun. Ich hüte Sprache - Sie kann so Vielen mit so wenig alles antun. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
zum Rassismus und Xenophobie
KLEINER
Und die Welt wurde kleiner und immer kleiner Bald gab es nur noch da Deiner und hier meiner Dein Bereich, mein Bereich, und ihrer und seiner Der Einzelne wurde alleiner und immer alleiner Je enger verbunden wir wurden desto gemeiner Je äußerlich feiner desto innerlich unreiner Und wer sucht die Schuld dafür bei sich? Keiner. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
TIEFER ALS BLUT
Viele werden kommen und wieder gehen, viele Ausländer aus Ländern und Begriffen, denn fremdsein liegt nicht nur im Aussehen - das besonders Fremde sitzt nicht in Schiffen. Es sind Gedankenformen und Empfindungen, die uns anfassen, auffassen und erfassen, die uns einspannen in neue Verbindungen - die wir nicht fassen - eher sie uns wieder verlassen. Ihr denkt, daß Blut das tiefste ist… Ihr irrt gewaltig; tiefer verankert als Blut liegt der Boden, wo das Tatsächliche sitzt: Fremdes, Eigenes, Geist, Hab und Gut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
‘RÜBERKOMMEN
Dein Da Sein löst mal Freude mal Pein aus Dein Erscheinungsbild allein ist irgendwie einzig Dein Haus Ich kann Dich besuchen aber Du kommst nie daraus Du musst es in Dir suchen Korrektur, Erfolg und Applaus. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
KONTAKT
Eines habe ich gelernt - Um dazu zu gehören musst Du viel einstecken musst Du ecken und stören und die Gleichart selbst erwecken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EIN DEUTSCHLAND
🇩🇪Eine Leinwand Eine werktätige Hand Ein buntes Land Ein geistiges Band Ein menschlicher Rand Ein Mittelstand Ein Zukunftspfand Ein Herzbrand Ein Deutschland. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MIKRORASSISMEN
Es ermüdet, täglich auf der Hut zu sein. zu bangen; Feindseligkeit statt Freundlichkeit aus viel zu vielen fremden Blicken zu empfangen, Angriffe aus dem Nichts. Hinterhältigkeit. Es enttäuscht, nicht vertrauen zu können; den nächsten Dolchstoß ständig zu erwarten; Wenige zu kennen, die Dir Gutes gönnen; begriffen zu haben, Du gehörst zu “Fremdarten”. Es macht Dich stark und schwach zugleich; Du darfst zart sein aber niemals weich; wirst Armut überleben aber wirst nie reich. Zwischen Euch liegt ein unsichtbarer Teich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EIN LAND
Ein Land, zwei Seiten Eine Seite, zwei Länder Deutschland Deine weiten Tiefen sprechen Bänder. Das, was Du hasst, ist ein Teil von Dir, weil Du es hast tief in Dir und tief in mir. Das, was Du hast, ohne es zu beachten, ist‘s, was zu Dir passt - Nur tiefer beobachten. Die Gleichart ist tiefer als gedacht und verdient nicht so viel Verdacht und verdient nicht so viel Verdacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EIN NEUER BUND
Ein neuer Bund Basiert nicht auf Blut oder Boden Sondern auf geistigem Grund - Nur das allein führt nach Oben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
HERBSTNARBEN
Wenn der Herbst kommt komme ich an Werden die Blätter bunt zeige ich meine wahren Farben Werden die Bäume nackt seht Ihr meine schönen Narben Vertrauen habe ich verlernt In Deutschland irgendwann. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
