Nimm Dich in Acht, jetzt wo die Hexenjagd neubegonnen hat - Erst Argwohn, dann zuletzt findet das Verleumden überall statt. Nachbarn werden unnahbar. Undurchdachte Worte rächen sich schwer. Wunden, vielleicht unheilbar, blicken durch Augen wieder voll und leer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
zum Rassismus und Xenophobie
DIE GANZE WELT KAM NICHT ZUSAMMEN
Die ganze Welt kam zusammen untereinander aber anstatt sich besser zu lieben, hat das gegenseitige Erleben voneinander sie zu noch mehr Hass getrieben. Internet und leichtes Reisen beschleunigten die Verbreitung der Vorurteile; Es fanden sich in alten Kreisen neue Menschen zusammen in Windeseile. Das Gesetz der Anziehung der Gleichart wurde der Menschheit zum Fluch und Verderben; Eine eiserne Trennung zwischen zart und hart, zwischen innerem Leben und Sterben. Wir dünken uns fortgeschritten doch besser sind wir dabei nicht geworden; Gefangen in alten starren geistigen Sitten, künstlich intelligente moderne Horden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
BEDINGTE FREIZÜGIGKEIT
Die einen Weltwanderer, nach dem sie die Welt durchwandert haben, meinen, die anderen Wanderer auf dieser Welt dürfen dasselbe nicht haben: Bewegungsfreiheit und universeller Zugang, vor allem nicht bei ihnen und definitiv nicht zu ihnen. Das Herrenmenschbewusstsein in vollem Gang, weitergegeben mit der Muttermilch über Generationen. Oder ist es wirklich einfach nur der Materialismus? Die mehr haben halten die fern, die weniger haben? - nach dem sie sie erst geplündert haben. Und die weniger haben hätten gern, was die anderen haben? - auch was die noch nicht zurück gaben? Unterordnet sich Kultur am Ende doch nur dem Materialismus? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DAS ÄUSSERE
Etliche Nationalitäten liefen nebeneinander auf der Straße. Keine dachte von einer anderen: „Hier ist jemand, den ich eigentlich haße.“ Sie merkten nicht mal ihre Verschiedenheiten Weil sie sich äusserlich ähnelten. Keine spürte ihre Einsamkeit Wo Einsamkeit und Einsamkeit sich spiegelten. So stark ist die Macht der Oberfläche Die Oberflächlichkeit ist zugleich unsere größte Stärke und größte Schwäche. In unserer Armut sind wir reich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
500 JAHRE SPÄTER VIELLEICHT
Frage mich 500 Jahre später wenn ich das 3. Mal wiederkehre Frage erneut, 500 Jahre später, über die Bewahrung meiner Ehre in den Blicken der Einheimischen gerichtet an die Ausländischen. Heute wäre es zu früh Morgen auch und übermorgen Jeder Blick ist Dejavü Täglich mache ich mir Sorgen Aber vielleicht in 500 Jahren werden wir Achtung erfahren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WISSEN IST VERDACHT
Eine Gesellschaft ist nimmer so fremd daß Du nicht unter ihrer Oberfläche ihr Verborgenes wie Konturen unterm Hemd siehst, spürst, jede Stärke und Schwäche. Vertraut. Bekannt. Wir kennen uns gegenseitig, wir Menschen, und zwar gut. Wir wissen, anhand des anderen Tuns was er vorbereitend führt unterm Hut. Wissen ist Verdacht. Wissen ist erdacht. Wissen ist Schlacht, und nur manchmal Macht. Wir wissen mit gutem und schlechtem Gewissen das etwas kommt, deren Auswirkung wir nicht wissen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
OBERFLÄCHE
Katapultiert auf die Oberfläche sind wir geworden Es zählt nur noch die Hautfarbe bei der Seitenwahl Sortiert zum Westen, zum Osten, zum Süden, zum Norden Himmelsrichtungen führen manchmal zur Höllenqual. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
GEISTIGE GESCHWISTER
Geschwister haben ist schön aber wichtiger ist die geistige Gleichart. Die inneren Tiefen und Höhen sind ähnlich, ähnlich hart, ähnlich zart. Egal wie nationalistisch, egal wie rassistisch die ganze Welt wird, egal wie egoistisch zynisch oder ideologisch starr, bleibe Du unbeirrt: Suche Deine Gleichart im Geistigen, denn im Geistigen liegt die wahre Herkunft. Hör auf, Mitmenschen zu beleidigen - Werde und bleibe der Mensch der Zukunft. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SCHUTZENGEL
Wenn Du ahnungslos, freundschaftlich, mitten unter Feinden gehst, naiv und ungeschützt da stehst… denn für Dich ist es selbstverständlich: Hier sind sie alle Mensch und menschlich… Welche Engel beschützten uns ungesehen? Wir merken das Wunder nicht; trotz Dunkel scheinet das Licht. Der Verstand kann es nicht verstehen, Du überlebst und Dir ist nichts geschehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DIE URSACHE IST UNSICHTBAR
Ja Die Ursache ist unsichtbar. Politik kann die Auswirkung dämmen zwar, aber sie kann die Wunde selbst nicht heilen. Sie blutet aus allen Gesellschaftsteilen, links und rechts und durch die Mitte, verankert im Seelenherd von Brauch und Sitte - Fremd ist fremd und bleibt ewig fremd. Das Heimatliche ist kein wechselbares Hemd. Das Fremde betrachten wir lediglich als Trend, es bleibt an echter Integration durch uns gehemmt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
