Wir saßen gegenüber voneinander in der vollen Straßenbahn, Einander ähnlich in den Augen aller, die uns in der Ecke sitzen sahn, Und doch getrennt durch eine unsichtbare Kluft, die ich deutlich ahn. Du hier geboren und sozialisiert, ich in einem afrikanischen Land. Ich versuch, Deine Augen zu treffen, doch Dein Blick bleibt abgewandt. Ich steige bald aus, Du fährst weiter - wir bleiben einander unbekannt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
zum Rassismus und Xenophobie
HERRENMENSCHENTUM
Wenn ich könnte, würde
ich nicht in meinen Blog hinein dichten,
sondern auf Eure Seelen, die Hürde
direkt an dem Herde vernichten,
die auf dem Geist wie eine schwere Bürde
lastet, Schichten auf Schichten auf Schichten.
Erblindend. Frage Dich tausendmal warum,
warum ist die Menschheit so blind, so dumm?
Machen die Waffen die innere Stimme stumm?
Jede Kultur sieht sich selbst als Zentrum.
Summa Summarum:
Nichts macht so blind wie das Herrenmenschentum.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
IM KERNE

Gleich und gleich gesellet sich gerne, Kommet mir vor, Gehet tiefer als fleischlich nahe und ferne. Steige höher empor und blicke hinein: Es lieget in dem Kerne. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KEINE ANGST
Keine Angst Dein Mut ist Deine stärkste Waffe Hab keine Angst vor Deinem Mut Sie fürchten Deinen Mut Um Dich besiegen zu können brauchen sie Deine Angst Dein Mut ist Deine stärkste Waffe Je mehr Drohungen sie ausspucken desto mutiger werde Du! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE MENSCHLICHKEIT SCHÜTZEN
Es muss schwer sein menschlich zu sein, sonst gäbe es nicht so viel Rassismus unter uns, Menschen. Sonst gäbe es nicht so viel Volk-Egoismus. Es muss schwer sein menschlich zu sein, sonst gäbe es kein Herrenmenschentum unter uns, Menschen. Sonst gälte die Würde eines Menschen nicht als eines einzelnen Volkes Eigentum. Und von Generation zu Generation müssen wir die Menschlichkeit vor Menschen schützen, die nur als Rasse, als Volk, als Nation agieren - mit Sucht nach Herrlichkeit, Raum und Macht ergreifend mit Hässlichkeit - aber nicht als Menschen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
AN MEINE SCHWARZEN KINDER – (2)
Generationen - Gegossen in die Abzweigung sich widersprechender Nationen. Gefangen im Scheinwerferlicht der Ent-Scheidung. Gemischte Rassen - im Blut und/oder im Kopf vermischt. Beidseitig lieben, was beide Seiten hassen. In Euch ist mein Licht, das niemals erlischt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
UNIFORMEN
Die Uniformen Verdecken die Unterschiede lang genug Bringen ihre Träger einander nah genug Um die Unterschiede klar genug zu sehen Jetzt sind sie fassbar genug zu verstehen Hinter den Normen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EINE STIMME
Der Wind stieg aus dem Meer empor lief durch den Wald erzählte dort wilde Geschichten über das Meer - Und ich sagte zum Wasser, Sei nie wieder stimmlos. Der Wind stürzte aus dem Wald heraus lief brausend durch die Stadt erzählte dort schräge Geschichten über den Wald - Und ich sagte zu Bäumen, Seid nie wieder stimmlos. Und ich schaute in den Spiegel und sah den Schmerz in meinem Gesicht und ich sagte zu mir sei nie wieder stimmlos! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ALS WÄREN SIE FREMDE
Als wären sie Fremde blicke ich auf vier Menschen zurück, unterschiedlich wie die vier Jahreszeiten - jeder von meiner Vergangenheit ein Stück. Einst kannte ich sie, heute betrachte ich sie auf alten Bildern und im Gedächtnis wie verstorbene Freunde - anders kann ich das nicht schildern. Wie die Zeit und die Welt uns unmerklich doch sicher verändern - Kinder wachsen, Freunde gehen, wir finden Nähe in entfernten Ländern und lernen leben als Fremde an deren Rändern. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KLEIN IST GROSS
Nicht große Dinge verletzen, sondern kleine. Nicht grobe Verrate perplexen, sondern feine. Vertraute, die über Dich schwätzen - schmerzlicher als Steine. Fremde, die Dich falsch einschätzen und Du bist alleine. Schmal ist der Pfad, eng die Tür, eine Wunde der Fluss, der führt zu mir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
