Die Wir Frage Wie eine Nachtblume Wächst und wächst und wächst in mir - Bruder, wo ist Dein Wir? Ist es eine Erweiterung deren Wir? Oder liegt es jenseits dessen? Das Wir, das Ihr gemeinsam aufbaut, Bist Du ein Teil von ihm? Bruder, wer ist Dein Wir? Ist es Mensch oder Sache? Hat es Abstände und Abteilungen inne? Ein Wir unter uns und ein Wir nebeneinander? Geht es von mir aus oder wartet es auf mich? Ergänzen oder spiegeln wir uns? Bruder, was ist Dein Wir? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER STURM KOMMT
Es wird dunkel Dunkler als je es war Es wird gemunkelt Der Sturm kommt Festigt Eure Wurzeln Und Dach und Fenster und Tür Wahre gute Eures Herzens Schlüssel Der Sturm kommt Er kommt Geblendet durch seinen Blutrausch Er kommt Entfacht Eures Mutes Funke Bereitet Euch für den langen Kampf - Es ist die Stunde des Dunkels Die Stunde seines Niedergangs. Der Sturm des Guten, er kommt auch! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SCHWARZER MANN
Schwarz, nach dem Ebenbild meines Vaters, Nicht im Sinne Deiner Vorstellung. Mann, nach dem Ebenbild meines Vaters, Nicht Gemäß Deiner Einstellung. Selbstschützend, mit der Tiefe meiner Eltern, Ich gebe mich nie zur Ausstellung. Wenn das hier nicht passt, dann passt es nicht. Mein Herz ist ebenso afrikanisch wie mein Gesicht. Und mein Kern ist von Urbeginn an voll vermenschlicht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WAS WILL ES UNS SAGEN?
Ein Blick in die Vergangenheit Zeigt den Weg in die Zukunft nicht, Zeigt nur den Weg aus der Vergangenheit heraus. Einsam ist die Gegenwart, ein rätselhaftes Gedicht. Das Klima rebelliert. Was will es uns sagen? Die Erde bebt, kocht, schreit, weint - Menschen werden in Bewegung gesetzt. Wohin? Zeig mir den Zusammenhang, der dies alles vereint. Zeig mir den Verstand, der einen Zusammenhang verneint. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FRANKFURT NEU OHNE ALT
Unter der Fassade Frankfurts Lebt Frankfurt Wir zombien wie Schlafwandler auf einer Hülle herum Getrennt von seinem Ur-Inhalt durch Sich ständig verändernde Form Mit keinen Augen im Hinterkopf. Unter wie vielen Strukturen Leben alte Gebäude? Wie viele Brücken verbinden Heute Mit einem kaum noch vorstellbaren Gestern? Hinter wie vielen Gesichtern Schweigen Gedanken früherer Geister? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SEHNFLUCHT
Viele Stimmen sagen ein Ding. Eine Stimme sagt viele Dinge. Zwei Menschen teilen einen Ring. Du fühlst viele Dinge, wenn ich singe: Lust und Frust, Sehnsucht und Sehnflucht, Anziehung, Ablehnung, Zu-, Widerspruch. Du kennst dieses Wort noch nicht? Sehnflucht? Aber Du kennst das Gefühl - wie ein Fluch - Herzbruch aus lauter Angst vor Wortbruch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FINDE TÄGLICH DEINEN MOMENT
Inmitten des Lärms Finde ich einen schweigsamen Ort Tief in mir. Achte nicht auf meine Worte, Folge meinen Augen und triff mich dort. Ein Moment genügt, um Dich zu finden. Um mich zu finden, musst Du Dich finden. Um Dich zu finden, musst Du den Lärm überwinden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DA GEHT SIE
Da kommt sie Da geht sie Die Einsamkeit Als wäre sie wirklich allein Da geht sie Da kommt sie Die Einsamkeit Dieses Mal nimmt sie Dich mit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VORBEREITUNG
Winter braucht neun Monate Frühling braucht neun Monate Sommer braucht neun Monate Herbst braucht neun Monate Um drei Monate lang die Mission zu erfüllen. Nimm Dir Deine Zeit. Du erhältst nur eine Chance. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LIEBE IST WIE EIN GEDICHT
Liebe ist wie ein Gedicht
Du kannst sie nicht zwingen
Sie wird Dir gelingen
Wenn sie Dein Herz offen bricht.
Und während Du wartest
Auf das, was Du erwartest,
Vollendet sich Dein Gedicht.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
