NÄCHTLICHES SINNEN

Der Abend
Wie ein Buch mit tausend Fragen
Öffnet sich meiner Empfindungswelt.
So viele Fragen. Was wollt Ihr mir sagen?
Funkelnd wie Ideen am Himmelszelt.

Die Nacht
Wie ein Buch mit sieben Siegeln
Verschließt sich meinem Gedankenkreis.
Das selbe Schweigen in tausend Spiegeln.
Mein Verstand weiß nicht, was er nicht weiß.

Er weiß nicht mal, daß er nicht weiß.
Nur Meine Empfindung spürt es, erhellt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WIRD DIE WELT

Werden wir eines Tages zurückschauen
Und denken, wir haben die Welt gerettet?
Oder wird die Welt eines Tages zurückschauen
Und sagen, Gott hat mich vor den Menschen gerettet?

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DER MENSCH IN MIR

Es kommt der Moment
Du sagst Dir
Und Du sagst es Dir vehement
Ein Mensch lebt hier!
In mir.

Diese Zukunft, von der alle reden
Ein Stück davon wohnt in mir
Ohne mich keinen Eden
Der fehlende Teil steckt hier
In mir.

Ich wehre mich gegen Unrecht
Gegen Ausschluss aus dem „wir“
Und es gibt mir Recht
Der Mensch hier
In mir!

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WIR WERDEN UNS FINDEN

Wir werden uns finden
Genau dann, wann wir uns nicht erwarten
Denn wir sind die blinden
Die harten, die wunden, die suchenden, die zarten
und vielfältigen Deutschen der Neuzeit.

Wir werden uns missverstehen
Auf dem langen schmerzvollen Weg zur Einheit
Und denken, daß das was wir sehen
Menschen unterschiedlicher Arten sind. Ungleichheit
Ist die Illusion der Deutschen der Neuzeit.

Tiefer musst Du blicken
Um mich zu sehen. Ich wohne nicht auf der Oberfläche
Einen Gruß darfst Du ab und zu schicken.
Horche, ich grüße zurück. Gespräche
zwischen deutsche Geister der Neuzeit.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

EIN PLANET, VIELE WELTEN

Wenn Ihr wüsstet
wie tief unsere Wurzeln sind,
verginge Euch die Sprache
denn Euer Spott macht Euch blind.

Tausend Hollywoodfilme
können es nicht deutlicher sagen
als das Leben selbst es tut
für alle, die es wagen

Diese atemberaubende Wahrheit:
Es gibt Welten da draußen
Welten hinter Welten hinter Welten
Es lohnt sich der Blick nach Außen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ALLEIN IN DER MENGE

Es gibt diesen einen Tag
Diesen einen Augenblick
Während Du mitten in und mit der
Menschenmenge läufst
In dem Du plötzlich realisierst:
Ich bin allein.

Du hältst an, stehst still
Wie ein Tänzer mitten im Schrei
Während unzählige Stimmen
Wie Schlagzeuge auf Deine Ohren
Antworten zu ungestellten Fragen
Hart nieder trommeln.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WIR HABEN KEINE ANGST VOR DEM RAND

Und hier sind wir wieder
Wo wir am Anfang waren
Am Rande der Gesellschaft

Aber jetzt sind wir gerne da
Inmitten unserer eigenen Scharen
Im Herzen unserer Gesellschaft

Ausgegrenzte sind nie ausgegrenzt
Sie bilden sich zu einer wunderbaren
Neuen Parallelgesellschaft.

Deshalb, öffnen wir unsere Herzen wirklich
Der Idee einer ehrlichen wahren
Sich gegenseitig erlebenden Gesellschaft.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DER DUFT VON WASSER

Luft! Luft! Luft!
Euer Wasser ist blau
Ist klar, ist sauber, ist schön…
Aber ich kann nicht atmen -
Ich muss auftauchen!

Luft! Luft! Luft!
Euer See ist eine Kluft
Die uns trennt
Euer Meer an Mehr ist eine Gruft
In der meine Seele wie Asche brennt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DER INNERE FEIND

Du rüstest für den Krieg
Doch wer ist der Feind?
Hast Du in den Spiegel geschaut?

Schaue mal unter Deiner Haut
Wo Empfindung lacht und weint
Dort findest Du den Sieg.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

GEBEN UND NEHMEN

So viel zu geben
Kein Abnehmer
So viel benötigt
Kein Abgeber
Angefangen von Vertrauen
Bis zum sich gegenseitig in die Augen schauen
Und Eine Gesellschaft zusammen aufbauen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung