Ich feiere Dich in kleinen Mengen
Dein Wein ist stark, schone mich
in kleinen Mengen, mein Bedürfnis
ist groß. Und stark. Und reif. Und unersättlich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich feiere Dich in kleinen Mengen
Dein Wein ist stark, schone mich
in kleinen Mengen, mein Bedürfnis
ist groß. Und stark. Und reif. Und unersättlich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ein Tag, so kurz,
ist größer
als die meisten Menschen wissen
Mein ganzes Leben
spielt sich jeden Tag im Kreise ab
Ich erlebe es in meinem Empfinden
und Gewissen
Die fehlenden Lächeln, blicklos –
Die Vorurteile, wortlos –
Die endlose Liebe zu den unmöglichsten Menschen
und bizarrsten Dingen – und Dich
werde ich immer vermissen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wenn es etwas in mir wär,
das latent und schlummernd ist
und mein Verstand es vergisst…
Etwas, was komplett anders ist,
als das, was ich alles sonst bin,
und bestünde fast aus anderem Sinn
Eine verborgene Macht in mir drin
darauf wartend, geweckt zu sein,
flüsternd „Ich bin Dein, Du bist mein
ergänzendes Teil – Wir sind nicht allein.“
Wenn diese in mir wohnende andere Art
Form nehme würde, wäre sie zart,
zärtlich stark, weich, denn ich bin hart.
Es hätte Deine Art, das Gegenteil von mir –
Sähe aus und wäre wie Du ungefähr.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Er lebte voll und ganz sein kurzes Leben
Und ich beobachtete und wanderte daneben:
Den einen schenkte er ein Lächeln
Und erntete viele zurück
Den anderen brach er das Herz
Und brachte sie vorwärts ein Stück
Er hinterließ in mir vor allem den Mut
Zu suchen und zu teilen Wahrheit und Glück –
Denn wir leben, nicht nur um zu erleben
Wir leben, auch um zu beleben.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Das Leben stieg aus dem Wasser heraus
Und machte sich auf dem Lande Zuhaus –
Und jeder See,
an dem ich sinnend steh –
Jeder Fluß,
an dem ich entlang laufen muß –
Am Meer,
am besten Strand ernst und leer –
spüre ich, wie das Leben in mir
zurück gezogen wird, Geburtsort, zu Dir.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die Augen des Fremden. Sind sie Fenster oder Spiegel, wenn die Blicke ihre Siegel bersten? Spiegel sind schön und wichtig. Wie sollen wir sonst uns selbst entdecken? Vielschichtig wie wir sind und spielen immer, innere Kinder, Verstecken. Doch manch ein Spiegel war kein Spiegel, war immer ein Fenster, Aus- und Einblick entriegelt, ungeregelt verwirrend in eine andere Welt, verirrend aus und einsteigen, gefesselt. Nur… was, wenn das Fenster die ganze Zeit doch nur ein Spiegel war? Dann bist Du mein Zuhause, schön geheuer. Nur… was, wenn der Spiegel die ganze Zeit doch nur ein Fenster war? Dann bist Du mein rufendes Abenteuer. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Vorfreude und ich weiß nicht worauf –
Kopf blank, Herz gut drauf –
Lächeln und Schmunzeln abwechselnd
spannen sich im Wettlauf miteinander auf.
Irgendwo in seinem sturen Herzen
hört der Winter den Frühling scherzen –
Hoffnung und Heilung abwechselnd
bewegen sich in meinen Schmerzen aufeinander zu.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Frag keinen nach dem Weg.
Er wird Dir nur seinen Weg zeigen,
nicht Deinen. Deiner ist eigen.
Er beginnt da, wo Du bist.
Frag keinen nach dem Landungssteg.
Er wird Dir nur seine Beine zeigen,
nicht Deine. Selbst mußt Du umsteigen.
Es findet da statt, wo Du bist.
Menschen können aussehen, wie Du –
Sie haben trotzdem eine andere Aussicht.
Menschen können anders aussehen als Du –
Sie verstehen trotzdem Veränderung nicht.
Zumindest die nicht, die die Deine ist –
Sie verändert Dich, und dort, wo Du bist.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Als ich nach Deutschland kam,
starb ich –
Wie eine umgepflanzte Blume,
verdarb ich –
Um Verbindung als Gleichart vergeblich
warb ich –
Als Gespenst mitten in der Menge
stand ich –
Unsichtbar als Ich, und als Mensch
verschwand ich –
Trost bei weder Weiß noch Schwarz
fand ich –
Bis keine Farben mehr, keine Labels
sah ich –
Erst dann wie ein Ereignis mir selbst
geschah ich –
Nach dem langen Weg, wo ich verlor
beinah Ich
War ich es doch, der mich erfüllen musste –
Ja, ich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Gestern war ein fauler Tag,
mehr Gefühl als Getue
Ich lag reglos träumend im Bett
wie eine Freiheitsstatue
Und viele Gedanken, wie Früchte,
fielen von mir ab
Viele Gewichte und viele Ängste
wie Schweiß rollten herab
Ich weiß nicht, warum ich Gedichte schreibe
in einer Fremdsprache jede Nacht –
Das Ureigenste tief in mir
ist aus fremdem Kern gemacht.
Gestern war ein reger Tag,
mehr Empfindung als Entspannung
Ich eilte durch mein ganzes Leben
und fand Selbsterkennung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung