JENSEITS DER GEDANKEN

Deine Gedanken waren
Dir mal fremd
Fremde Gedanken scharen
Sich um Dich –

Schickst Du einen fassbaren
Gedanken Samen aus
Halten sie sich fest und fahren
In Dich ein

Ungehört doch gespürt garen
Sie in Dir
Nehmen Einfluss auf Dein Gebaren
Und weiteres Denken.

Hör auf Dein Herz und Gewissen, Mensch
Tiefer, auf Dein geistiges Lichtempfinden –
Nicht alle Gedanken sind blind zu folgen.
Versuch, die Innere Stimme mit einzubinden.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

SPÄTLING

Spürst Du
Wie ich – auch –
Das langsame karg
Und immer kärger Werden
Unserer zweiten Haut?

Kaum finden die zitternden
Strahlen des Tagesmondes Raum
Sich auf einer bunten Baumkrone auszuruhn
Morgens, erfriert unser Lächeln wieder
Bevor es überhaupt auftaut.

Spürst Du
Wie ich – auch –
Wie Mutter sich zurück zieht
In die Arme ihres unsichtbaren
Liebhabers, folgsam und gehorsam?

Der Spätling ist
Jedes Jahr zäh und zart
Immer wieder hart und weich
Jedes Jahr bunt, wechselhaft und grau
Und immer immer seltsam.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

NEEDED: QUANTUM LEAP IN OUR LIFETIME

Nigeria IS a Crisis.

It‘s been almost 50 years since the civil war ended; … and today someone was dejectedly complaining of being without electricity for 24 hours straight – and of just feeling as if she was still in the civil war devasted Biafra zone where everything broke down under the onslaught of war. Sitting in the dark. Feeling unsafe. Not knowing when the Danger will manifest. But you know it’s out there, coming at you, waiting for you. Nervous about the present and the future. All you have is just your resolve to survive, and the depressing certainty that the difficulties are far from over. You struggle to find hope. Only the super rich can afford a more or less uninterrupted self-supply of the basic necessities. Normalcy becomes a luxury. But this is not Biafra 1969. This is Nigeria 2019. On the day on which you should celebrate in exhilaration, you just feel miserable as you see the state of your country.

Almost 50 years after the Civil War. From Gowon to Murtala to Obasanjo to Shagari to Buhari to Babangida to Shonekan to Abacha to Abdulsalami back to Obasanjo on to Yar‘adua on to Jonathan … back to Buhari. It‘s like we have just gone round in a vicious circle back to darkness and hopelessness and sadness. On Independence Day, on Nigeria‘s 59th Independence Day – and in fact a full 121 years after street lights were first installed in Nigeria – millions of people in Nigerian towns and Nigerian villages are sitting in darkness in their homes on Independence Day 2019. This is Nigeria‘s sad and shameful report card.

People, we need a QUANTUM LEAP forward. But this is the question: Who will trigger it? Who will chaperone and manage it? Who will deliver and anchor it, and safeguard it and programme it with the software of the internal logic of self-perpetuation, so that it will keep on leaping forward henceforth? The people who created Nigeria did not design it for the people who live in Nigeria today. We were not on their minds. Nigeria was designed to function as a Colony, not as a self-governing Entity. At so-called Independence in 1960, the White leadership of that Colony was simply replaced by Black leadership. But a Colony by nature it remained and still remains until today.

And because Nigeria, at its heart, in its design, in its internal logic, and in its set-up, is still a Colony and is still wired like a Colony, it thus lends itself most easily to be conquered by and to be subservient to imperial leadership, to ANY imperial Leadership. And that is why any tribe or clique or gang or cabal that is versed and experienced in the ways of Imperialism will always find it easy – both in military and in civilian times – to work their way into the center of government and snatch the power and keep it to themselves, and there will be no mechanisms or dynamics or institutions in place to stop them from doing this. Even Democracy by itself will not stop them. Because Nigeria was designed for just this purpose: to be ruled by an Imperialist. The foundational nature of the animal itself, Nigeria, is that it was designed not to be a free King in the jungle, but to be the broken, driven, crazed and manipulated servant of an Imperator. Always remember this. This will explain to you why power, real power, always keeps returning to or remaining with a certain type of people. This is the DNA of Nigeria. Imperialists understand this. Republicans don‘t.

Until this system is broken up, a new kind of nation-being will not break through from our midst. A new kind of leadership will find no space to emerge. A new philosophy of followership will not be able to manifest itself. The united upbuilding will not take place. We all feel the right way things should be done – but the system just keeps on sabotaging every new attempt to correct Nigeria.

How much longer can Nigeria bear the weight of this chain? The World is galloping ahead. And one day the difference between where Nigeria is and where Nigeria should be, will tear Nigeria apart. If it ever comes to that, which would be the worst catastrophe that would have ever hit Africa, then, from the broken parts left behind, Biafra will strive again to rise again out of the darkness into which war once plunged her, rise again, rise up like the Rising Sun.

And I bet you, others will do the same too. Unless Nigeria can make that Quantum Leap, in our lifetime, away from the imperialism-prone colony-at-heart country she still is, and restructure herself into a balanced continuum that liberates her peoples’ internal powers of invention, organisation, self-correction and equal-footed association which can propel her forward. Forward into that future that is about to leave us behind.

– Che Chidi Chukwumerije

WELTSICHT

Pangaea sprach
Aus
Bewunderung brach
Aus
Die Rundwanderung
Um die Runde Erde
Krachte in sich zusammen
Kontinenten mit Ecken
Und Kanten
Uralte Bekannten
Mit fremden Augen
Die Welt sehen
Menschen übersehen.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

TRENNUNG

Heute morgen. Sitzend im Friedhof
Ich frage mich: was ist leben?
Draußen war in und um mir alles tot
Hier fühle ich mich lebendig

Hier wo Knochen und Eitelkeit
Begraben nebeneinander weiter sterben
Kein Streben nach Ruhm macht
Den Sterblichen wieder unsterblich

Nirgends ist leben spürbarer als hier
Wo keiner liegt und nicht in Frieden
Selbst der Tod hält sich fest am Leben
Höflich, wachsam, grün und friedlich

In der Stille tief ist Schönheit
In den Gedanken der Hinterbliebenen
Selbst inzwischen auch abgeschieden
Unter ihren eigenen Blumen liegen.

Das Schönste an einem Gedicht
Nicht der Anfang, sondern sein Enden
Plötzlich, bestimmt, ist es geboren und
Befreit sich von seinem Dichter endlich.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

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VERTRAUENSBRUCH

Die Blumen verabschieden sich
Du merkst es nur nicht, weil
Sie noch da sind – nach dem Abschied
Verweilt das Lächeln noch eine Weile

Das Polareis blieb, trauriges letztes Lächeln
Der Vergangenheit, noch lange nach
Dem es getötet wurde – die Natur
Wartet lang und geduldig mit ihrer Rache

Manche Ehen
Manche Träume
Manches Vertrauen
Manche Menschen
Sterben
Erst lange nach dem
Sie getötet wurden.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

ANGESTECKT

Ein rotes Tier
Spielt neuerdings im Wald
Es färbt ab

Wie ein Gedanke
Der von Kopf zu Kopf
Sich fortpflanzt
Bis ein ganzes Volk
Einst im Frühling seines Schmerzes
Jetzt den Sommer verdirbt
Zum roten Herbst wird

Ein gelbes Tier
Wartet welk am Rand
Farbe in Hand. Bald dran.
Danach folgt das Graue.
Gefolgt, gedeckt vom stillen weißen Tod.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

GOTT

Egal wie viel es ist, irgendwann geht es zur Neige. Gott allein ist unerschöpflich. Frage Dich also: Was ist Gott, das Unerschöpfliche? Die Unerschöpflichkeit selbst.

Wir leben mitten im Ergebnis des Ausdrucks seiner Unerschöpflichkeit und wir nennen das “Sein” oder “Leben”. Die Quelle dessen aber, aus dem wir teils dankbar, teils gedankenlos undankend und selbstverständlich schöpfend das haben und gestalten, was wir Sein oder Leben nennen, diese Quelle bleibt unserem Wissen verschlossen und zwingt uns immer wieder zur Frage: Was ist das, Gott, das Unerschöpfliche? Wer ist Gott, dessen Kraft angeblich unerschöpflich ist?

Und sie muß auch unerschöpflich sein, sonst gäbe es das Sein oder das Leben nicht oder nicht mehr. Nur das kann Leben sein, was weder Anfang noch Ende hat. Alles, was eines von beidem hat, verdient nicht den Namen Leben; und da das, was wir oft Leben nennen, einst ein Ende haben wird, kann es nicht das Leben sein, denn die Eigenschaft des Lebens ist, daß es lebt! Alles, was aufhören kann, zu leben, kann nie das Leben gewesen sein, da das Leben ja das Leben deshalb ist, weil es lebt und einfach lebt, also immer weiter lebt, so wie es auch immer lebte, weil es an sich Leben selbst ist. Und da es immer lebte und immer lebt, ohne davon abzukommen, muß es vollkommen sein. Diese Annahme seiner Vollkommenheit wird durch die Tatsache bekräftigt, daß das All – also alles – also alles Sein in seiner verblüffenden Vielfältigkeit – an vollkommenen Naturgesetzen kreist, hängt und zusammenhängt.

Alles, was einen Anfang hat, kann auch nicht das Leben sein, sondern DAS wiederum muß das Leben sein, aus dem das geboren wurde, dieses einst Angefangene, was wir vorher als Leben einstuften.

Was also ist das Leben? Wer ist Gott, dessen unerschöpfliche Kraft alles weitere Sein hält, und aus dessen Unerschöpflichkeit die Strahlen hervorgehen, aus denen alles das Gestalt nimmt, was wir irrtümlich Leben nennen?

Nur einer hat mich so weit gebracht, und führt mich noch weiter Richtung der Antwort: Die Gralsbotschaft “Im Lichte der Wahrheit” von Abd-ru-shin. Für alle die, die mich immer wieder fragen, warum ich manchmal nach Tirol fahre: Deshalb tue ich das, um in der Gralssiedlung auf dem Vomperberg in Tirol Kraft und Klarheit zu schöpfen. Denn wer den Ahnungsweg zu Gott finden und wissend gehen will, der muß über seine eigene Innere Stimme die Verbindung dazu suchen. Keiner hat mir diesbezüglich mehr geholfen als Abd-ru-shin in seiner Gralsbotschaft. Wer oder was ist Gott?

– Che Chidi Chukwumerije

DER HERBST REGT SICH

Herr Herbst
Wie ein Raubritter
Stehlt uns langsam das Sommergrün
Überlässt schleichend uns Laubglitzer
Wo bunte Strahlen kalt glühn
Auf Ästen nackt grau bitter
Und herb.

Morgendlicher Herbstregen
Wie ein graublaues Staubgitter
Herbst noch nicht ganz
Sommer nicht mehr, Urlaubzwitter
Zwischen Schlaf und Tanz
Das Gemüt gewöhnt sich, taub, zitternd
Wieder an Herrn Herbst.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

KLEINE KUNST

Der Ton macht die Musik
Die Absicht macht den Unterschied
Zwischen richtig und richtig
Falsch ist immer falsch, auch wenn richtig
Die große Kunst liegt in kleiner Kunst
Schönheit täglich der Schönheit wegen
Und Alles Gute unterstützen

Ich liebe die Rose
Die zornig in der Wüste den Himmel liebt
Ich bewundere die Obdachlose
Die in Frieden mit sich selbst wohnt
Und stolz bei sich ruht
Während die anderen unruhig an ihr vorbei hasten
Überbelastet mit Haben ohne Sein

Wie sehr gönne ich ihr ein Dach
Über ihrer Dornenkrone
Und ein Schloß um ihren Stolz.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung