Wenn jedes Gedicht ein Schritt ist, welchem Gedanken nähere ich mich? Wenn jeder Gruß ein Abschnitt ist der menschlichen Reise ins Friedensreich, wenn ich da ankomme, sehe ich Dich? Wenn jede Trennung ein Tritt ist in den Hintern, weil Du weiter gehen musst, weiter suchen musst, hast Du noch Lust? Wenn jeder Tag ein Zeitlimit ist, erfüllst Du täglich alles in Deiner Brust? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
alles
MEHR ALS ALLES
Hab alles gegeben Bin nichts mehr Habe nichts mehr Kann nicht mehr Will nicht mehr Übrig geblieben ist das, was ich wirklich bin. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FREMDE EIGENTÜMER
Warum bin ich von Sachen umgeben
die ich nicht vermissen werde
nach meinem langen kurzen Leben
auf dieser fremden Muttererde?
Wenn man nichts anderes hat
als alles, was man hat
Merkt man, daß man in der Tat
außer sich und der Liebe nichts hat.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ALLES GEBEN
Du gibst, Che, von Dir zu viel Preis
Na, und? Wo wäre denn sonst der Beweis
Daß ich lebte, litt und liebte, hielt nichts zurück
Jedem das gab, was er in mir weckte
Alles, was mir ernst war, ganz vollstreckte
Und strebte wirklich ehrlich nach dem Glück?
– Che Chidi Chukwumerije
“2019: Das Jahr der deutschen Dichtung”
ALLES UND NICHTS
Das Äußere
Das Veräußerte
Das Innere
Das Verinnerlichte
Mein Bruder sieht nicht aus, wie ich
Der Fremde aber könnte mir Zwilling sein
Wegen des Geäußerten
Das immer Vieles aber nie Alles
In sich verinnerlicht preisgibt.
– Che Chidi Chukwumerije.
