Ich höre Dich wenn ich aus dem Fenster rausrieche spüre Deine Gedanken Gefühle in den Augen fremder Menschen auf Deinen Gassen immer rufst Du mich bist verlangend bist besitzergreifend eine zweite Stimme in meinem Kopf wenn ich nachts im Bett liege denke ich denke nichts fühle ich fühle etwas weiß nicht was empfinde Dich mein gewordenes Zuhause. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
am Main
VIELFÄLTIG
Alles, was eine Weltstadt verträgt:
Alles, was sie nicht versteht,
verträgt sie. Alles, was ihren Boden belegt,
erregt sie, bewegt sie.
Selbst mich –
und das überrascht mich –
selbst ich finde in mitten des vielfältigen Fremden
etwas heimatliches und gleichartiges
und das überrascht mich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FRANKFURT
Lang trug ich meine Heimat
wie eine ungeöffnete Reisetasche
auf meinem Rücken
Unbequem und unbequem machend
Stach ich in jeder Menschenmenge heraus
Denn ich wollte mich nie bücken
Schmerz ist ein Auseinandersetzen mit Freude
Einsamkeit ein Ringen mit Gesellschaft
Davor kann sich kein Ankömmling drücken
Doch auch die Morgendämmerung kommt irgendwann an
und die Stadt, die Dir einst so schwer war,
wird Dich zum Schluß beglücken.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
