Unsere Identität haben wir ganz nach Außen verlagert, Ihr Sinn wird in nur körperlichen Merkmalen begriffen. Dabei ist unsere wahre Identität im Geistigen gelagert - Wer dies nicht begreift, bleibt von Widersprüchen ergriffen; Wer es aber ahnt, kann innere und äußere Konflikte umschiffen. Die Zeiten werden komplexer werden, eher sie sich vereinfachen; Freunde, unwissend, werden sich gegenseitig kaputt machen; Fremde werden sich für Freunde halten, und ihre Freunde auslachen; Und wer und wo die wahren Feinde sind, Das weiß keiner, denn wir sind alle blind. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Äusserlichkeiten
UNERFÜLLT
Ich muss allerdings gestehen Es fällt mir heute nichts ein Ich habe nichts Neues gesehen War den ganzen Tag allein Nicht ich der Mensch äußerer Gesichter - Sondern ich der innere Dichter. Wie ein Ich in meinem Ich saß ich Und sah mich vieles machen Manchmal ernst, manchmal spaßig Unterwegs mit meinen sieben Sachen - Und ich merkte nicht, daß ich mich beobachtete, Bis der Abend dämmerte und ich erwachte. So wenig leben wir, während wir leben, Das lebendige Ich versteckt sich. So wenig geben wir, wenn wir geben. Das lebendige Ich entdeckt sich erst am Ende seiner langen Lebensreise - Ein Junge unerfüllt im sterbenden Greise. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
