BIS WIR UNS WIEDER BERÜHREN KÖNNEN

Daß ich nun verzichten muß
auf den längst aufblühenden Kuß,
Schatz, trifft mich besonders hart.

Daß ich nicht mehr halten kann
Deine zarte Hand, wie einst fast getan,
Herz, hat eben mein Herz erschwert.

Drum, um so mehr, bitte schenk mir
das innigste wesentlichste Teil von Dir
in jedem Augen-Blick und in jedem Wort.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

SPÜREN

Nein, nicht kristallgrün
Nachts ist mir schön
Nicht und nimmer feuerrot
Nein, denn Aussehen ist tot

Mich interessiert nicht
Was du hast in Aussicht
Einsicht allein ist mein Sehen
Das sollst du einsehen

Berühre mich nicht
Flüstere nicht. Das Licht
Ist sichtbar mit geschlossenen Augen
Und hörbar im Schweigen.

– Che Chidi Chukwumerije.

BERÜHRUNG

Berühre mich heute
Nacht nicht – ich bin wund
Ich bin der Nacht Beute
Es klopft die Erinnerung

Salbe. Dein Schweigen
Ist Salbe, ist Liebe, ist lind
Ist wie ein sanfter Reigen
Ist wie ein Schmetterling

Wer tanzt da ohn Gesicht?
Wer drückt da meine Hand?
Es trifft mich, und zerbricht
Ein müder Bumerang

Dich wollte ich aber nicht
Verletzen – sondern schützend
Schwieg ich. Doch im Gedicht
Lieg ich dir hauteng

So trennte uns die Nacht –
Abnehmender Halbmond…
Morgen stimmen wir uns sacht
Wieder ein in unsren Song.

– Che Chidi Chukwumerije.