Halte mich
Damit ich weg gehen kann
Lasse mich
los, damit ich bleiben kann
Denn in der Ferne
möchte ich mich mit Dir verbunden wissen
Und in der Nähe
möchte ich meine Freiheit aber nicht missen.
Che Chidi ChukwumerijeIm Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ein Dichter ist immer allein
denn seine Treue und seine Liebe
gelten nur seinem Dichtersein,
keinem Menschen, keinem Triebe.
Das spüren die Menschen fein
ohne es einordnen zu können:
Meiner wird er nie wirklich sein -
Seine Freiheit muss ich ihm gönnen.
Doch des Freiseins Preis ist Alleinsein;
Verbindungen kommen und gehen -
Die wahre Bindung, hell, echt und rein,
können die Wenigsten verstehen.
Sie bleibt im Inneren bestehen,
genährt durch die Einsamkeit -
Die Fähigkeit, ins Herz zu sehen
und fangen unsre tiefe Gemeinsamkeit.
Che Chidi ChukwumerijeIm Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die Gedanken sind unfrei,
gebunden an Neigungen,
an Hängen und an Lastern,
an Wunden und Erinnerungen -
Die Gedanken sind unfrei,
gefesselt an Vorurteilen,
an Voreingenommenheiten,
gewurzelt in festen Erdteilen.
Die Gedanken sind nicht frei,
wie Monde kreisend festgehalten
im Bann Deines inneren Selbsts,
deren Sinn sie immer enthalten.
Die Gedanken sind nicht frei
und sie machen nicht frei -
Nur das Herz kennt die Kunst
der wahren freien Fliegerei.
Che Chidi ChukwumerijeIm Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wieder von Vorne anfangen
Verlorene Zeit abhaken
Es lebt noch Dein Verlangen
Nach gleichartigen Geistern
Nach Kunst ohne Kompromiss
Du Dich selbst wieder begeistern
Die Fähigkeit, Altes los zu lassen
Ist unsere größte Superkraft
Ist Macht, uns Neuem anzupassen.
Che Chidi ChukwumerijeIm Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich habe immer gesagt,
Musik ist redegewandt und hat
viel zu sagen, wenn ihr alle Knebel
alle Fesseln genommen werden
Wie jeder Mensch ändert sie schön
ändert sie oft und plötzlich ihre Meinung
wechselt das Thema nach Belieben
unter dem Druck ihrer Empfindungsvielfalt…
ohne ihr Ziel aus den Augen zu verlieren.
Ich mag es am meisten, wenn sie…
… plötzlich …inne… hält…
und einen neuen Gedanken nachdenklich
betrachtet… sie dreht ihn hin und her…
Wie ein Mensch, wie ein selbstbewusstes
intelligentes Lebewesen es tun würde –
Denn sie lebt. Musik, Du lebst auch.
Du erinnerst mich an das Kind, das einst
in mir lebte und tausend Wege täglich ging,
spielerisch, intuitiv, intelligent, neugierig,
und sein Ziel nie aus den Augen verlor.
Dieses Gedicht wurde inspiriert von Stefan Kraus’ Inception.
INCEPTION ist ein Musikstück, das von Stefan Kraus komponiert und von Alejandro Mejía Sánchez auf Gitarre gespielt wurde. Stefan Kraus‘s Blogeintrag über seine wunderbare Komposition kann HIER gelesen werden. Oder hier: https://laforgesita.wordpress.com/2022/07/25/alles-auf-anfang/
Und das Musikstück selbst ist HIER in YouTube direkt hörbar. Oder hier:
Einen großen Dank von mir an Stefan – und an Alejandro.
Zusammen bringen sie Illusionen
und wenn sie die Wahrheit finden,
sind es jetzt geteilte Enttäuschungen,
die sie noch inniger verbinden.
Der Schmerz soll in ihnen brennen,
ihnen die Wahrheit über sich verleihen;
Sie sollen die Wahrheit kennen
und die Wahrheit wird sie befreien.
Nichts ist schöner als frei zu sein
und in Freiheit die Freiheit zu teilen;
Zu sagen Du bist nicht mein und ich nicht Dein
aber wir wollen für immer miteinander weilen.
Wir können zehntausend Meilen
im Gleichschritt still stehen,
zehntausend Gespräche führen
und uns nicht verstehen,
zehntausend Mal einander anschauen
ohne einander zu sehen
und trotzdem einfach so weitermachen
wie in zehntausend anderen Ehen.
Oder wir können einmal die Regeln brechen
und einmal die Sünde begehen,
auf die eigene Innere Stimme zu hören
und ehrlich den ehrlichen Weg zu gehen –
Wir können mutig gemeinsam kämpfen,
den Begriff „Leben“ umzudrehen
und etwas Neues machen
auf Erden aus unseren Ehen.
Aber wir wollten uns gegenseitig angehören
Und logen einander an
jede Nacht flüsternd
Ich gehöre Dir,
Ich gehöre Dir,
Ich gehöre Dir.
Doch meine innere Stimme
schaute mich jedes Mal danach an
und sagte:
Das ist nicht fair.
Sag ihr doch die Wahrheit:
Du gehörst nur mir,
dem Feuer tief in Dir selbst.