SANFT GROOVEN

Wenn alles ruhig geworden ist
und die frohen Stimmen aus der Kindheit
endgültig verschollen zu sein scheinen…

Wenn die Musik aus dem Speaker sanft groovt
und meine Widersprüche mittanzen
denn was soll man abends sonst machen?

Wenn Du aus meinem Seelenuntergrund schlüpfst
denn Du weißt, daß ich schwach geworden bin –
Ich habe den Kampf gegen mich verloren –

Welcher Held wird nicht zum Fall gebracht?
Welche Lüge ist nicht insgeheim die Wahrheit?
Welcher Erwachsene vermisst sein inneres Kind nicht?

Auf Wiedersehen, Du.

Lümmelnd groovt der späte Abend dahin..
Schweifend tanzen meine Gefühle miteinander
Schweigend beobachte ich mein inneres Ich.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

GEFÜHLSREGUNG

Wer hat den Himmel erregt
Wer auch immer das ist, er regnet für Dich
und weint
denn er findet Dich nicht…
Wieder nicht.

Angeregt vom Regen
löst sich der Dichter von seinem Träger
steigt im Mantel der Einsamkeit
aus seinem Herzen empor in seinen Kopf
und flüstert…

Regnen
Regen
Schreib mir ein Gedicht.
Der Kopf wartet, bis die Aufregung nachlässt –
Erst dann wird die Hand rege.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

UNTER DRUCK

Wer mich will, der hat mich
Der zurück wich, dem wich ich
Aus. Auch.
Ein Gefühl im Bauch.

Zu schwer, Elefantenschrei
Ich fuhr auf, morgenfrüh
Im Innenraum einer rotgelben Wut
Das, was du leckst, das ist mein Blut
Liebe Frau
Das ist mein Blut.

Aufknallt, aufknarrt, aufkracht
Ach! Feuer Feuer
Aufknackt ein blutendes Herz –
Eine dicke langsame ruhige
Flüssigkeit, ausgedrückt wie ein Gedicht
Vom Dichter.
Dichter, Dichter, drück es ’raus.

– Che Chidi Chukwumerije