VERZEHREN

Der Genuß des Lebens
Besteht für mich darin
Die Grenzen der Reize ständig auszuweiten
Die ich ohne nach zu geben
Ertragen kann.

Was läufst Du weg von mir
Und steigerst mein Empfinden?
Gefangen zwischen Mensch und Tier
Am Sehnen und am Erblinden.

Du bietest mir körperliche Nähe an
Auf daß ich deine Seele in Ruhe lasse
Aber nein – Ich weiß, was ich will.

Was ist Zeit?
Wir haben die Ewigkeit.

Und Langsamkeit.

CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

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UNSERE GRENZEN

Weit weit
Wie Ort des Urknalls
Kante des Geschehens
Leben
Weit weit dehnt sich
Weiter mein Herz aus
Jedes Herz, das ich einst rührte
Ist noch unterwegs nach Haus
Jeder Freund, der Abschied nahm
Spür ich noch hier Zuhaus

Wie weit noch, dein Ufer?
Bald gehen mir die Kräfte aus.

– Che Chidi Chukwumerije.

EIN ANDERER UMGANG MIT DU UND SIE

Sie, nicht weil Sie mein Vorgesetzter oder meine Chefin sind, sondern weil wir einander innerlich fremd sind…

Du, nicht weil wir Kollegen oder Nachbarn sind, sondern weil wir geistig im Gleichklang schwingen.

Und Sie, obwohl wir gleichalt sind, und in den selben Bekanntschafts- oder Arbeitskreisen uns befinden, sind mir irgendwie fern… ungleichartig… und intuitiv zolle ich Ihnen den dazu nötigen Respekt, Ihren Raum…

Und Du, obwohl wir uns erst kennen gelernt haben, oder es anscheinend uns nichts verbindet, was Nähe zulässt, bist mir vertraut ohne Ende und ich fühle mich bei Dir zu Hause und in der Gesellschaft eines Freundes.

Und selbst wenn einige die Sprache zum politischen Machtinstrument des Teilens und Herrschens, oder zur gesellschaftlichen Umgangsform des Lügens, des Verbergens und der Grenzüberschreitung abwerten…

bleibt trotzdem des Menschen Wort dessen BUND, denn seine Aus-sprache ist jeder. Höflich, Sie. Ehrlich achtungsvoll.
Vertraut, Du. Intim und sehr vertraut.

Che Chidi Chukwumerije.