Die Gedanken sind unfrei, gebunden an Neigungen, an Hängen und an Lastern, an Wunden und Erinnerungen - Die Gedanken sind unfrei, gefesselt an Vorurteilen, an Voreingenommenheiten, gewurzelt in festen Erdteilen. Die Gedanken sind nicht frei, wie Monde kreisend festgehalten im Bann Deines inneren Selbsts, deren Sinn sie immer enthalten. Die Gedanken sind nicht frei und sie machen nicht frei - Nur das Herz kennt die Kunst der wahren freien Fliegerei. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HERZ
HERZSURFEN
Manche surfen das Netz Manche surfen Herzen und zünden dadrinnen Kerzen an Nicht Kakophonie, sondern Symphonie, Harmonie und Sympathie verlangt von uns das Schöpfungsgesetz. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIE TIEF DEIN HERZ IST
So viele Gedanken sind Erinnerungen die als Gedanken und Empfindungen zurückkehren. Wie tief Dein Herz ist weisst Du nicht Wenn Dich Schmerz frisst möchte das Licht Dich Tiefe lehren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
IN DER NACHT
Das Licht scheint am Hellsten in der Nacht, ich weiß nicht warum, vor allem nach Mitternacht. Die Menschen sind am unsichtbarsten tagsüber, maskiert, abwesend, verlogener, härter, trüber. Brauchen wir das Dunkel um Licht zu sein? Steinharte Herzen schmelzen bei Mondschein, was vorher Weh tat, wird noch schmerzvoller, die Empfindung wird empfindsamer, das Herz voller, Umarmungen werden länger und immer länger und enger, und enger, und enger, und enger. Und die, die beten, stellen mit Erleichterung fest, daß das Gebet wahr ist, eher es ihre Brust verlässt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HERZ ZU HERZ
Komm mir nicht zu nahe um zu hören, was ich flüstere Nähe macht nicht lauter das Helle oder das Düstere eines Menschen Inneren. Allein das Herz entziffert was das Herz leise flüstert. Ich weiß nicht, wo Du jetzt seist Du bist schon so lange fort - Bist auf der Erde oder im Jenseits? Dennoch höre ich Dein jedes Wort in meinem Inneren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DRIN
Ich bin drin Es macht keinen Sinn Dich noch zu zu machen Ich bin schon drin Ich wohne in Deinem Lachen Ich höre mich hallen und nachhallen wie ein Gefühl in Deinem Bauch und ein Klopfen in Deinem Herz auch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEIN VIELFÄLTIGES HERZ
Klopf Klopf! Wer ist da? Ich klopfe nicht, Conga, ich trommele Ich bin keine Conga, bin Dein Herz Wieso wohnen so viele Lieder in Dir denn? Das sind keine Lieder - Sondern?… Das sind Geschichten und Empfindungen Wessen? Wo kommen sie her? Sie sind Deine Aber sie sind so viele und so merkwürdig Ja, das ist Dein Herz. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEIN HERZ IST EIN FERNGLAS
Dein Herz ist ein Fernglas. Wenig trifft Dich, was es nicht vorher versucht hat, Dir zu zeigen. Jede Tat, Sichtbares, Fühlbares, Hörbares, war schon lange fein Wahrnehmbares - aber wer hört denn gerne zu, wenn das Herz empfehlt, daß Du einen Wunsch aufgibst, oder noch schwerer, einen Charakterzug doch überwindest, den Du lieb hast aber der Dir eines Tages zur Last werden wird. Diesen zukünftigen Schmerz sieht heute bereits Dein Herz. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ES GIBT EINEN FRIEDEN
Es gibt einen Frieden Der ist schwer zu beschreiben Denn Beschreibungen richten sich an den Kopf Doch dieser Frieden findet im Herzen statt. Es gibt einen Unfrieden Der ist schwer zu vertreiben Denn der Kopf ist der Deckel, das Herz der Topf In dem der Unfrieden seinen Sitz gefunden hat. Nichts stört mehr den Frieden Als ein Schwarzer, der sich weigert zu unterschreiben Er stellt die Welt auf den Kopf Denn er reklamiert die Normalität für sich als Heimat. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS WEISS NUR MEIN HERZ
Was fühle ich für Dich? Nicht mal mein Kopf weiß es - Das weiß nur mein Herz. Wohin bringt meine Sehnsucht mich? Nicht mal mein Verstand weiß es - Das weiß nur meine Empfindung. Verstehen sie jemals, niemals, sich? Ich taumele blind durch den Schmerz und erwache erst in ihrer Überwindung. Verstehen sie jemals, niemals, sich? Meine innere Stimme erklärt‘s aber Denken sieht nicht die Verbindung. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
