ACHTE AUF DEINE TATEN

Behandle Deine Worte
als wären sie Taten
denn manch einem Morde,
so wie vielen Wohltaten,
liegen Worte zu Grunde,

nicht nur als Anzettelung
sondern vielmehr als Verankerung,
als feiner-stoffliche Vorfertigung.

Wenn Du es nicht machen würdest
dann sprich es erst nicht aus -
Wenn Du nicht wollen würdest
daß andere es machen,
dann sprich es erst nicht aus,
denn sprechen ist machen.

Willst Du es aber tun,
brauchst Du es nicht aussprechen,
sondern einfach direkt machen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

EINE FORTLAUFENDE GESCHICHTE

Egal was wer sagt,
macht das Leben nur Sinn,
wenn jeder, der einst versagt,
erneut suchen darf den Gewinn.
Wenn jeder, der heute lebt,
gestern den Weg bereitet hat -
Und daß, wenn ein Mensch webt,
er webt zu gleich seine letzte Heimat.

Sonst macht alles keinen Sinn,
kein Woher und kein Wohin,
das Ende verdient keinen Beginn.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

MAIFEIER

Riesen steigen nieder -
Ein Geräusch feiner Gefieder
melodischer als Lieder…
Ende Mai ist es wieder.

Zauber, von weit weit her,
Wunderkraft, Lebenselixier,
bringt Erneuerung zu Dir.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DIE GEDANKEN SIND NICHT FREI

Die Gedanken sind nicht frei
Sie sind gut, böse, rein, unrein
Aber sie sind nicht zollfrei

Sie erhalten ihr eigenes Sein
Bewirken feinstofflich vieles dabei
Prägen weiter Dein Bewusstsein

Hängen an Dir wie ein Faden
Kehren im Kreis auf diesem Pfaden
Zu Dir zurück mit Gleichart beladen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

SEIN WORT IST WICHTIGER ALS SEIN BLUT

Alle denken an das Blut.
Aber wer denkt an das Wort?
Die wahre Erlösung beruht
nicht aufs Blut, sondern den Mut
zu leben nach dem Christuswort.

Wiederauferstehen durchs Wort,
gelebt, ist der Erlösung Attribut.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ANDERS

Ich sehe die Welt anders.
Ich sehe, daß wir mehrmals leben,
dabei Wechselwirkungen erleben,
als möchte uns das Leben vergeben,
gäben wir uns nun anders.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DEMUT

Hast Du dieses Jahr
irgendjemandem
Deine Wahrheit gesagt?
Irgendjemanden
nach seiner Wahrheit gefragt?
Bald geht das Jahr zu Ende.

Was habe ich gelernt?
Es ist schwer,
das Höchste auszuleben;
denn es ist schwerer,
daß Du falsch lagst zuzugeben
als dran zu halten bis zum Ende.

Demut. Ein kleines Wort,
ein hoher Berg.
Erst auf der anderen Seite
dieses Bergs
erwartet uns, uns zum Geleite,
das Wissen zur wahren Zeitenwende.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

IM HINTERGRUND

Die einen schreiben unsre Gedanken nieder
Die anderen geben unsere Worte wieder
Noch andere singen unserer Empfindungen Lieder
Aber sie sind uns unsichtbar,
Uns ungreifbar, von uns unvernichtbar,
Im Karmakreislauf unverzichtbar.
Unsere Welt lebt und webt in zwei Welten.

Manch ein Dejavu, manch ein Un-fall,
Schicksalhafte Begegnungen per Zu-fall,
Erstaunliche Erkenntnisse durch Ein-fall:
Uns traf es vielleicht unvorbereitet
Aber jemand oder etwas hat es vorbereitet,
Mit unsren Taten als Zutaten es uns zubereitet.
Zwei Welten, und wir merken es selten. 

- Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DENKEN IST LENKEN

Denken ist lenken
Gotteskraft lenken
ist denken
Ein Geschenk weiter verschenken
Einen Samen in die Realität versenken
– etwas zum Bedenken.
Zum Umdenken.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

IN WAHRHEIT FREUDE

Jedes Mal, wenn ich die Wahrheit berühre
Ist das, was ich dabei und danach spüre
Mit vielen Namen bekannt:
Einige seien hier genannt:
Heimat, Zuhause, Ruhe, Erleichterung
Heilung, Kraft, Klarheit, Begeisterung –
Es ist Freude, die ich in Wahrheit verspüre.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung