Auf der Suche nach Gleichart finden wir welche, die sind gleich zart oder gleich weich oder gleich hart - aber worin besteht wahre Gleichart? Ist Gleichart ein Ausdruck von Kultur? Trägt Haut die Farbe gleichartiger Natur? Oder ist es tiefer? Kunst? Musik? Literatur? Wo findet Geist sie nur? Gleichart pur. Da ist es! Das magische Wort: Geist! Was Du wirklich bist und nicht nur heißt. Das spüren wir in der Empfindung meist - Was Du empfindest, ist, was Du weißt. Wirklich weiß. Das spürt jeder für sich allein. Gleichart kann nur individuell empfunden sein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Kultur
KAMPF DER KULTUREN
Die Kulturen krachen auf einander wie feste Felsbrocken wie hartes Metal gegen hartes Metal, laute klagevollen Glocken! Eine Kakophonie. Kein Innenraum den Fremden - alle bocken und hocken klein in den Zwischenräumen wie Staubkörner, und Schneeflocken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EINE TIEFERE SCHÖNHEIT
Irgendwas kommt von Oben. Wir spüren es und können es Nicht einordnen hier im Groben. Wir empfangen es, nennen es Viele Namen. Ich empfinde es Als die Anziehung der Schönheit. Ich bereise die Welt und finde es In der Sehnsucht der Menschheit Überall zum Ausdruck gebracht, Mal mehr, mal weniger gelungen, Als hätte Gott einmal liebevoll gelacht Und die Kulturen haben nachgesungen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KULTUR
Vielleicht liegt die Lösung gar nicht in der Politik, sondern in Kunst und Kultur. Wie sonst bewirken wir eine innere Veränderung in der menschlichen Natur? Wie entsteht jener Mensch der nicht alte Systeme verpackt in wechselnd neue Struktur? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KULTUR DER MENSCHLICHEN NATUR
Wie grün wird die Zukunft?
Grün wie die Natur?
Grün wie alle Parteien?
Grün wie der Neid?
Oder grün wie der Dollar?
Oder alles zusammen.
Und am Ende regiert wieder
Wie immer
Immer noch das Geld.
Natur braucht Kultur zum Schutz.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HINTER DEN KULTUREN
Zugvögeln haben es weit
Doch nimmer so weit wie ich es hatte
Wo ich zu Euch her zog
Groß ist die Welt – und weit
Und Kulturen sind Wände
Hoch und hart, ohne Tür und Fenster
Doch genau so wie der Himmel
Kracht und lacht sein krummzackiges Lächeln
Aufgehellt für einen Augenblick
Gibt es in der Wand manchmal
Einen Riss, und ich schaute hinein
Und sah, überrascht, Menschen.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
GESELLSCHAFT
Sie grüßte ihn gerne
Setzte sich jedoch gerne
Zu ihrer Art –
Er arbeitet gerne mit ihr
Feiert allerdings lieber
Mit seiner Art –
Gleich und gleich gesellt sich gern
Doch in unserem inneren Part, weich
Funkelt einsam in jedem ein Stern
Sie liegt nachts wach
Er liegt nachts wach
Und jeder sehnt sich schweigend nach
Der inneren Gleichart.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
GLEICHART
Es war sonderbar
Unter sich zu sein
Sich fremd zu fühlen
Zu wissen, ich bin allein
Die Nation bindet
Mich aber nicht
Schwarz oder weiß
Wirklich innerlich
Rassen, Sprachen, Kulturen
Geschlechter auch
Immer blieb, getrennt, zurück
Eine Empfindung im Bauch
Geistig Gleichgesinnten
Laß mich finden
Sonst lass mich immer
Den Unterschied empfinden.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
