WEIHNACHTEN EMPFINDEN

Weihnachten kommt
Du würdest es nicht denken
Einsamkeit kommt
Bunt verpackt in leeren Geschenken
Gedächtnisgräber in Rauschgetränken
Empfindung kommt
Denkende Köpfe werden sich senken

Je dunkler der Geist
Desto heller seine Umgebung
Der Christusgeist
Ungeblendet von bunter Ummantelung
Sieht das Herz fähig der Vergebung
Der Heilige Geist
Anwesend, unsichtbar ohne unsre Umwandlung.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

LICHT-GEWISSHEIT

Auch wenn jetzt die dunkle Wolke
unsichtbar und fühlbar auf uns drückt,
Licht, ich sehe Dich, näher als je, unentrückt.

Auch wenn Wahn, Wut, Ichsucht, Mord
losgelöst rumreiten und ihr Unwesen treiben,
Ruhe und Frieden, ich spüre Euch, mich einverleiben.

Je mehr Menschen das Internet verbindet,
desto mehr trennt es. Welch eine Ironie.
Lieber mein ernstes Selbst als ein grinsendes Selfie.

Denn mein Weg ist weit, mein Ziel ist fern,
keine Nacht ist lang genug, meine Sonne lacht.
Keine Nacht ist lang genug, meine Sonne lacht.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

SEELEN UND SONNENFENSTER

SEELEN UND SONNENFENSTER

Ich stand auf und putzte meine Wohnung
Da verklärte sich das Fenster wie ein Gesicht
durch das die Sonne schien –
Ich habe kein anderes Zuhause.

Ich machte mit und säuberte die Erde
Da verklärte sich ihre Lufthülle
auf daß der Sonne Wärme ein und aus ging –
Wir haben kein anderes Zuhause.

Ich hielt inne und reinigte meine Seele
Da verklärte sich mein Gesicht wie ein Fenster
durch das einer Sonne Strahlen hinaus drangen –
Ich habe kein anderes Zuhause.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

MENSCHENLICHTER

In ihr brannte ein Licht
als wäre sie eine Lampe
und hütete eine Flamme
die erleuchtete ihr Gesicht

Und wem sie zulächelte,
siehe: da ward ein Wunder
das in dessen grauen Herz
den sterbenden Funken fächelte

Kummer und Schmerz kommen
um uns zu reifen, und gehen
um uns begreifen zu lassen
was uns die Oberflächlichkeit genommen:

Die Flamme der Lichtsehnsucht.
Mal begegnet sie uns in der Natur
Mal in einem einfachen Mitmenschen
aus Fleisch und Blut, ungesucht.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

EGAL WIE LANG DEIN SCHATTEN WIRD

Egal wie lang Dein Schatten wird
bist Du immer größer als er
Egal wie klein Dein Schatten wird
bist Du immer winziger als er
Du kannst mir nicht entkommen
Ich kann Dir nicht entkommen
Wie Ruf und Rückruf.

Wie Traum und Schicksal
Wie Lippen und Lächeln
Und Augen und Blick –
Und heute und morgen –
Du kannst mir nicht entkommen
Ich kann Dir nicht entkommen
Egal wie fern wie nah wir sind.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

ES WERDE SEHNSUCHT

Der tieftönige Abend
Atavistisch
Trägt intus keine Erinnerung an den Tag
Er IST der Abend vor dem Tag
Es werde noch kein Licht

Es werde erst Sehnsucht
Jene dumpfe Sehnsucht ohne Gedächtnis
Vorahnen von Morgen
Das raunt die Zaubermacht des Morgens
Verspricht jeden Abend eine neue Welt.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

MIT DIR EWIG LEBEN

Warum kann das Leben nicht ewig sein?
Das Leben muss ewig sein.
Das Leben ist ewig.
Wenn nicht auf Erden
Denn irgendwo sonst
Und dort will ich Dich treffen
Nach dem wir hier auf Erden fertig sind
Und anderweitig weiter suchen dürfen
Denn ich will mit Dir ewig leben, Ayabona.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DIE MACHT DER FREMDENFEINDLICHKEIT

Wenn alle glauben
es liegt eine verborgene
ihnen überlegene Macht
im Schatten
dann stellen sie sich auf die Seite
des Schattens

Dadurch gewinnt dann erst
der Schatten Anhänger
Soldaten, Befürworter, Aufwind
und Stärke – was er alles vorher
nicht hatte

Die Macht des Schattens
ist die Macht der Illusion –
Bleibe Du im Licht
denn im Schatten ist nichts

Einer im Licht
ist stärker
als hundert im Schatten.

Che Chidi Chukwumerije (11.02.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung