ES WERDE SEHNSUCHT

Der tieftönige Abend
Atavistisch
Trägt intus keine Erinnerung an den Tag
Er IST der Abend vor dem Tag
Es werde noch kein Licht

Es werde erst Sehnsucht
Jene dumpfe Sehnsucht ohne Gedächtnis
Vorahnen von Morgen
Das raunt die Zaubermacht des Morgens
Verspricht jeden Abend eine neue Welt.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

MIT DIR EWIG LEBEN

Warum kann das Leben nicht ewig sein?
Das Leben muss ewig sein.
Das Leben ist ewig.
Wenn nicht auf Erden
Denn irgendwo sonst
Und dort will ich Dich treffen
Nach dem wir hier auf Erden fertig sind
Und anderweitig weiter suchen dürfen
Denn ich will mit Dir ewig leben, Ayabona.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DIE MACHT DER FREMDENFEINDLICHKEIT

Wenn alle glauben
es liegt eine verborgene
ihnen überlegene Macht
im Schatten
dann stellen sie sich auf die Seite
des Schattens

Dadurch gewinnt dann erst
der Schatten Anhänger
Soldaten, Befürworter, Aufwind
und Stärke – was er alles vorher
nicht hatte

Die Macht des Schattens
ist die Macht der Illusion –
Bleibe Du im Licht
denn im Schatten ist nichts

Einer im Licht
ist stärker
als hundert im Schatten.

Che Chidi Chukwumerije (11.02.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ES WAR EINMAL EIN LÄCHELN

Es war einmal ein Lächeln
Ungeschützte Fackel im Sturm
Tapfer lächelnd dennoch, warm.

Der erste, der auf es schoss
War wegen seiner Andersart erbost
Schloss das Herz vor Gewissen, Schmerz.

Die zweite, die schoss aus Rache
Denn sie rief es mit einem Locklachen
Es erwiderte, wich, mit nem Lächeln zurück.

Die nächsten, die hassten das Lächeln
Einfach so. Liebten nur Macht.
Lächeln war gedacht als Machtspielchen

Locklächeln als Mittel zum Endziel
Auch der Hass kann lächeln, kalt und viel
Der Griff ist kalt. Der Topf wut-heiß.

Doch alle unterschätzen das Lächeln
Das echte, starke, warme, menschliche.
Letztes Lebenszeichen der Geistesfackel

Es wird sich diesmal wehren.
Als letzter Überlebender Gestern‘s Lehren
Wird es anstecken, und sich vermehren.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

REVOLUTION

Wie viele Revolutionen
Werden wir haben, bis wir
Revolutioniert genug sind
Um keine mehr zu brauchen?
Wir kommen
Wir sehen
Wir verändern

Wie viele Niederlagen
Werden wir dem Bösen erteilen
Bis wir es ganz gebrochen
Und besiegt haben?
Es kommt
Es sieht
Es verändert sich
Und uns

Guten Morgen, Erde
Gestern wurde das Böse stärker
Guten Morgen, Erde
Heute Nacht wurde die Menschheit
Stärker auch.

Wir kommen
Wir sehen
Wir verändern.
Vor allem uns.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

AUCH MONTAGS LÄUTEN DIE GLOCKEN

Guten Morgen Menschenblume
Die Sonne, die ist dreierlei
Eine gedeiht im Weltall drüben
Täglich wiederholte Malerei
Die zweite, die Wichtigste
Die göttliche, Unsichtbare
Dem Verstand am Schwierigsten
Zu fassen, die Unmessbare –
Schönen Morgen Menschenbume
Wo ist Deine dritte Sonne heute?
Die Freude in Deinem Geiste
Wie helles Glockengeläute.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

PS 😊 –
Ich werde häufig gefragt, wie ich es schaffe, jeden Tag neue Zeilen zu dichten und dann den Text mir auch noch zu merken und für meine täglichen Videoaufnahmen auswendig zu lernen. Naja, heute kann ich beweisen: Ich bin tatsächlich doch nur ein Mensch. Ich habe mich 2x versprochen. 😊
Nicht so schlimm. Hauptsache: Täglich läuten die Glocken 🔔 🔔 🔔 . Auch montags. 😊

LICHTSCHATTEN / LIGHT-SHADOWS


Wenn Ihr nur Schatten Euer Selbst seid
Wenn you are mere shadows of yourselves..

Seid Ihr immer noch Ihr selbst
You are still yourselves…

Lichte Tage, dunkle Tage
Light days, dark days…

Meistert sie alle cool 😎 und souverän
Ride them all in style 😉…

Dein Leben ist Dein Gedicht
Your life is your poem…

Jeder Schritt muß zählen
Let every step count…

Jedes Wort, jeder Tag, alles
Every word, everyday, everything…

Ist das einzige, was Du hast
Is all you have.

– Che Chidi Chukwumerije