GIESSET DIE BLUMEN

Alle diese Gedanken,
die wir denken, in die Welt setzen,
was geschieht mit ihnen?
Die die ätzen, vernichten, verletzen.

Wir kommen und gehen
aber unsere Gedanken bleiben
wie unsichtbare Wolken
die verdichtend nicht weiter treiben.

Gedanken der Habsucht,
der Ichsucht und der Selbstsucht,
Gedanken der Eigensucht
und weniger der Lichtsehnsucht.

Ab und zu in der Wüste
hier und da ersprießt unerklärlich
eine einsame tapfere Blume.
Halte durch, Du bist unentbehrlich.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DIE LICHTSEHNSUCHT

Der Erdenkörper ist ein Betäubungsmittel
Wir sind blind und taub
Und zum Teil auch gelähmt

Das weitaus größere Teil von dem
Was es wahrzunehmen gibt
Bemerken wir nicht

Wir sehen es nicht, hören es nicht, fühlen es nicht
Wohl weil wir fleischlich eingemummt sind

Allein die Lichtsehnsucht kann uns befreien
Von aller Stofflichkeit.

– Che Chidi Chukwumerije.