DAS LEIDEN WIRD UNS LEHRER SEIN

Was sagen uns die Zeiten?

Einst hatten wir mehr Haß als wirksame Mitteln, um den Haß so zum Ausdruck zu bringen, daß der daraus entstandene Schaden nicht überschaubar blieb.

Grosser Hass [H] x kleinwirksame Waffen [w] = überschaubare Schaden [s]

H x w = s

Seit der industriellen Revolution allerdings erfindet und produziert die Menschheit mit stets zunehmender Geschwindigkeit analog ihrem technologischen Fortschritt Waffen und Waffensysteme immer tödlicherer Art in scheinbar unendenden Mengen. Heute leben wir in Zeiten, in denen der Haß auf Waffen zu greifen kann, die in der Auswirkung die Umwandlung des Hasses in Schaden bisher ungeahnter Proportionen ermöglichen. Tendenz steigend.

In den USA werden gefühlt mittlerweile beinahe alle Auseinandersetzungen und Ressentiments einzig mittels AR-17s und Ähnliches angegangen. In der sogenannten dritten Welt streben autoritäre Regimen lieber den Ankauf von Panzern und Kampfflugzeugen an, als in den Bau von Infrastrukturen und in die Forderung des Erfindergeistes Geld und Kräfte zu investieren. Der Westen und der Rest der sogennanten entwickelten Welt rüstet sich eifrig für den Krieg, verkauft gleichzeitig nebenbei ihre auslaufenden Waffenmodelen an jeden, der das Geld dafür bereit stellt. Nord Korea, Iran  – und wer weiß noch wer alle – wollen unbedingt ihre Atomwaffen haben (und werden sie wahrscheinlich irgendwann auch kriegen). Die Djihadisten und Terroristen – bewaffnet mit nicht nur Bomben und Gewehren, sondern auch mit dem Wissen, wie man sie baut, und neuerdings auch bewaffnet mit LKWs, mit der grössten Herzlosigkeit. Die Welt platzt aus allen Nahten mit Waffen der Massenvernichtung – bio, chems, nukes, & SMGs baby und und und.

Grosser Hass [H] x grosswirksame Waffen [W] = grosser Schaden [S]

H x W = S

Es gibt daher für die Menschheit nur die eine Lösung zu dieser grausamen Gleichung, wenn sie sich selbst nicht in der Zukunft vollständig auslöschen möchte und den Planeten dazu auch ernsthaft schaden: Der Höhenflug der Technik muß mit einem entsprechenden Abbau des Hasses und der destruktiven Angriffslust ausgeglichen werden. Technologischer Fortschritt darf das humanitäre geistige Reifen nicht hinter sich lassen. Oder, auf gut Lennonmccartneyerisch gesagt “All you need is love”.

Je unrealistischer und kindischer der Begriff “Liebe” in Anbetracht des herrschenden Zynismus von Gewalt, Herrschlust und Haß zu sein scheint, umso dringender, umso zwingender wird ihre Notwendigkeit als einzig mögliche Retterin der Menschheit im Verlauf ihrer technologischen Weiterentwickelung. Nur die Empfindung kann den Verstand sinnvoll lenken. Das Herz wird den Kopf retten.

Aus dem H soll ein L werden. Dann ist es egal, wofür das W steht – ob für Waffen oder für Wissenschaft. Es wird stets mit Weisheit gelebt. Weisheit, um das S ins Positiv zu umwandeln, das auf der anderen Seite der Gleichung auf uns wartet – nämlich: unser Schicksal.

 – Che Chidi Chukwumerije.

.http://www.youtube.com/watch?v=t5ze_e4R9QY

SCHATTEN AM RAND

Wisst Ihr wie lange ich
Ein Schatten am Rande Eurer
Freundschaft wandelte?
Ich schätze jedes Lächeln, auch dann
Wenn es mir nicht gilt, denn Blumen
Blühen für wen? Ich
War der Dieb, der ein Stück Freude
Aus dem Überschuss Deines Glanzes stahl
Die gefallenen Krümel Deiner
Stimme für einsame Nächte sammelte
Und Deine Liebe genoss
Ohne dass Du es merktest, denn
Mir galt sie nicht.

– Che Chidi Chukwumerije.

RACHE

Rache, sie roch
Nach Rache und laugte nach
Liebe und ich entschloss
Nicht linder mit ihr zu fahren
Denn sie wusste genau, was
Sie brauchte – den Sturm meiner Wut
Ihre Hassmaske löste sich auf und
Sie weinte, und ihre Schluchzer klangen wie
Musik in meinen Ohren.

– Che Chidi Chukwumerije.

SCHÄTZE MICH ABER JETZT

Ich setze mich ruhig
Auf die Bank Deiner Liebe
Pfeife durch gezogene Lippen
Lache mit den Vögeln

Bin ich einsam? – Wer weiß?
Bin ich traurig? – Wer weiß?
Ich sehe freudig aus
Pfeife mit den Vögeln

Ich bin auf Erden
Wanderer aus undenklichen Urfernen
Bin ich von Heimweh gefüllt? – wer weiß?
Ich bin wanderfroh, wach und wieder da

Und, auf meiner Rückreise
Setze ich mich ruhig auf die Bank
Deiner Liebe
Einen Augenblick harre ich
Und dann bin ich wieder gegangen
Flügel, winkend, eine Erinnerung…

– Che Chidi Chukwumerije.

WANDERDURST

Schweres Regentröpfchen
Schwanger mit einem ganzen Gestern
Wie bewegst du dich traurig
Die Wange der Welt herab

Die dürstende Erde wird deine Traurigkeit
Dankbar schlucken
Und erblühen

Ich habe einmal zu oft aus deinem Herzen
Getrunken, Liebling
So einen Durst habe ich

Du hast einmal zu oft über mich
Und meinetwegen
Geweint
Die Oase enthält kein Wasser mehr

Weiter wandere ich
Ich habe Durst.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.